Naturns - Zu einem kleinen Scharmützel ist es im Gemeinderat von Naturns am 5. Mai gekommen. Bei der Verwendung des Verwaltungsüberschusses wurden 1,7 Millionen Euro in den Haushalt eingebaut. Und bei der Haushaltsänderung gab es einen kleinen Passus, der zu kontroverser Diskussion führte. Mit 95.000 Euro soll die Beregnungsanlage Fuchsberg von Seiten der Gemeinde gefördert werden. Michael Lochmann von der Südtiroler Freiheit sagte: „Ich finde es nicht richtig, dass die Gemeinde mit dem Verwaltungsüberschuss einspringt, weil das Land nur noch 60 %, anstatt wie bisher 75 %, Förderungen gibt. Da wird ein Präzedenzfall geschaffen, weil die Gemeinde nun mit 30 % Förderung einspringt.“ Norbert Kaserer teilte dies Ansicht. Wenn man da dagegen sei, werde man als Totengräber der Berglandwirtschaft bezeichnet, das sei Nötigung. Voll dafür sprachen sich Jonas Christanell und Michael Ganthaler aus. In der Vergangenheit wurde das Berggebiet immer unterstützt, meldete sich Helmut Müller zu Wort. Wenn jeder Euro für diese Unterstützung in Frage gestellt wird, dann tut das den Leuten am Berg nicht gut. Das Wasser sei das Wichtigste am Berg, noch vor der Straße.
Die Haushaltsänderung, in der wegweisende Investitionen auch in Richtung erneuerbare Energien vorgesehen sind, wurde dann mehrheitlich genehmigt. Norbert Kaserer stimmte, trotz seiner Bedenken, letztlich auch dafür. (eb)
Der Ackerwaal oder einfach nur Waalweg führt vom Bergsteigerdorf Matsch zu den Glieshöfen. Man wandert auf der Sonnenseite durch das Tal. Auch für Familien mit Kindern ist diese Waalweg-Wanderung ein Genuss.
TOURENINFO: Das Auto kann auf dem großen Parkplatz kurz vor dem Dorf Matsch (1.564 m) oder auf den begrenzten Parkplätzen im Dorf selbst geparkt werden. Auf dem Dorfplatz startet die Waalwanderung, die Beschilderungen bei der alten Volksschule weisen den Weg. Wanderer folgen der Markierung Nr. 11 Ackerwaal - Glieshöfe und steigen auf geteerter Straße, wenig später auf einem Traktorweg hoch, bevor nach wenigen Metern der Ackerwaal rechts abzweigt. Die Markierung 11 wird im weiteren Verlauf von rot/weißen Markierungen, die den Waalweg säumen, abgelöst. Der Waalweg schickt die Wanderer durch saftige Blumenwiesen, über kleine Holzstege - gemütlich und immer dem Wasser entlang - idyllisch in Richtung Glieshöfe. Bei der Thialbrücke endet der Ackerwaal. Für das letzte kurze Stück können Wanderer wählen: Entweder man wandert auf der geteerten Straße bis zu den Glieshöfen oder aber nimmt vor der Brücke den Weg Nr. 20, der in rund 20 Minuten zu den Glieshöfen führt. Nach rund 2 – 2,5 Stunden ist das Ziel, die lohnende Einkehre Glieshöfe für eine Stärkung erreicht.
Rückkehr nach Matsch auf demselben Weg oder mit dem Wandertaxi (s. Uhrzeiten rechts).
ACHTUNG: Wandertaxi Fahrplan vom 15.06.2022 – 15.10.2022 (ap)
Dauer: 2 – 2,5 h, (insg. 4 – 4,5 h)
Strecke: 7,3 km
Max. Höhe: 1.824 m
Min. Höhe: 1.564 m
Höhendifferenz: 250 m
TIPP: Wandern ohne Auto - Wandertaxi; Bus aus Mals an 08:29, 10:29, 11:29, 14:29, 15:29, 16:29, 17:29 Uhr
ab Matsch Dorf Richtung Glieshöfe um 06:47, 08:37, 10:37, 11:37, 14:37, 15:37, 16:37, 17:37 Uhr (von Golgabichl startet der Bus 2 Minuten früher).
