Vinschgerwind
2025 Jahres- rückblick
The Kings
Im Mai mit Stimmenzuwächsen stark gewählt werfen der Grauner BM Franz Prieth, der Latscher BM Mauro Dalla Barba, der Prader BM Rafael Alber und der Marteller BM Georg Altstätter ihr aus den Wahlen neu gewonnenes Selbstbewusstsein in die Waagschale. Die Roselinde Gunsch kommt als Bezirkspräsidentin um das Polit-Testosteron nicht herum und die Genannten sind im Bezirksausschuss vertreten. Der Prieth Franz geht gar so weit, dass er die Agenden des Tourismus (und Energie und Mobilität) im ganzen Tal übernimmt. Die Gegenwehr ist zwar da, aber verzagt und zahnlos. Der Untervinschgau wird sich, dem Frieden zuliebe, mit Krötenschlucken zufrieden geben müssen.
Solo
Mals schert aus dem politischen Konvoi im Tal aus und stellt sich ins Abseits. Der dortige BM Josef Thurner, zwar mit vielen Vorzugsstimmen im Mai gut gewählt, gibt den politischen Löffel im Bezirk ab, steht für den Bezirksausschuss nicht mehr zur Verfügung und bricht so mit einer Jahrzehnte andauernden Tradition, dass nämlich Mals ganz vorn oder fast ganz vorn im politischen Bezirk mitgemischt und sogar den Ton angegeben oder die Marschrichtung vorgegeben hat.
First Ladys
Bei den Gemeindewahlen im Mai haben sich zwei SVP-Ladys im Vorfeld die Polposition so zimmern lassen, dass sie ohne parteiinterne Konkurrenz zu den Wahlen angetreten sind. Mit Roselinde Gunsch in Taufers und mit Verena Tröger in Laas wurde zwei BMinnen auf dieser Schiene konkurrenzlos bestätigt. Allein die weißen Stimmen in Laas gaben Anlass zum Nachdenken. Aber nur für ganz kurze Zeit. Gunsch wurde im November dann als Bezirkspräsidentin bestätigt und Tröger musste im Bezirksausschuss zähneknirschend der Schlanderser First Lady den Vortritt lassen.
Peripher
Groß und glänzend gewählt übernimmt Peter Grüner als BM die Gemeinde Schnals und meldet sich bestimmt, tiefstimmig und wohltuend im Bezirksrat für eine bessere Busanbindung in der Peripherie. Der Silfser BM Franz Heinisch verstirbt unerwartet im Sommer und so muss ein neuer Gemeinderat und BM gewählt werden. Die Stilfser wählen im November den einzigen BM-Kandidaten Samuel Marseiler. Hinter den Glurnser Stadtmauern bleibt alles beim Alten, sprich beim Erich Wallnöfer.
Gestaunt
Neben dem Dauergast im Vinschgau Mobilitäts-LR Daniel Alfreider besuchen im Laufe des Jahres auch der Gesundheitslandesrat Hubert Messner, die Soziallandesrätin Rosmarie Pamer und der Landwirtschafts- und Tourismuslandesrat Luis Walcher öfters und aus verschiedenen Anlässen den Vinschgau. Tadelnd - im Februar auch gegenüber dem Vinschgerwind - der eine, lobend die andere und staunend Letzterer.
Blamabel
Mit einem Wohlfühlprogramm - Gut leben, wo wir daheim sind - zog die SVP Schlanders dieses Jahr in den Gemeinderats-Wahlkampf. Geworden ist daraus eine Rosskur. Erst erlebten die Wähler in Schlanders ihr blaues Wunder, dann Neo-BMin Christine Kaaserer. Ohne meistgewählten Günther Bernhart, dafür mit den mindergewählten Werner Wallnöfer und Manfred Horrer wollte Kaaserer regieren. Als Glaubensbekenntnis reichten ihr einige Berater im Hintergrund. Nach heftigem Widerstand klappt’s erst im zweiten Anlauf mit einer Schlanderser Regierung. Seither kommt man über das politische Tagesgeschäft nicht hinaus.
