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Naturns

Filmvorstellung „Lichter im Chaos“

Laut offiziellen Zahlen leiden 3,5 % der südtiroler Bevölkerung an Depressionen. Dies entspricht rund 20.000 betroffenen Personen, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher ist, vor allem deshalb, weil die Krankheit immer noch ein Tabuthema ist und oftmals verschwiegen wird. Der Regisseur Fabian Zöggeler, selbst Betroffener, möchte dies mit seinem 2024 produzierten Film „Lichter im Chaos“ ändern und die Menschen dazu bringen, sich mit einer der häufigsten psychischen Erkrankungen auseinanderzusetzen. Seine Dokumentation, welche Ende November in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Naturns, dem Forum Prävention und der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt im Theatersaal von Naturns gezeigt wurde, möchte das Verständnis für die Krankheit in der Gesellschaft fördern und vor allem junge Betroffene und ihr Umfeld stärken.
„Jeden Tag mehr Regenwolken im Kopf und man weiß nicht, wie man sie weck bekommt“, beschreibt eine junge betroffene Frau im Film eindrucksvoll ihr Empfinden. Wie sie erzählen auch der Regisseur selbst und weitere junge Betroffene mutig, ehrlich und offen, wie sie die Depression erleben, um die Krankheit und deren Auswirkungen für Außenstehende verständlicher und greifbarer zu machen.
Aber der Film beleuchtet auch, wie bereits der Untertitel „Junge Menschen, Depression und Wege zur Hoffnung“ aufzeigt, die kleinen Lichtblicke, die den Erkrankten Hoffnung spenden und helfen können, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Mit berührenden Worten beschreibt eine junge Mutter dabei, wie sie erst allmählich schaffte, Liebe zu ihrer Tochter zu spüren, und wie diese Liebe für sie die treibende Kraft aus der Krankheit wurde.
Ergänzt werden die Erzählungen der Betroffenen durch sachliche Informationen von Experten zum Krankheitsbild sowie zu möglichen Therapien und der Aufforderung, Hilfe anzunehmen, jene von Familie und Freunden wie auch von Fachpersonal.
Im Anschluss an die berührende Dokumentation erfolgte eine Podiumsdiskussion, zudem wurde dem Publikum die Möglichkeit geboten, den anwesenden Psychologinnen und Emanuel Gemassmer, welcher selbst in der Dokumentation von seinen Erfahrungen mit der Krankheit erzählt, Fragen zu stellen.
Anna Pfitscher

Ausgabe 25/2025