Ab Glieshöfe Richtung Matsch um 07:08, 09:08, 11:08, 12:08, 15:08, 16:08, 17:08, 18:08 Uhr
Bus nach Mals ab 07:33, 09:34, 11:34, 12:34, 15:34, 16:34, 17:34, 18:34 Uhr
Kommentar von Chefredakteur Erwin Bernhart - Am 29. Mai ruft ein bestätigendes Referendum zu den Urnen. Die SVP hat mit Lega und Forza Italia das Gesetz zur Direkten Demokratie abgeändert und vor allem das bestätigende Referendum gestrichen. Das war auf Befehl von LH Arno Kompatscher und der Abänderungs-Exekutor war ausgerechnet Sepp Noggler. Bei diesem bestätigenden Referendum können 300 Leute ein im Landtag mehrheitlich beschlossenes Landesgesetz so lange aussetzen, bis das Wohlvolk in einem Referendum das Gesetz entweder bestätigt oder abschafft.
Die gesamte Opposition ist auf den Barrikaden, als ob das gesamte Direkte-Demokratie-Gesetz demoliert worden wäre. Die Süd-Tiroler Freiheit sagt „Nein zum SVP-Maulkorb“. Die Grünen ebenso das Team K wollen das „bestätigende Referendum retten“. Die italienischen Parteien, die nicht auf der Regierungsbank sitzen, sind auch für ein „Nein“. Die Opposition empfiehlt geschlossen, am 29. Mai mit „Nein“ zu stimmnen. Die SVP-Lega-Forza Italia-Regierungsmehrheit empfiehlt, wenn auch halbherzig, ein „Ja“. Entschieden wird das Referendum mit einfacher Mehrheit, es gibt kein Quorum. Es wird spannend, wenn auch mäßig. Denn das Referendum wird wohl zum Schaulauf jenes Teiles der Südtiroler Wählerschaft, der an direktdemokratischen Mitteln interessiert und gewillt ist, diese Mittel auch anzuwenden. Und zwar als Ergänzung zur repräsentativen Demokratie, sprich als Ergänzung zu den Beschlüssen der gewählten Volksvertreter:innen.
Obermais/Naturns/Prad - Beim regionalen Pulci d’oro-Turnier, das Turnier ist vergleichbar mit der U-10 Meisterschaft des VSS, am 13. Mai in Obermais kam es im Laufe des Turniers zu einem zufälligen Aufeinandertreffen zwischen den Jungs vom SSV Naturns und jenen das ASV Prad. Noch vor Spielbeginn kam es zu freundschaftlichen Begegnungen zwischen den Mannschaften und deren Beteuern und gipfelte in einem gemeinsamen Fotoshooting vor Ort. Die große Spielfreude und der Einsatz und das Kräftemessen standen beim Turnier weit vor den letztlich erzielten Ergebnissen. Die beiden Mannschaften waren die einzigen Vertreter aus dem Vinschgau beim Pulci d’oro Turnier und vereinbarten für die nächsten Wochen ein Freundschaftsspiel. Damit beweisen Betreuer und Spieler eindrucksvoll, dass „Fußball verbindet“ keine leere Formel sondern gelebte Wirklichkeit ist und aus diesen Verbinungen gute Kontakte und Freundschaften entstehen können. (eb)
Schluderns - Die neu gewählten Ausschussmitglieder haben Rudi Trafoier zum neuen Präsidenten des Amateursportvereins Schluderns gekürt. Er löst Raimund Lingg ab. Seine Stellvertreterin ist Priska Gufler. Die erste Vollversammlung nach der Coronapause war gut besucht. Sehr positiv bewertet wurde die Anwesenheit der Fußballmannschaft. Das bedeute Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit, die geleistet werde, so der Grundton der Redner und Ehrengäste, darunter die ehemaligen ASV-Präsidenten BM Heiko Hauser, Peter Trafoier, Friedl Sapelza und der Präsident des ASV Glurns Stefan Sagmeister. Der scheidende Präsident Lingg blickte auf drei schwierige Jahre zurück, in denen die sportlichen Tätigkeiten in den einzelnen Sektionen, zwar weitergeführt, aber wegen der wechselnden Pandemie Bestimmungen arg gebeutelt wurden. So mussten die Fußballsaisonen zweimal abgebrochen werden. Die Sektion