Internationale Wald-Fachtagung
Forst-Landesrat Luis Walcher erhält von Amtsdirektor Georg Pircher eine „Erinnerung“
Mit hochkarätigen Fachleuten und entsprechenden Vorträgen haben der Landesforstdienst, das Forstinspektorat Schlanders und die Bezirksgemeinschaft Vinschgau am Donnerstag, den 21. Mai und mit Exkursionen am Freitag, den 22. Mai vor allem auch auf 30 Jahre Umstrukturierung der Schwarzföhrenwälder am Vinschger Sonnenberg aufmerksam gemacht.
Nach einer Einführung vom Amtsdirektor des Forstinspektorates Schlanders Georg Pircher und nach Grußworten von Landesrat Luis Walcher, vom Direktor der Abteilung Forstdienst Günther Unterthiner und von Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch wurde in den Vorträgen von Raimund Rechenmacher, von Hanspeter Staffler und von Georg Pircher selbst ein rückblickender Überblick über den Werdegang der Wälder mit Schwerpunkt Sonnenberg gegeben.
In seinen „Notizen zum Sonnenberg“ brachte der Bibliothekar der Mittelpunktsbibliothek Schlanders Raimund Rechenmacher historische Darstellungen und Bilder vom Vinschger Sonnenberg, wies darauf hin, dass im 18. Jahrhundert mit Schutzbauten und im 19. Jahrhundert mit Aufforstungen (Dr. Flora in Mals, Dr. Vögele oberhalb von Schlanders, dasheutige „Doktorwaldele“) begonnen worden ist.
Hanspeter Staffler, der 2009 seine Dissertation zum Vinschger Sonnenberg verfasst hat und gemeinsam mit Andreas Feichter als Initiator der Umstrukturierung gilt, holte in seinem Vortrag weit aus, beleuchtete den Waldbestand aus Sicht der Ansiedlung der Menschen im Tal mit zunehmenden Weidedruck. Die Rodung des Sonnenbergwaldes erfolgte allerdings erst mit der Bevölkerungszunahme am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit mit dem ernüchternden Ergebnis: „1785 war Tabula rasa - es gab keinen Wald mehr am Vinschger Sonnenberg“, sagte Staffler. Kein Wald bedeutete auch kein Wild. Erst mit der Entdeckung und dem Einsatz von Steinkohle wurde der Nutzungsdruck aus dem Wald genommen, sodass eine langsame Erholung zu beobachten war. Mit dem „Reichsforstgesetz“ und dem „Servitutenpatent“ um 1853 wurde der Wald erstmals als Naturraum anerkannt und der Schutz festgeschrieben.
Georg Pircher brachte einen Überblick über das vom Forstdients in den vergangenen Jahrzehnten bzw. in den Aufforstungsperioden 1884-1912, 1926-1935, 1951-1965 und 1986-2005 Geleistete. In der letzen Perioden wurden 2 Millionen Bäume gepflanzt und bis zu 189 Keute bei der Forst angestellt. Viele weiter Fachvorträge folgten und somit bekommt die Waldpflege mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit. (eb)
v.l.: Hanspeter Staffler ist gemeinsam mit dem verstorbenen Andreas Feichter Initiator für die Umgestaltung am Vinschger Sonnenberg