Müllers Farbenfeuerwerk
Stimmiger hätte der Rahmen nicht sein können: Mit der Vernissage seiner Jubiläumsausstellung feierte Ernst Müller am 11. April 2026 seinen 75. Geburtstag in seiner Heimatgemeinde Schlanders. Hochkarätig war diese besucht. Zahllose Freunde, Weggefährten, Bekannte, Jahrgangskollegen, Kunstliebhaber und Bewunderer seiner Werke ließen es sich nicht nehmen, dem Jubilar die Ehre zu erweisen. Proppenvoll war das Foyer des Kulturhauses Schlanders, als Daniel Clemente, der Präsident desselben, die Anwesenden begrüßte: „Es ist eine große Ehre, lieber Ernst, dich hier zu haben.“
Grußworte kamen von Bürgermeisterin Christine Kaaserer und Kulturreferentin Kunhilde von Marsoner. Von Marsoner skizzierte kurz das Leben des Künstlers: „Schlanders ist der Ausgangspunkt seines Lebensweges. Ernst Müller hat seine Kindheit bis zum 8. Lebensjahr in Schlanders verbracht. Die Landschaft und der Vinschgau haben ihn geprägt. Er wuchs in einer kinderreichen Familie als zehntes von elf Kindern auf und übernahm früh Verantwortung. Er erlernte zunächst einen handwerklichen Beruf und fand dann als Autodidakt seinen Weg in die Malerei. Seine Werke finden weit über den Alpenraum hinaus Beachtung.“
Sepp Messner Windschnur sorgte mit passenden Liedern zu Müllers Vita wie „Kunscht isch Kunst“ oder „Bergsteigen“ für Unterhaltung. Denn abseits der Malerei ist Ernst Müller in den Bergen unterwegs und besteigt u.a. jedes Jahr den Ortler.
Ilse Thuile würdigte in ihrer Laudatio den Künstler vor allem für sein „Farbenfeuerwerk“: „Ernst Müller gibt mit dem betonten Licht- und Schattenspiel den ausschlaggebenden Touch. Die verwitterten Höfe, Fallegg, das mediterrane Ägidiuskirchlein, Marienberg, der Sonnenberg, die Wegkreuze: Vieles ist Erinnerung. Müllers Bilder sind Melodien der Farben. Zur Sinfonie gestaltete Farbkompsitionen sind sein Markenzeichen. Immer wieder hast du mit deinen Bildern Furore gemacht. Erst kürzlich ging ein Werk nach Amerika.“
Was der 75-Jährige Ernst Müller dem jungen Ernst Müller mit auf den Weg gegeben hätte?, fragte Thuile. Müllers Antwort darauf kam prompt: „Zufrieden sein ist gut, unzufrieden sein noch besser. Wenn wir dem Vinschger Wind nicht entgegenhalten, dann bläst er dich um.“ Und apropos Vinschger Wind. Dieser, der Vinschger Wind, gratuliert dem Ernst Müller von ganzem Herzen zum Geburtstag und dankt dafür, dass er uns stets - in all den Jahren - die Treue gehalten hat. Ad multos annos, lieber Ernst. (ap)
Jubiläumsausstellung Ernst Müller im Kulturhaus Karl Schönherr in Schlanders: 11. – 19. April 2026