Psychische und körperliche Gesundheit sind wichtig
Im Weltladen Latsch wurde dieses Jahr mit einer Aktion am Welttag der psychischen Gesundheit auf die Fortschritte in der Psychiatrie aufmerksam gemacht und über den Umgang in Krisensituationen informiert; v. l.: Karin Tschurtschenthaler, Roman Altstätter und Richard Theiner
Zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober rückte das Ressort Gesundheit die Bedeutung von Prävention, früher Unterstützung und zugänglichen Hilfsangeboten in den Mittelpunkt. Stress, Ängste, Trauer oder schwierige Lebensphasen gehören zum Leben. Psychisch gesund zu sein bedeutet nicht, immer fröhlich und fit zu sein. Wichtig ist, mit Belastungen umgehen zu können und Unterstützung zu holen, wenn diese nicht mehr allein bewältigbar sind. Auch die Sozialdienste in der Bezirksgemeinschaft Vinschgau machen jedes Jahr mit einer Aktion auf diese schwierige Thematik aufmerksam. Dieses Jahr traf man sich im Weltladen Latsch. Roman Altstätter, der Strukturleiter vom Treffpunkt in Schlanders und Mals, erinnerte an die Situation unter dem Nationalsozialismus, als psychisch kranke Menschen einfach eliminiert wurden. Später kamen sie in Irrenanstalten nach Pergine bzw. nach Hall in Tirol. Erst durch die italienische Psychiatriereform im Jahre 1978 änderte sich die Situation. Im Vinschgau gibt es seit 30 Jahren eine Wohngemeinschaft, es gibt Treffpunkte, eine Gärtnerei, Tischlerei und Wäscherei. Außerdem wird heute ein Dialog auf Augenhöhe zwischen den Betroffenen, den Angehörigen und den Fachleuten geführt. Es gibt Ex-IN Genesungsbegleiter, also Menschen mit eigener psychischer Krisenerfahrung, die nach einer speziellen Qualifizierung andere Betroffene auf ihrem Genesungsweg unterstützen. Altstätter nennt das die stille Revolution. Richard Theiner, Obmann der Sozialgenossenschaft Weltladen Latsch, sprach von seiner Erfahrung als Gesundheitslandesrat und meinte, dass es heute zur Selbstverständlichkeit im Weltladen gehört, Menschen mit Beeinträchtigung und Menschen mit psychischen Problemen als Pratikant:innen im Weltladen zu beschäftigen. Karin Tschurtschenthaler, die Direktorin der Sozialdienste, lobte die Vorbildfunktion des Weltladen, betonte die Wichtigkeit der bestehenden Einrichtungen und diese Aktion zum Tag der psychischen Gesundheit, um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. (hzg)