Fenster in die Geschichte
Sabina Mair stellte ihr Buch im Malser Kulturhaus am 27. Februar 2026 vor
Lehrreich und lebendig sei der Abend gewesen, lobte die Malser Kulturreferentin Marion Januth und fasste damit das Empfinden des Publikums zusammen.
Die Kunsthistorikerin und ausgewiesene Mals-Kennerin Helene Dietl Laganda hat gemeinsam mit Hanspeter Plagg und Barbara Noggler vom Volxteattr Mals die szenischen Leitplanken gesetzt, innerhalb die Sabina Mair ihr Buch „Claudia dé Medici - Heldin ihrer Zeit“ vorgestellt hat. Plagg und Noggler mimten die Protagonisten, den Habsburger Leopold V. und die Claudia de Medici und das Publikum wurde rasch in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts mitgenommen: 30-jähriger Krieg, Pest, Hungersnot, 3000 Goggelen zur Hochzeit von Leopold und Claudia. Man erfragte, dass der Leopold seine Laufbahn als Bischof von Passau zu unterbrechen hatte und als Landesfürst für Tirol vorgesehen war. Dass er zu heiraten hatte und dass man in der Witfrau Claudia eine geeignete Braut gefunden hatte. Diese hatte, so Sabina Mair, die Tiroler ins Herz geschlossen, brachte Innovationen von der Toscana mit, etwa die Fischzucht, eine Feuerwehrspritze auch, auch die italienische Oper. Beste Weine,
Wildbret vom Hirschen und eben diese 3000 Goggelen hat es zur Hochzeit im April 1626 in Innsbruck gegeben.
Die Claudia habe sich in Mals wohlgefühlt, die Sgraffitti erinnerten sie an die heimatliche Toskana, von der die Mauertechnik stamme, begleitet Helene Dietl Laganda die Begeisterung für Claudia de Medici von Sabina Mair. Als fleißig aber störrisch habe die Claudia die Tiroler beschrieben. Mitten im Krieg habe man, so Dietl Laganda, in Mals Söldner zu beherbergen gehabt, die übers Wormserjoch gekommen seien und die Pest mitgebracht haben. Reste dieser Geschichte haben sich im Schützenspiel erhalten, in jenem Teil, welches ausschließlich in Mals von den Grundschülern jährlich aufgeführt werde und dort im Gespräch zwischen dem Bauern und dem Leutnant. Die Pest habe man in Mals als „moalander“ (Mailänder) Krankheit bezeichnet.
Claudia habe, so Mair, die das Buch unter dem Pseudonym „Luise von Mini Hansen“ verfasst hat (Luise nach ihrer Großmutter und „Mini Hans“ nach ihrem Großvater), in Bozen das Merkantilmagistrat neu aufgesetzt, welches Streitigkeiten zwischen den Kaufleuten aus dem welschen und dem deutschen Teil zu schlichten hatte. Ein starke Frfau sei sie gewesen, die Claudia.
Die Malser haben den Georgi- und den Gollimarkt der Claudia zu verdanken und auch im Malser Gemeindewappen bleiben Habsburg und Medici verewigt: Habsburg im oberen rot-weiß-roten Teil und von Claudia zeugen die drei Rubine im unteren Teil. Mit Dank haben die Malser ihre Oberschule nach Claudia De Medici benannt.
Alessio Nalesini erläuterte noch seine Zeichnungen im Buch. Es war tatsächlich ein lebendiger und lehrreicher Abend, an dem Kulturvermittlung in den Vordergrund gestanden und gewirkt hat.
Hanspeter Plagg und Barbara Noggler (spielten Leopold und Claudia)