Schlanders
Für Celine
Drei Bäume am Sparkassenplatz in Schlanders trugen vom 25. November 2025, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis am 10. Dezember 2025 rote Bandagen. Jener in der Mitte war Celine Frei Matzohl gewidmet, die 2023 von ihrem Ex-Partner getötet wurde. „Rot symbolisiert Schmerz, aber auch Mut“, sagte Referentin Kunhilde von Marsoner bei der Eröffnung der Kunstinstallation, wo Angehörige von Celine, Freunde und die Bevölkerung von Schlanders, betroffen zusammengestanden sind. Zu Herzen gingen jene Worte, die von verschiedenen Anwesenden vorgelesen und gesprochen wurden. Die Bauminstallation von Annamarie Huber war Mahnung und Erinnerung zugleich, ein Zeichen der Solidarität. Die Stoffstreifen symbolisierten die psychischen und körperlichen Verletzungen, denen Frauen ausgesetzt sind. Bewusst stand die Installation mitten im Dorf, mitten im Alltag, um alle, die daran vorbeigehen, auf das Thema aufmerksam zu machen und „das sichtbar zu machen, was oft unsichtbar bleibt: Gewalt an Frauen.“ Hinschauen sollten die Menschen und hinschauen soll die Gesellschaft als Ganzes. 842 Frauen suchten 2024 Unterstützung, 192 Frauen und 211 Kinder waren in Wohneinrichtungen untergebracht.
Celine soll unvergessen bleiben. Als ehrendes Andenken wurde deshalb am vergangenen 29. November 2025 unter einem rot einbandagierten Baum vor der WFO, dort, wo Celine zur Schule gegangen ist und dort, wo täglich junge Menschen zur Schule oder nach Hause gehen, eine Gedenksäule aufgestellt. Es ist schwer in Worte zu fassen, was unfassbar ist: Ein Gedicht, das ihre Freundin Hanna für sie geschrieben hat, haben Fachlehrer Michael Tröger und Schüler des Berufsbildungszentrums auf die Metallsäule gestanzt. „Es soll ein Ort sein, an dem ihre Erinnerung spürbar wird, ein Ort zum Mahnen, ein Ort, der tief berührt und der Celine ein Stück weit wieder in unsere Mitte holt“, sagte von Marsoner, Referentin und Präsidentin des Chancenbeirates in Schlanders. Und: „Dieser Ort spricht auch zu den Schülerinnen, die vorbeigehen.
Initiiert wurden die Aktionen von der Katholischen Frauenbewegung der Diozöse in Zusammenarbeit mit dem Beirat für Chancengleichheit, dem Pfarrgemeinderat und den Pfarreien des Dekanates von Schlanders.