Nirgendwo
Albrecht Plangger, der SVP-Bezirksobmann, stimmt Ende des Jahres das Lied „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“ an und bezieht sich darauf, dass in Sachen Zugverbindungen in die Schweiz oder nach Nordtirol oder nach Bormio oder nach „nirgendwo“ aber schon gar nichts weitergeht. In Bozen wird das Thema offenbar einfach ausgesessen. Genau das sagen mit der Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch auch die BMin von Müstair Gabriella Binkert Bechetti und der Bezirkshauptmann von Landeck Siegmund Geiger. Denn auch auf Nordtiroler Seite und auch auf Schweizer Seite geht nichts weiter. Das mit EU-Geldern gepeppte „Magische Dreieck“ ist für Zugverbindungen eben „Magisches Nirgendwo“. Derweil steht auch der geliebte Vinschgerzug still. Seit Ende Februar fahren zwischen Laas und Mals Ersatzbusse und seit Oktober ist die gesamte Bahnstrecke für den Zugverkehr gesperrt. Die Oberleitungen und ein neues Signalsystem werden eingerichtet und die STA Techniker sagen, dass der Zug elektrisch ab März 2026 fahren wird.
Gestolpert
Zuunterst im Tal wird dem Partschinser BM Luis Forcher parteiintern verwehrt, einen Bürgerlistler in den Ausschuss zu nehmen. Trotzdem: Forcher und sein Vize Walter Laimer können mit LR Daniel Alfreider gleich zwei Straßenabschnitte gleichzeitig eröffnen: den Kreisverkehr auf der Töll und den Feldweg in Rabland. Eröffnen möchte auch der Naturnser BM Zeno Christanell, aber später. Und zwar einen neu gestalteten Rathausparkplatz. Die Weichen werden nach gut geschlagener Wahl im Mai (ein Viertel der BM-Stimmen bekommt STF-Mann Elmar Karl Müller) heuer im Dezember dafür gestellt. Da hat es der Kastelbeller BM Gustav Tappeiner nicht ganz so leicht gehabt. Ein Drittel der Wähler:innen versagen dort der SVP die Stimmen. Diese hat die Süd-Tiroler Freiheit eingeheimst. Über derartige Stolpereien bei den Wahlen im Mai kann der Schluderneser BM Heiko Hauser nur lachen. Er trat als BM alleine an und auch die SVP war auf Gemeindeebene konkurrenzlos.
Gegangen
Mit Erich Pfeifer und mit Fritz Raffeiner verlassen heuer zwei Ausgefuchste den Vorstand und die Direktorenbank der Ortler Skiarena. Pfeifer tritt im August nicht mehr für das Amt des Präsidenten zur Wahl an und Raffeiner verlässt die OSA als langjähriger Direktor. Nach knapp 30 Jahren geht damit eine Ära zu Ende, innerhalb der die Ortler Skiarena als Skiverbund mit dem Verkauf der skigebietsübergreifenden Saisonkarten die Erfolgsleiter nach oben geklettert ist. Immerhin: Mit Christian Maas von der Schöneben AG, mit Heinrich Tumler von den Seilbahnen Sulden und mit Egon Seebacher von den Schnalstaler Gletscherbahnen bleibt bei 5 Mitgliedern eine Mehrheit im Verwaltungsrat im Vinschgau.
Ausgelassen
Die Malser Ingenieure, Ronald Patschieder, Walter Gostner und Karl Christandl, sind auf ihren technischen Spezialgebieten nicht nur äußerst erfolgreich und in vielen Sparten engagiert, der eine musizierend, der andere am Watles, der dritte in München, sie wissen auch ordentlich und ausgelassen zu feiern: Im Mai wird das Jubiläum 30 Jahre Patscheider&Partner mit einer Big-Fete mit vielen Feunden und Bekannten begangen. Das Ingenierrbüro Patscheider & Partner strahlt mit Standorten in Bozen, in Schwaz, im Aargau und in Metingen weit über Mals hinaus.
Festlich
Im Februar begeht die Zweigstelle der Katholischen Frauenbewegung Rabland ihr 50-Jähriges. Die Vorsitzende Annemarie Erlacher organisiert mit ihrer Frauen-Truppe ein buntes und ansehnliches Fest im Geroldsaal.
Jugendlich
Beruhigend zu wissen ist, dass die Jungen Lust haben, etwas zu tun. So hat der Historiker David Fliri Ende Juni im Marienberger Eigenverlag das Buch „Der Vinschgau vor der Linse“ herausgebracht. Der junge Rescher Jurist Sebastian Prieth hat im Februar sogar einen ganzen Bezirk übernommen. Prieth hat den VSM-Bezirk von Manfred Horrer übernommen. Zudem spielt Prieth auch in der Schöneben AG als Direktor eine bedeutende Rolle. Mit Thomas Strobl übernimmt im Oktober ein junger Hotelier die Präsidentschaft der zur Genossenschaft umgewandelten Ferienregion Reschenpass.