Fußball ist die größte Sektion. Aushängeschild ist die Fußballmannschaft in der ersten Amateurliga. In den vergangenen drei Jahren war diese stets unter den fünf Besten in der Tabelle zu finden. In der laufenden Saison steht die Mannschaft gut da. Trainer Rainer Dengg wird die Mannschaft auch in der nächsten Saison trainieren. Nun wird darüber nachgedacht, einen Fußball-Unterausschuss einzurichten, der sich künftig ausschließlich um die Fußballbelange kümmert und den Hauptausschuss dann informiert. Neuer Sektionsleiter Fußball ist Egon Wegmann. Die neuen Verantwortlichen der weiteren Sektionen: Florian Thaler (Leichtathletik), Priska Gufler (Volleyball, Turnen, Gymnastik), Stefan Koch (Wintersport), Lukas Lingg (Ansprechpartner Sportschützen). Kristian Perkmann übernimmt die Aufgabe des Kassiers, Andreas Marseiler die des Schriftführers. Zeugwart ist Arnold Tscholl und Verantwortlicher der Sportbar Kurt Lingg. Die Ausschussmitglieder Stefan Schöpf und Ronald Anstein helfen mit, wo sie gebraucht werden - speziell bei der Beachfete, die heuer am 8. und 9. Juli wiederum stattfindet. (mds)
Sportbegeisterte kommen in den nächsten Wochen im Vinschgau voll und ganz auf ihre Kosten, denn es stehen eine Menge Großevents auf dem Programm. Den Anfang macht der Haiderseelauf am 21. Mai. Es folgen der Ortler Bike Marathon Anfang Juni und im Juli finden der 22. Reschenseelauf sowie der Stelvio Marathon statt.
Von Sarah Mitterer
Haiderseelauf
Am 21. Mai wird der Haiderseelauf, der vom ASV Vinschger Oberland organisiert wird, ausgetragen. Während die Frauen den Haidersee einmal umrunden müssen und dabei eine Strecke von knapp 5 Kilometern zu bewältigen haben, müssen die Herren ca. 10 Kilometer (zwei Runden) zurücklegen. Auch ein Kinderlauf findet statt. Der Startschuss des Hauptlaufs fällt um 10.30 Uhr bei der Talstation Haideralm..
Alle Infos findet man unter:
https://www.asv-oberland.it/haiderseelauf/
Ortler Bike Marathon
Ab aufs Bike heißt es bei diesem Event, das am 4. Juni zum sechsten Mal ausgetragen wird. Die Teilnehmer können zwischen vier verschiedenen Strecken auswählen: 110 Kilometer (Marathon), 69 Kilometer (Long), 46 Kilometer (Classic) und 29 Kilometer (Short). Der Start und das Ziel befinden sich bei allen vier Distanzen in Graun.
Alle Infos findet man unter:
https://www.ortler-bikemarathon.it/
Reschenseelauf
Er ist der wohl schönste Lauf des ganzen Landes und lockt jährlich tausende Läuferinnen und Läufer nach Graun: der Reschenseelauf. Die 22. Ausgabe dieses einzigartigen Laufevents findet heuer am 16. Juli statt. Die Teilnehmer müssen eine Strecke von 15,3 Kilometer zurücklegen. Neben dem Hauptlauf wird auch wieder der „Just for Fun“ Lauf ausgetragen, bei dem es keine Kategorien und keine Siegerehrung gibt. Ebenfalls kann man als Nordic Walker am Reschenseelauf teilnehmen. Wie in den vergangenen Jahren wird es auch ein Rennen für Handbiker, welches kurz vor dem Startschuss des Hauptlaufes gestartet wird, sowie einen Kinderlauf geben.
Alle Infos findet man unter:
https://www.reschenseelauf.it/
Stelvio Marathon
Nur eine Woche später - am 23. Juli - steht der Stelvio Marathon auf dem Programm. Nachdem das Event im vergangenen Jahr als Halbmarathon ausgetragen wurde, wird das Rennen auch heuer wieder in dieser Form stattfinden. Gestartet wird in Prad, von dort aus machen sich die Läuferinnen und Läufer über Stilfs auf den Weg zur Furkelhütte. Über den Goldseeweg geht es hinauf auf das Stilfser Joch. Auch der Jochmarsch wird ausgetragen.
