Mals - Die Erstellung der bindenden Klimapläne bringt für die Gemeinden Erstaunliches und auch Ärgerliches zu Tage. Die Gemeinderäte von Mals haben am 20. März den Klimaplan der Gemeinde anstandslos beschlossen. Die Gemeinden sollen, so sieht es die Klimaland-Strategie 2040 vor, bis 2030 ihren Kohlendioxid-Ausstoß halbieren und zwar ausgehend vom Jahr 2022. Sonja Abrate vom Ökoinstitut, die in vielen Gemeinden die Erstellung von Klimaplänen begleitet, so auch für die Gemeinde Mals, hat bei Vorstellung des Kilowattstunden-Zahlensalates darauf hingewiesen, dass die Gemeinde Mals mit einer CO2 Produktion pro Einwohner und Jahr von 2,5 Tonnen weit unter dem Durchschnitt des Landes Südtirol liege. Der Durchschnitt im Lande betrage nämlich 4,7 Tonnen pro Kopf un Jahr. Die Gemeinde Mals ist also so etwas wie ein Klimavorreiter. Denn die Produktion von Ökostrom in den Wasserkraftwerken, an denen die Gemeinde Mals beteiligt ist, ist weit höher als der Bedarf innerhalb der Gemeinde. Zudem liefern die Fernheizwerke in Mals und in Burgeis ebenfalls regenerative Heizenergie. Trotzdem soll der CO2-Ausstoß bis 2030 auf rund 1,1 Tonnen pro Kopf und Jahr gesenkt werden. BM Josef Thurner hat angesichts dieser Zahlen und Ziele trocken festgestellt: „Wer bis zum Jahr 2022 wenig getan hat, wird bevorzugt. Wir haben bereits viel getan. Wir produzieren doppelt so viel Strom wie wir verbrauchen, und zwar Ökostrom. Aber unseren Zahlen im Klimaplan liegen die Daten von Alperia vor und da wird der italienische Strommix hergenommen.“ Wir haben nachgeschaut: Für das Jahr 2022 ergibt sich beim italiensichen Strommix, dass 8% Kohlestrom und 48% Gasstrom ins Netz eingespeist worden ist.
„Natürlich müsse man bei den restlichen Ölheizungen, in den gemeindeeigenen Gebäuden etwa, etwas tun“, sagte Thurner den Gemeinderäten, aber, „die Privaten müssen, wenn schon, mitziehen.“ Im privaten Bereich ist es neben den Ölheizungen vor allem der mit Benzin oder Diesel betriebene Verkehr, der für den CO2 Ausstoß in der Gemeinde verantwortlich ist. (eb)