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Schluderns/Vuseum

Kupfergewinnung im Vinschgau

von Heinrich Zoderer
Thomas Koch Waldner aus Prad ist Montanarchäologe, der sich hauptsächlich mit der Kupferzeit in den Alpen beschäftigt. Durch seine Forschungen kommt er zum Schluss, dass die Kupferproduktion im Vinschgau vermutlich über 1.000 Jahre bis in die späte Eisenzeit durchgeführt wurde.
veröfftl. am 30. September 2026

Thomas Koch Waldner, der Archäologe und Spezialist über den Kupferabbau in den Alpen, sprach im Vintschger Museum über die Bedeutung der prähistorischen Metallproduktion im Vinschgau

Thomas Koch Waldner studierte prähistorische und historische Archäologie an den Universitäten Wien und Innsbruck. In den Jahren 2019 – 2021 leitete er ein Forschungsprojekt zum Thema „Alpenkupfer im Vinschgau“, des Deutschen Bergbau-Museums Bochum (DBM) und der Universität Wien, gefördert durch die Fritz-Thyssen-Stiftung und das Amt für Archäologie Südtirol. Bei diesen Untersuchungen konnte der junge Forscher den Beweis liefern, dass es in der Gegend von Stilfs und Prad einen bronzezeitlichen Kupferbergbau gab. Am 11. September präsentierte Thomas Koch Waldner im Vintscher Museum in Schluderns seine Forschungsergebnisse und sprach über die Bedeutung der prähistorischen Metallproduktion im Vinschgau. Die Kupferzeit in Mitteleuropa ist der Zeitabschnitt von 4.000 bis 2.200 v. Chr., eine Epoche zwischen der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Ötzi stammt aus dieser Zeit und hatte ein Kupferbeil aus der Toskana bei sich. Es zählt zu den ältesten Metallobjekten des Alpenraums. Koch Waldner sprach über das Auffinden von Kupfer durch Erzsucher, die sogenannten Prospektoren, außerdem über die komplexe Kupfergewinnung und Verarbeitung in Schmelzöfen, den Kupferhandel und den Transfer der Technologie und von Waren weit über den Alpenraum hinaus. Durch den Kupferbergbau und den Handel entstanden überregionale Handelsnetze und es kam zu einer Bevölkerungszunahme. Der Reschenpass war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, als Verbindungsweg in den Süddeutschen und in den Oberitalienischen Raum. Auch der Ofenpass, der Umbrailpass, der Schlinigpass und der Weg über das Stilfserjoch waren wichtige Verbindungen nach Westen ins Engadin, ins Rheintal und ins Veltlintal und weiter in die Lombardei. Neben den bekannten Höhensiedlungen in Kaschlin und auf dem Weiberbödele bei Stilfs und am Gonglegg oberhalb von Schluderns, wurden in den Gemeinden Stilfs, Prad und Laas insgesamt sechs Schmelzplätze ausfindig gemacht: in Vellnair am Prader Berg, bei der Stilfserbrücke (Klein Boden), in Laas bei Platz am Eingang des Laaser Tales, in Gomagoi, am Faliafhof in Stilfs und auf der Stilfser Alm. Neben gesicherten Kupfervorkommen in Vellnair am Prader Berg, in Stilfs, in Eyrs unterhalb von St. Peter bei Tanas, gab es mögliche prähistorische Erzabbaugebiete auch in Sulden, Trafoi, im Sesvennagebirge, im Laaser Tal und im Martelltal. Um dies zu belegen, müsste aber noch vieles untersucht und genauer erforscht werden, so der Montanarchäologe.