Zum Hauptinhalt springen

Tagesbild

Hans Wielander – Tagesbilder: „Mussolini Paam“

Disagio, Anklage als Stundenbild. Zu den Schäden, die der Faschismus gutmachen wollte, gehört das Programm der Aufforstung mit Pappel-Pyramiden, die in unserer Umgangssprache „Alber“ heißen.
Diese „italienischen“ Pappeln wachsen heute zahlreich in den Hainen der Poebene, also in Norditalien. Als schnellwachsende Laubbäume sind sie bei uns als „Mussolini Paam“ bekannt.
Gepflanzt wurden sie an wichtigen Stellen der Siedlungen, in Schlanders auch in der Nähe einer wichtigen Straßenkreuzung. Neben dem von Peppi Wielander geschnitzten Kreuz befindet sich auch der Rest einer alten Mauer. Sie umfasste einst einen „Stainer Anger“. Die Form des Mauerabschlusses teilte dabei mit, ob der Besitzer, der Nachbar oder beide die Spesen für die Errichtung und den Erhalt selbiger bezahlen musste.
Die Besiedlung des Mittelmeerraumes war nur möglich durch die Vernichtung des Waldes. Römer und Griechen waren daran beteiligt. Die einst üppigen Wälder Italiens, der Halbinsel und der alten Götter-Paradiese wurden „verbaut“. Mussolini wollte den Prozess umdrehen und das Land wieder „waldreich“ machen.
Das Bild von Matthias Oberhofer ist eine deutliche Erinnerung und Mahnung. Die beiden „Alber“ der Tuschezeichnung (31x41 cm, Matthias Oberhofer 2011) schreien gegen den Himmel, machen aber auch den Blick frei.
Durch ein kleines Fenster erkennen wir die Umrisse des Nörderberges.

Ausgabe 25/2025