Kindergarten & Grundschule Martell saniert und erweitert
Nur wenig scheint sich auf den ersten Blick verändert zu haben. Schlicht und einfach, in grau-blauer Optik, so zeigt sich das Kindergarten- und Grundschulgebäude Martell nach seiner Sanierung und Erweiterung. Innen hingegen ist das Gebäude nicht wiederzuerkennen. Bürgermeister Georg Altstätter ist zufrieden. Viele Wünsche wurden berücksichtigt. In nur einem Kindergarten- und Schuljahr wurde das Projekt realisiert. „Das Gebäude blieb in seinem Charakter bestehen, der Baukörper wurde belassen, spätere Zubauten entfernt und das Gebäude mit einem Anbau verlängert“, heißt es von Seiten der Projektanten. Eine Bietergemeinschaft hat sich zusammen gefunden. Als Generalplaner zeichnet das Ingenierbüro Von Pföstl & Helfer verantwortlich, architektonisch hingegen Architekt Wilfried Menz von der Sozietät Arch. Menz-Arch. Gritsch. Generalunternehmen war die Baumänner GmbH aus Kastelbell.
Eine neue Schule für das Martelltal. „Ein Jahr dauerte der Neubau. Nicht alles verlief reibungslos und glatt....Fehlende Pläne zum Fundament des bestehenden Gebäudes, unvorhergesehenes Hang- und Grundwasser, ungeplante aber notwendige Trockenlegung mit Drainagen, Befestigungsarbeiten zur Straßensicherung, notwendige Bauleitplanänderung zum Start der Planung, Baukostenexplosion, Gespräche mit dem Landeshauptmann, dem Umweltministerium, geologische Gutachten und Statikurteile und dann noch ein Ölfund eines scheinbar alten, lecken Tankes“, so blickte Jana Schröter in der jüngsten Ausgabe des Schianbliamltols, der Marteller Zeitung, zurück.
Die energetische Sanierung und die Erweiterung war zweifelsohne mit vielen Herausforderungen verbunden. „Die größte Herausforderung bei diesem Projekt war die Kombination aus Kernsanierung und Neubau“, sagt Valerian Linser vom Generalunternehmen Baumänner zum Vinschgerwind. „Auf der einen Seite der Baustelle wurde ein neues Gebäude hochgezogen, während zeitgleich im Bestandsgebäude alles bis auf die Grundstruktur abgebrochen wurde. Wie man sich vorstellen kann, stößt man bei der Sanierung eines alten Gebäudes immer wieder auf unerwartete Herausforderungen, die zeitnah gelöst werden mussten, damit die Bauzeit von einem Jahr eingehalten wurde und der Kindergarten- und Schulbetrieb mit dem neuen Schuljahr im September wieder aufgenommen werden konnte. Vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen den Handwerksbetrieben, der Bauleitung und dem Bauherrn war ausschlaggebend für das sehr gelungene Projekt.“
Alle halfen mit – ein Gemeinschaftsprojekt der Marteller. „Im Mai 2024“, so Jana Schröter im Schianbliamltol, „begann das gesamte Schulpersonal die ersten Materialien zusammenzupacken. Bauhofmitarbeiter der Gemeinde schleppten dann Karton um Karton an die neuen Plätze ins Bürgerhaus, auch ins Sozialzentrum und in Container bei Trattla. Der Kindergarten zog derweil ins Sozialzentrum um. Viele Vereine mussten ihre Tätigkeiten und Termine umordnen. Sie stellten ihre Räumlichkeiten im Bürgerhaus zur Verfügung. Also wurden diese zuvor ebenfalls ausgeräumt und freigemacht. Kaum begannen die Ferien, ging es an die Schulmöbel. Hier half die Firma Fleischmann mit allen Kräften die Tafeln, Schränke und das ganze Mobiliar im alten Schulhaus ab- und im Bürgerhaus wieder aufzubauen. Die alte Grundschule wurde leer geräumt, neue Klassenzimmer in den verschiedenen Etagen des Bürgerhauses geschaffen und gestaltet, damit die Kinder für den einjährigen Übergang