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Schlanders

Neu im Vinschgau: „Seite an Seite“

veröfftl. am 22. Juli 2026

Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Abhängigkeitserkrankung durch illegale Substanzen – Erstes Treffen am 4. August in Schlanders:
Zu Beginn waren es die vermeintlich harmlosen gerauchten Joints. Dann rutscht ein 16-jähriger Vinschger Oberschüler langsam immer tiefer in die Szene und alles läuft aus dem Ruder. Ihre Erfahrung mit der anfangs unterschätzten Abhängigkeit ihres Sohns bringt eine Vinschger Mutter nun dazu, eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Denn Sucht ist stets auch für die Angehörigen von Betroffenen belastend und eine Herausforderung.
„Mein Sohn war 16 und in der Oberschule als er angefangen hat Cannabis zu konsumieren. Anfangs glaubten wir als Eltern, das wäre ein für dieses Alter normales ‘Ausprobieren’. Im Nachhinein muss ich sagen: wir haben die Situation völlig verkannt. Wir haben geglaubt, das geht vorbei. Dem war aber nicht so. Im Gegenteil ist er immer tiefer in die Szene reingerutscht. Es kursieren eine Vielzahl von illegalen Substanzen, Ketamin, Kokain, Amphetamine und vieles andere mehr und es hat sich bei ihm eine große Abhängigkeit entwickelt. Irgendwann lief alles aus dem Ruder.” – Elisabeth (Name geändert)
Im Vinschgau entsteht ein neues Angebot für Menschen, die häufig still und allein mit schweren Belastungen leben: Die Selbsthilfegruppe „Seite an Seite“ richtet sich an Angehörige von Personen, die von illegalen Substanzen abhängig sind oder deren Konsum zunehmend problematisch wird. Es ist die erste Selbsthilfegruppe dieser Art im Vinschgau.
Gegründet wird die Gruppe von Elisabeth (Name geändert), einer 49‑jährigen Vinschgerin, die anonym bleiben möchte. Die Selbsthilfegruppe „Seite an Seite“ bietet Angehörigen einen geschützten Rahmen, um offen über Belastungen zu sprechen, ihre Erfahrungen zu teilen und Verständnis zu finden. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Eltern und Bezugspersonen von Jugendlichen, die wiederholt zu illegalen Substanzen greifen – auch dann, wenn eine Abhängigkeit noch nicht klar erkennbar ist. Viele Betroffene tun sich schwer, die Situation zu benennen oder zu akzeptieren. Die Gruppe setzt genau hier an.
In der Gemeinschaft der Selbsthilfe erfahren betroffene Angehörige Halt, Ermutigung und neue Energie. Die Treffen unterstützen dabei, die eigene Selbstfürsorge wieder in den Blick zu nehmen, sich zu stärken und Wege zu finden, mit den Herausforderungen des übermäßigen oder regelmäßigen Konsums eines nahestehenden Menschen umzugehen. Durch Austausch und Reflexion entsteht ein Raum, in dem man wieder zu sich selbst findet und neue Ressourcen entdeckt. Egal, was kommt – niemand bleibt allein.

Start am 4. August:
Die Selbsthilfegruppe „Seite an Seite“ findet sich zu ihrem ersten Treffen am 4. August in Schlanders zusammen und trifft sich dann jeden 1. Mittwoch im Monat, abends von 19 bis 20.30 Uhr.