Alle Infos findet man unter:
https://www.stelviomarathon.it/
Reschenseelauf
158 Läuferinnen und Läufer nahmen vor 22 Jahren an der ersten Ausgabe des Reschenseelaufs teil. Mittlerweile ist der Lauf zu einem der beliebtesten Großevents des Landes geworden und lockt jährlich tausende Laufbegeisterte an. (sam)
Stelvio Marathon
21 Kilometer müssen die Teilnehmer des Stelvio Marathons zurücklegen um das Stilfser Joch, Europas zweithöchsten Gebirgspass, zu erreichen. (sam)
Wolfgang Platter, am Tag der Hlg. Sophia (Kolte Sofie), 15. Mai 2022
Am vergangenen 4. Mai hielt Dr. Enrico Bassi im Südtiroler Naturmuseum in Bozen einen Vortrag über das Blei als Material für die Jagdmunition und die schwerwiegenden Auswirkungen dieses Metalls auf die Greifvögel und die Aasfresser. Die Wissenschaft weiß heute, dass Blei weltweit eine Bedrohung für bestimmte Vogelarten darstellt. So kam etwa der Kalifornische Kondor in den 1990er-Jahren an den Rand des Aussterbens.
Enrico Bassi ist Naturwissenschaftler aus Bergamo mit Schwerpunkt Vogelkunde und u. a. im Nationalpark Stilfserjoch zuständig für das Monitoring der Steinadler und der Bartgeier.
Blei als Schwermetall
Blei ist als Metall schwer, aber weich und formbar. Daher wurde Blei etwa auch schon bei den Römern in der Antike für Wasserleitungsrohre und als Trinkbecher verwendet. Blei wirkt toxisch bei Einatmung und Nahrungsaufnahme. Aus dem Benzin als Treibstoff haben wir das Blei schon lange herausgenommen. Von seinen tödlichen Wirkungen in Vogelkörpern wissen wir auch schon lange genug, aber in der Jagdmunition verwenden wir es leider noch immer. Mit fatalen Folgen für die Populationen verschiedener Vogelarten, wie z. B. der Wasservögel wie Enten oder Flamingos, die Greifvögel wie Steinadler, Seeadler, Habicht, Rohrweihe und die Aasfresser wie Gänsegeier, Bartgeier und andere Nekrophagen.
Blei war früher auch in vielen Farben enthalten. Im Körper von Warmblütlern wie Vögeln und Säugetieren erhält es sich lange, wirkt als lähmendes Nervengift und führt im menschlichen Gehirn zu Verblödung. Aus der Kunstgeschichte wird kolportiert, dass etwa die Maler Vincent van Gogh, Francisco de Goya und der Komponist Ludwig van Beethoven an Bleivergiftungen litten und verstarben. Die alten Römer tranken ihren Wein aus Bleibechern. Dabei hat der Wein mit seinem sauren pH-Wert Blei-Ionen aus den Bechern gelöst, welche sich im menschlichen Körper angereichert haben. Blei ist im Gegensatz zu Kupfer im Körper, aber auch im Boden und in den Pflanzen lange beständig. So fanden Archäologen und Chemiker beispielsweise Blei in den Haaren von Römern, welche in der Zeit um Christi Geburt bestattet wurden. Die römischen Kaiser Nero und Caligula sollen an Bleivergiftungen gestorben sein.
Für verschiedene Vogelarten ist Blei – nicht durch direkten Abschuss, sondern über die Nahrungskette – eine Ursache für sehr große bis bestandsbedrohende Verluste, wie man heute weiß und Enrico Bassi in seinem Referat überzeugend ausgeführt hat.
Ein kurzer Blick in die Forschungsgeschichte
2006 kam es in der Maremma di Ravenna zu einem Massensterben von Flamingos. Die Flamingos waren nicht mit Bleimunition geschossen oder angeschossen worden, sondern nahmen die Bleikügelchen (aus Schrottmunition für die Entenjagd) bei ihrer Nahrungssuche im Schlamm und im Schlick auf. Dabei verwechseln sie die Bleikügelchen mit den kleinen Steinchen, die alle Vogelarten über den Schnabel aufnehmen und an Stelle der fehlenden Zähne als Mahlsteine in ihrem Kaumagen zur mechanischen Zerkleinerung der Nahrung einsetzen.
