Queere Geschichte sichtbar machen
Thomas Andreaus, Madu Alber, Martine De Biasi, Alex Giovanelli
Die Dokumentarfilmerin und Gründerin der Sozialgenossenschaft Eklektika, Martine De Biasi, ist die Initiatorin des Projektes „Immer Hier“. Es ist ein Projekt, in dem LGBTQIA+ Menschen aus ganz Südtirol, d.h. queere Menschen, die schwul, lesbisch oder eine andere sexuelle Orientierung haben, ihre Geschichte erzählen. Es sind Lebensgeschichten, die bis jetzt in Südtirol kaum dokumentiert oder öffentlich sichtbar gemacht wurden, obwohl queere Menschen immer Teil der Gesellschaft waren. De Biasi führte Interviews mit Menschen aus ganz Südtirol. In acht Gesprächsabenden in Städten und Dörfern Südtirols wird dieses Projekt zusammen mit der Fachstelle Gewalt im Forum Prävention und einigen Interviewpartner:innen vorgestellt und darüber gesprochen. Am 8. Oktober fand ein Gesprächsabend in der Bibliothek Prad statt. Martine De Biasi erläuterte das Projekt und bedankte sich bei der Bibliothek, beim Bildungsausschuss und bei der Gemeinde Prad für die Einladung und Organisation. Madu Alber vom Forum Prävention meinte, dass es bei diesem Projekt gegen Diskriminierung und um eine offene Diskussion geht und um Respekt gegenüber Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen. Moderiert wurde das Gespräch von Alex Giovanelli vom Forum Prävention. Seine Gesprächspartner:innen waren Thomas Andreaus, Karmen Höllrigl und Denise Piazzi. Sie erzählten über die Schwierigkeiten, gleichgesinnte Menschen kennenzulernen und dem Gefühl die einzigen im Dorf mit dieser Orientierung zu sein. Sie erzählten aber auch vom Verständnis durch die Familie und von der persönlichen Überzeugung, nicht deshalb das Dorf zu verlassen, weil man eine andere sexuelle Orientierung hat. Berichtet wurde über die Unterstützung durch den Verein Centaurus, die schwul-lesbische Initiative Südtirol und durch Famiglie Arcobaleno – dem Verein für Regenbogenfamilien. Gesprochen wurde auch über das geänderte politische Klima und die Schwierigkeiten einer Stiefkindadoption. Alle betonten den Wunsch sicher und angsfrei zu leben und so akzeptiert zu werden, wie sie sind. (hzg)