Globale Verantwortung beginnt im Vinschgau
Am Welternährungstag berichteten Menschen aus dem Vinschgau über ihre Projekte im Vinschgau und in der Welt. V. l.: Richard Theiner, Michael Hofer, Petra Theiner, Magda Tumler, Helmut Spiess, Sonja Platzer und Elisabeth Tappeiner
Richard Theiner, der Obmann der Sozialgenossenschaft Weltladen Latsch meinte, dass das Ziel der Vereinten Nationen, bis 2030 den Hunger in der Welt zu beseitigen, nicht gelingen wird. Dabei ist Ernährung eine Voraussetzung für Frieden. Auf Anregung des Weltladens wurde dieser Informationsabend organisiert, so Magda Tumler von der Basis Vinschgau, mit der klaren Botschaft, dass wir in unserem Tal erste Schritte setzen und regionale Kreisläufe stärken müssen. Es gibt im Tal viele positive Initiativen, einige sollen ihre Erfahrungen präsentieren, so Theiner. Michael Hofer, der Geschäftsführer der Bürgergenossenschaft Obervinschgau (BGO) berichtete über die 10-jährige Tätigkeit der BGO, die 450 Mitglieder und 20 Angestellte hat und die Produkte von rund 50 Produzenten vermarktet. Neben der Bio-Dorfsennerei in Prad, betreibt die BGO das Kulturcafé Salina in Glurns und ist in den Bereichen Tourismus, Kultur und Handel tätig. Monika Stocker Schwembacher ist leidenschaftliche Bäuerin auf dem Niederwieshof bei den Vorhöfen in Morter. Sie ist ausgebildete Brotzeit-Bäuerin, Milch- und Beerenbotschafterin, hält Koch- und Brotbackkurse, betreibt ein Catering, führt Projekte in Schulen durch und ist nachhaltige Produzentin von Produkten aus dem Stilfserjoch Nationalpark. Seit rund 15 Jahren gibt es die Lebensmitteltafel in Schlanders, getragen von der Vinzenzgemeinschaft. Außerdem gibt es die Tafel nun auch in Latsch und Mals, sowie in Prad und Naturns. Sonja Platzer von der Tafel Latsch berichtete, dass in Südtirol 28 kg Lebensmittel pro Kopf im Jahr weggeschmissen wird, während viele Familien nicht wissen, wie sie über die Runden kommen. Die Bezirksbäuerin Elisabeth Tappeiner erzählte über den Safrananbau auf ihrem Hof, das gescheiterte Gemüseprojekt und ihre Überzeugung nach mehr Vielfalt und Ernährungssicherheit in der Landwirtschaft. Petra Theiner aus Prad und Helmut Spiess aus Taufers berichteten über ihr Engagement in Indien und Nepal. Petra Theiner setzt sich mit ihrem Verein „Hoffnung auf einen besseren Morgen“ für die Ärmsten in Kalkutta ein. Helmut Spiess, freiwilliger Helfer beim Verein Südtiroler Ärzte für die Welt, berichtete, dass es ihm, zusammen mit seiner Frau Helga, gelungen ist, einen Kindergarten in Nepal zu bauen. Beide betonten, dass es wichtig ist, die Menschen vor Ort einzubinden, zu unterstützen und zu begleiten.