Die Beobachtung von zunächst nur als „krank“ beschriebenen Vögeln ist nicht neu. So sind im Handbuch für Jäger „Manuale del cacciatore“ von Giulio Franceschi aus dem Jahr 1893 schon rätselhafte Massensterben von Stockenten in den Jahren 1786, 1818-19 und 1828-29 beschrieben und es werden verschiedene Hypothesen über den Verlust dieser Schwimmvogelart angestellt. Die zwei trentiner Brüder Bonomi berichten in ihrer Publikation von 1922 über die Gämsjagd im Nonstal und vermuten einen Zusammenhang zwischen der Jagd und dem Sterben der Gänsegeier durch Vergiftung aus Blei.
Wenn eine Bleipatrone auf einen harten Gegenstand wie z.B. einen Knochen trifft, zersplittert sie in 500 und mehr kleine Splitter. Es gibt also oftmals nicht nur den tödlichen Einschuss und Ausschuss am erlegten Tier.
Das Röntgenbild vom Magen des Tanaser Steinadlers, der vor einigen Jahren noch lebend auf einer Wiese geborgen und nach seinem Verenden anschließend im Zooprophylaktischen Institut in Bozen untersucht worden ist, zeigt Bleisplitter im Gewölle innerhalb des Magens, das der Greif nicht mehr auswürgen konnte.
Bei den Bartgeiern hat der 2005 im Nationalpark Hohe Tauern am Boden noch lebend aufgefundene Bartgeier „Doraia“ auf die Spur der Bleivergiftung geführt: Der Brixner Biologe Michael Knollseisen, der seine Arbeit im genannten Nationalpark verrichtet, hatte die weiterbringende Idee, das Gewölle, welches der Bartgeier nach seiner Bergung in der Transportkiste ausgewürgt hat, im Röntgenapparat zu untersuchen. Und er wurde fündig.
2008 hatten wir im Nationalpark Stilfserjoch den Bartgeier „Ikarus“ im Marteller Schludertal nach seiner Geburt im Zoo Hannover freigelassen. In seinem ersten Lebensjahr war der Geier nach einem Neuschneefall von über einem Meter im November von einem Hausdach im trentiner Rabbital mit Lähmungserscheinungen geborgen worden. Nach fachmännischer Pflege durch Professor Hanns Frey an der veterinärmedizinischen Universität Wien wieder flugfähig geworden, ist Ikarus im Juni 2009 am Kleinboden in Trafoi ein zweites Mal freigelassen worden. Er wurde dabei mit einem neuen Satellitensender ausgestattet. Im Herbst seines zweiten Lebensjahres ist der Vogel in der Innerschweiz erneut vom Boden und noch lebend geborgen worden. Trotz kompetenter Pflege ist er im Tierpark Goldau verendet. Todesursache: Ein astronomisch hoher Bleiwert von 59 Milligramm Pb pro Kilogramm Körpergewicht in seinem Körper. Dabei war das Blei schon in die Knochenbälckchen eingebaut. Wenn Blei in Knochen eingebaut wird, führt es zu chronischen Vergiftungen. Ist es hingegen im Frischblut des lebenden Vogels oder im Koagulat eines verendeten Vogels nachweisbar, spricht man von akuter Vergiftung.
Mit den erstem Erkenntnissen aus den verendeten Bartgeiern „Doraia“ und „Ikarus“ ist die Erforschung der Folgen von Blei in den Körpern von fleischfressenden Greifvögeln und aasfressenden Geiern ins Rollen gekommen.
Heutige Stichprobenbreite N=252
In seinem Bozner Vortrag hat Enrico Bassi von den Ergebnissen der Untersuchungen an nunmehr schon 252 toten Steinadlern(92 Exemplare), Gänsegeiern (112), Mönchsgeiern (19) und Bartgeiern (29) oder deren Resten berichtet. Allein in den acht Jahren zwischen 2005 und 2012 konnten 5 Bartgeier als Todfunde in den Alpen geborgen und der Untersuchung zugeführt werden. Und lange nicht alle verendeten Bartgeier werden aufgefunden! Dazu kommt, dass die Symptome des sogenannten „Saturnismus“ (also der Bleivergiftung) oft uneindeutig und schwer zuordenbar sind.