Besucht
Reinhold Messner bleibt auch nach seinem 80sten immer aktiv. Im Juni kommen viele Leute nach Sulden, um mit Messner die Yaks auf Madritsch zu besuchen und Ende Juli war Messner Stargast im Forum „Chasté de Cultura“ im benachbarten Val Müstair, in Fuldera
Übernommen
Der Göflaner Marmor-Macher Burkhard Pohl wird im August 90. Tausendsassa Pohl hat nach seinem Wirken mit Wein und Spargel auf Äcker und Feldern, nach den Seilbahnen in Schnals und nach seinem Scheitern in Langtaufers und in Schlandraun die Tiroler Marmorwerke in Göflan übernommen und in Göflaner Marmorwerke umgetauft.
Gefordert
Maya Repele, die Geschäftsführerin der Tessanda holt im April mit dem Architeken Peter Zumthor eine internationeln Star seines Faches ins Val Müstair. Zumthor plant die neue Tessanda in Valchava. Mit Zumthor und Tessanda verbinden sich zwei Einzigartigkeiten.
Verfasst
Der rührige Schlanderser Bibliothekar und vielseitige Kulturmensch Raimund Rechenmacher hat seine damalige Diplomarbeit über das Matschertal umgestrickt und dem Bergsteigerdorf Matsch eine handliche „Alpingeschichte Matsch“ in Buchform beschert. Im November konnte das Werk vorgestellt werden. Die Matscher haben a Freud’, das Bergsteigerdorf blüht auf.
Gefeiert
200 Jahre Stilfserjochstraße werden heuer das ganz Jahr über von Prad bis zum Joch gefeiert, mit dem Höhepunkt anfangs Juli direkt auf dem Joch unter anderem mit LH Arno Kompatscher und dem Stilfser BM Franz Heinisch. Heinisch verstirbt plötzlich und unerwartet am 9. Juli. Und ganz oben auf über 3000 Metern wird mit vielen Freunden und Prominenz Ende August 150 Jahre Payerhütte gefeiert. Die Familie Wöll um Bernhard Wöll (Hüttenwirt in 4. Generation) hat geladen und ein sportlicher Bischof Ivo steigt zur Hütte hinauf und ist dann, wie alle anderen, dem Himmel näher. Unsere Fotostrecke auf unserer Facebookseite über die Feierlichkeiten bei der Payerhütte erreicht heuer eine rekordverdächtige Klickrate von knapp 100.000.
Herausgegeben
Die Arbeit von Autor Wolfgang Platter und von unserer Grafikerin Elena Kaserer kann sich sehen lassen und sie wird sehr gelobt: 200 ausgewählte und aktualisierte Beiträge, die Platter seit mehr als 20 Jahren regelmäßig im Vinschgerwind publiziert, werden im Buch „Ba sui“ neu aufbereitet. Herausgeber ist der Vinschgerwind und anlassgebend ist das 20-jährige Bestehen des Vinschgerwind.
Geknackt
Einen gordischen Knoten in der Ausbildung im Pflegebereich durchschlagen heuer im Langes mit Durchsetzungskraft Sibille Tschenett und Jürgen Pircher. Der Direktorin der Wohn- und Pflegeheime von Laas und Schluderns und dem Direktor des Seniorenwohnheimes Partschins gelingt es, die berufsbegleitende Ausbildung für Pflegehelfer:innen in den Vinschgau zu holen. Das lange Gequatsche und Hin- und Herdiskutieren hat damit ein Ende. Unterstützung finden sie bei den anderen Seniorenwohnheimen im Vinschgau. Der Kurs startet im Herbst 2025 mit rund 20 Teilnehmer:innen und damit mit großem Erfolg. Die Kursdauer geht über ein Jahr.
25-jährig
Zwei 25-Jahr-Jubiläen finden im Obervinschgau statt, die nicht voneinander getrennt gedacht werden können und die die Energieversorgung betreffen. Mit dem verstorbenen Sigfrid Stocker aus Schluderns gehen beide Schöpfungen auf einen gemeinsamen Nenner zurück: In Glurns werden im Mai 25 Jahre VEK Vinschgauer Energiekonsortium gefeiert und im August in Schluderns 25 Jahre Energiegenossenschaft Schluderns-Glurns-Taufers SEG. Beim VEK ist der damals von Stocker vorgeschlagene Alexander Telser seit Beginn als geschäftsführender Direktor tätig und derzeit ist der ehemalige BM von Laas Andreas Tappeiner Obmann der Genossenchaft. In Schluderns leitet Elmar Koch (der bereits dem Gründungsvorstand vor 25 Jahren angehört hat) als SEG-Obmann gemeinsam mit seinen Verwaltungsräten die Geschicke der Drei-Gemeinden-Genossenschaft.