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Vinschgau/Orgelkunst-Festival

Truhenorgel und Strohfiedel in der Bichlkirch

veröfftl. am 22. Juli 2026

Konzert in der St. Veit Kirche auf dem Tartscher Bichl: Marian Polin (links) mit der Truhenorgel und Philipp Lamprecht mit der Strohfiedel. Nach dem Konzert gab es einen großen Applaus und mehrere Zugaben.

Seit 1990 gibt es im Vinschgau das Festival der Orgelkunst mit verschiedenen Aufführungen im ganzen Tal. Dietrich Oberdörfer aus Latsch, ein begeisterter und vielseitiger Organist, Sänger und Komponist, der 2021 mit 64 Jahren verstarb, war einer der Gründer und künstlerischer Leiter der Orgelakademie. Seit fünf Jahren wird das jährlich stattfindende „Orgelkunst – Festival der internationalen Orgelakademie Vinschgau-Meran“ von den beiden jungen Organisten, Kirchenmusikern und Chorleitern Marian Polin aus Mals und Lukas Punter aus Mals/Planeil geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Konzertverein „musica viva Vinschgau“ organisiert. In diesem Jahr fand das Festival vom 12. bis 18. Juli statt. Angeboten wurden Orgelkonzerte in Marienberg, Agums, Partschins, Laas, Stilfs und Naturns. Außerdem gab es eine Orgelwanderung am 12. Juli mit drei Konzerten in Goldrain, Tiss und Vetzan. Eine weitere Besonderheit war das Konzert am 17. Juli in der Pfarrkirche von Stilfs. Zum Stummfilm „The Epic of Everest“ über die legendäre Everest-Expedition von 1924 gab es live improvisierte Filmmusik auf der Orgel von Simone Vebber aus Trient. Ein außergewöhnliches Konzert auf besonderen Instrumenten fand am 15. Juli in der Bichlkirche in Tartsch statt. Lukas Punter konnte rund 70 interessierte Konzertbesucher:innen, sowie die beiden Musiker Philipp Lamprecht aus Naturns und Marian Polin begrüßen. Lamprecht spielte auf einer Strohfiedel, auch Holzharmonika oder Hölzernes Glachter genannt. Es ist ein in der alpenländischen Volksmusik, vor allem bei Tiroler Musikanten gebräuchliches Xylophon. Dazu sang er alte Lieder und Gesänge. Marian Polin spielte auf einer Truhenorgel. Es ist ein kleines, tragbares bzw. fahrbares Orgelinstrument, welches sich durch die kompakte, truhenartige Bauweise auszeichnet. Neben Marian Polin, Philipp Lamprecht und Simone Vebber, gaben weitere Musiker Orgelkonzerte: Lukas Punter, Fabio Rigali aus Gargazon, Susanne Soffiantini aus Brescia, Suzanne Z´Graggen aus Luzern, Martin Rabensteiner aus Leifers und Mariia Khylko aus der Ukraine. (hzg)