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Stilfs/StilZ Festival

Ein gutes Leben im Dorf

veröfftl. am 05. August 2026

Denkwerkstatt über das gute Leben in Stilfs v.l. Werner Platzer von der Raiffeisenkasse Prad/Taufers, Manfred Schweigkofler, der Festivalkurator, Lena Zimmermann, BM Samuel Marseiler, Davide Brocchi und die Koordinatorin des PNRR- Kulturprojektes Stilfs-Resilienz erzählen, Daria Habicher.

Am zweiten Festivaltag in Stilfs wurde auf der Terrasse des Hotels Sonne ab 10 Uhr eine Denkwerkstatt installiert und von Manfred Schweigkofler und Daria Habicher moderiert. Neben Musik von Wolfgang Paulmichl und der Männersinggruppe Stilfs, gab es am Ende der Kurzreferate und Round Table Gespräche eine Wort-Spinnerei als Zusammenfassung des jungen Poetry Slammers Nathan Laimer aus Meran. Unter dem Titel „Aperitivo mit Zukunft: Was braucht ein gutes Leben im Dorf?“, standen zwei Kurzreferate im Zentrum. Der Soziologen Davide Brocchi gab philosophische Anregungen über das gute Leben und die Geografin Lena Zimmermann berichtete über die Ergebnisse ihrer Gespräche mit Bürgern aus Stilfs. Nach Davide Brocchi steht das Dorf für ein menschliches Maß: es ist überschaubar, man kennt und grüßt sich, lokale Bräuche und Traditionen sind wichtige Bindemittel. Dörfer sind Labore für Demokratie, die Mitgestaltung und für Visionen, die von unten kommen. Solidarität und Nachbarschaftshilfe stärken die Gemeinschaft. Die guten Beziehungen unter den Menschen, die sozialen Strukturen sind wichtiger als viel Geld. Wer in der Nähe von Bäumen lebt, der lebt gesünder und zufriedener, so Brocchi. Und was oft vergessen wird: hier gibt es frisches, sauberes Wasser, kostenlos. Wichtig ist, dass die Dorfgemeinschaft weltoffen bleibt und zusammen überlegt: was soll bewahrt werden, was muss sich ändern? Er warnte vor einer Solidarität des Misstrauens und rief dazu auf, offen über Gefühle zu reden, das Unsagbare auszusprechen und auch Widerstand zu leisten. Um ein gutes Leben zu gestalten, muss man eine Kultur des Vertrauens und der Solidarität aufbauen. Lena Zimmermann meinte, dass die Zugehörigkeit, die Ruhe im Dorf, die Steilheit, die Gassen, die Feste und die Bräuche den Ort prägen. Es sind nicht einfach Landschaften, sondern emotionale Räume mit vielen Geschichten und Erlebnissen, die Rituale, die Gemeinschaft schaffen und die Dorfgemeinschaft stärken. Zufriedenheit, Offenheit und Eigenverantwortung machen das gute Leben aus, so das Ergebnis der Round Table Gespräche. (hzg)