gemütliche Alternativorte des Lernens bekamen. Dann konnte der Abriss bzw. die Renovierung und der Neuaufbau endlich starten. Die Bauleitung durch das Ingenieurbüro Pföstl & Helfer GmbH, den Architekten Wilfried Menz und die Gemeinde selbst hatten ein strenges Auge auf die Gewerke, achteten darauf, dass alles im Zeitplan lief und organisierten den Ablauf der Handwerker. So gaben sich die zumeist einheimischen Unternehmen quasi die Werkzeuge in die Hand und so schaffte man gemeinsam dann auch das fast Unschaffbare. Trotz all der Widrigkeiten, die bei einem so großen und wichtigen Bau zwangsläufig auftauchen, konnte das neue Schuljahr in der neuen Grundschule Martell starten.“
Die Architektur. Der Anbau und der Bestandsbau bilden ein harmonisches Ganzes, schlicht und einfach in ihrer Form. Das Satteldach trägt Holz. Der Eingang des Kindergartens im Erdgeschoss wurde auf die Unterseite, die vom Verkehr geschützte Seite, verlegt. Großzügig und einladend ist der neue Eingangsbereich. Heimelig wirkt es hier auf Anhieb. Sitzmöbel und Informationstafel heißen willkommen. Die Raumaufteilung hier wurde optimiert und die Qualität der Räume verbessert. Ein Besprechungs-Büroraum ist neu dazugekommen und die Garderobe großzügiger gestaltet worden. Sichtfenster zwischen den Gruppen, Spiel- und Bewegungsräumen schaffen Blickkontakte. Offen zeigt sich demnach der Kindergarten Martell. Offen, übersichtlich und hell. Denn die alten Fenster wurden ausgetauscht, die Fensteröffnungen bis zum Boden hin vergrößert und damit viel Tageslicht ins Innere geholt.
Einerseits. Andererseits haben die Kinder freie Sicht nach draußen – in die Natur. Auf aufdringliche Farben wurde bewusst verzichtet. Runde Leuchten an der Decke sorgen für eine freundliche und warme Atmosphäre und wechseln sich mit kreisrunden Akustikabsorbern ab. Die verspielte Anordnung, das Wechselspiel aus Akustik und Licht, setzt einen besonderen Akzent und zeugt von einer durchdachten Licht- und Akustikplanung. Es ist ein einladender Ort zum Spielen, Lernen, sich Entwickeln und Entfalten entstanden, ein Wohlfühlort für Kindergartenkinder und -personal.
Die Grundschule im 1. und 2. Obergeschoss hat nach der energetischen Sanierung und Erweiterung ebenso an Qualität gewonnen. Räumlich und akustisch. Das Raumangebot wurde erweitert: Garderobenbereich, Lehrerzimmer und Werkraum sind an Größe gewachsen. Gleichzeitig sind neue Räume wie ein Leseraum oder ein Server- und Kopierraum geschaffen worden. Während im ersten Obergeschoss die erste und zweite Klasse untergebracht sind, beherbergt das zweite Obergeschoss die dritte, vierte und fünfte Klasse. Der Raum vor den Klassen in beiden Geschossen wurde als Lernlandschaft ausgebildet. Auch die Sanitärräume wurden erneuert und vergrößert. Die Klassenräume tragen Holz, Eingangsbereich und Korridore hingegen robuste Feinsteinzeugfliesen. An der Decke wechseln sich quadratische Schallabsorber mit Lichtpaneelen ab und sorgen für eine angenehme und qualitativ hochwertige Lernatmosphäre.
Der Zugang zur neuen Grundschule erfolgt über das 1. Obergeschoss. Das große Vordach beim Eingang von Kindergarten und Grundschule Martell bietet hier Schutz bei schlechtem Wetter. Energetisch hat das Kindergarten- und Grundschulgebäude mit der Sanierung natürlich einen Quantensprung gemacht. Alle Fenster, das Dach und sämtliche Heizungs-, Sanitär- und Elektroleitungen wurden ausgetauscht, Radonschutzmaßnahmen gesetzt und die Brandschutzbestimmungen angepasst.
Bürgermeister Georg Altstätter ist zufrieden und spricht allen Beteiligten seinen Dank aus: „Ich bedanke mich beim Lehrpersonal und den pädagogischen Fachkräften für die wertvolle Mithilfe bei der Erarbeitung des Projektes. Auch für die Flexibilität während des Umbaus. Den Mitarbeitern der Gemeinde für die bürokratischen Abwicklung des Projektes in vielerlei Hinsicht. Ein großer Dank gilt auch Heidi Gamper, der zuständigen Referentin und Patrick Kathrein, dem Referenten in der Schlussphase und nicht zuletzt allen Technikern und Handwerkern.“
Die drei Schulen im alten Martelltal. Das neue Kindergarten- und Grundschulgebäude bietet eine einmalige Gelegenheit, um in die Vergangenheit zu blicken. Nachfolgend ein Auszug über die Chronik der Schule im Martelltal (Jana Schröter, Schianbliamltol): „Die Martellerinnen und Marteller nannten ihre Schule früher einfach „Dorfschule“. Dass überhaupt alle Marteller Kinder gemeinsam diese Dorfschule besuchten, ist erst ab 1980 der Fall. Zuvor gab es insgesamt drei kleinere Schulen in Martell: Die Waldbergschule am Niederhof, die Dorfschule und die Salter Schule in der Örtlichkeit Salt. Die Kinder von Rona, Unterhölderle und dem gesamten Waldberg gingen bis zum Jahr 1980 noch in die Waldbergschule am Niederhof. Eine Bergschule mit viel Geschichte. Zu diesen Zeiten darf man sich keine Schule vorstellen, wie heutzutage. Oft war das eine einfache Stube oder ein Zimmer irgendwo in einem Bauernhaus auf einem der Höfe....1980 musste die Schule dann aufgrund der geringen Kinderzahl komplett geschlossen werden und die Schülerinnen und Schüler besuchten fortan die Schule im Dorf.
Die Kinder aus den Örtlichkeiten Gand, Ennetal, Sonnenberg, Meiern und Thairmühl gingen von jeher zur Dorfschule. Im Waldberg wurde die Schule im Dorf von den Kindern nur Talschule genannt. Früher war das alte Schul- und Messnerhaus noch oberhalb der heutigen Straße angesiedelt, dort wo heute die Gemeindeverwaltung ihren Platz gefunden hat. Erbaut wurde es schon 1843. Erst 1959 wurde die Dorfschule an ihrem jetzigen Standort aufgebaut. Die Kinder von Salt und Ennewasser, sowie der Vorhöfe mit den Höfen Burgaun, Ebn, Egg, Dorna, Niederwies, Tuscha und Kratzeben besuchten ganz früher ebenfalls die Dorfschule in Martell, konnten dann aber ab 1934 die Salter Schule besuchen. 1970 wurde dann jedoch die Schule in Salt aufgelöst, denn ab nun wurden die Schulkinder ins Dorf gefahren. Die Kinder von den Vorhöfen wurden später dann aufgeteilt: Burgaun, Dorna und Ebn kamen wieder in die Dorfschule und von den anderen Höfen, die weiter talauswärts liegen, wurden die Kinder bereits ab Mitte der 1960er Jahre in die Schule nach Morter geschickt.
Das sanierte und erweiterte Kindergarten- und Schulgebäude in Martell Dorf blieb in seinem Charakter bestehen. „Die größte Herausforderung war die Kombination aus Kernsanierung und Neubau“, sagt Valerian Linser vom Generalunternehmen Baumänner.
Die Klassenräume tragen Holzboden. Eingang, Flur und Sanitärräume hingegen Feinsteinzeugfliesen. Eine angenehme Lernatmosphäre ist entstanden. Im heurigen Schuljahr besuchen 39 Grundschulkinder die GS Martell.
Die Räume des Kindergartens Martell haben nach der Sanierung und Erweiterung an Qualität dazugewonnen. Im heurigen Jahr besuchen 27 Kindergartenkinder den KG Martell.
- Das sanierte und erweiterte Kindergarten- und Schulgebäude in Martell Dorf blieb in seinem Charakter bestehen. „Die größte Herausforderung war die Kombination aus Kernsanierung und Neubau“, sagt Valerian Linser vom Generalunternehmen Baumänner.
- Die Klassenräume tragen Holzboden. Eingang, Flur und Sanitärräume hingegen Feinsteinzeugfliesen. Eine angenehme Lernatmosphäre ist entstanden. Im heurigen Schuljahr besuchen 39 Grundschulkinder die GS Martell.
- Die Räume des Kindergartens Martell haben nach der Sanierung und Erweiterung an Qualität dazugewonnen. Im heurigen Jahr besuchen 27 Kindergartenkinder den KG Martell.