Untersuchungen von Aufbrüchen
In den Jahren 2010-2012 haben Veltintaler Jäger in einer zukunftsorientierten Zusammenarbeit dem Nationalpark Stilfserjoch und dem Landesamt für Jagd und Fischerei der Provinz Sondrio 153 Aufbrüche (Eingeweide) von jagdlich erlegten Wildtieren (Reh, Rotwild, Gämse, Wildschwein) zur Untersuchung übergeben. Federführend in der nachfolgenden Forschung waren die Tierärztin Dr. Maria Ferloni vom genannten Landesamt und Enrico Bassi.
Die Ergebnisse der Röntgenuntersuchungen an den Aufbrüchen waren schockierend, ernüchternd und erhellend in einem: 77,7 % der untersuchten Aufbrüche von Rehen enthielten Bleisplitter, bei den Gämsen waren es 69,6 %, bei den Wildschweinen 55,6 % und bei den Hirschen 50 %. Im Querschnitt über alle untersuchten Huftierarten enthielten 62 % der Aufbrüche Bleisplitter. Von wegen Einschuss ist gleich Ausschuss!
Die Breite des Problems
Aus den jagdlichen Abschussstatistiken weiß man, dass in den Westalpen jährlich ca. 29.500 Aufbrüche von Säugetieren unter den abgeschossenen Wildtieren im Gelände verbleiben. In den Ostalpen sind es 37.600 Aufbrüche und im italienischen Apennin und auf den italienischen Inseln sind es weitere 38.700. Enrico Bassi nennt in seinem Bozner Vortrag die Zahl von einer Million abgeschossenen Singdrosseln pro Jahr allein für die Provinz Brescia.
Hochrechnung
Enrico Bassi hat eine extrapolierende Hochrechnung zur Einschätzung und semiquantitativen Darstellung des Problems Bleivergiftung vorgenommen: Wenn 62 Prozent der Aufbrüche aus der Stichprobe N=252 Bleisplitter enthalten und in den italienischen Alpen 49.464 Quadratkilometer Fläche als Jagdreviere genutzt werden, verbleiben bei den ermittelten Abschusszahlen von Huftieren unter den Wildtieren jährlich zwischen 34.100 und 44.200 bleikontaminierte Aufbrüche im Gelände der italienischen Alpen. Oder anders ausgedrückt: Neun bleikontaminierte Wildaufbrüche je 10 Quadratkilometer. Fürwahr eine tödliche und bestandsreduzierende Gefahr, welche zudem noch das Risiko der fortpflanzungsmindernden Vermehrung der gefährdeten Vogelarten wie Steinadler, Bartgeier, Gänsegeier, Habicht u. a. in sich birgt. Wir kennen auch die Größe der Territorien und die Raumnutzung der Greife und aasfressenden Vögel. Diese Vögel bestreichen nicht einen, sondern viele Quadratkilometer. All dieses bisherige wissenschaftlich konsolidierte Wissen zur Bleiproblematik liefert lange schon überzeugende Argumente, die Bleimunition für die Jagd aus dem Verkehr zu nehmen. Der Ersatz durch Kupferpatronen ist längstens und an vielen Tausend Abschüssen erprobt. Nicht die verminderten Tötungswirkung der Kupfermunition ist ein Problem der Jagd, sondern die bis zu 600 und 700 Metern getätigten Weitschüsse führen zu Nachsuchen und Verlusten von abgeschossenen Tieren. Kupfer splittert nicht und verweilt auch viel weniger lang im Kreislauf als Blei. Und ist außerdem ein Spurenelement, das Vögel so wie wir Menschen brauchen.
Bistecca alla Fiorentina
Zutaten 4 Personen
- 2 T-Bone Steak (insgesamt 1,2 – 1,5 kg)
- grobes Meersalz
- Olivenöl
- Rosmarinzweige
- 1 Zitrone
Zubereitung
1. Das Steak eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen.
2. Den Holzkohlegrill für mittlere direkte Hitze vorbereiten.
3. Das Steak weder salzen noch pfeffern. Zu Beginn des Grillprozesses das Steak hochkant auf den Knochen stellen und ca. 10 Minuten auf der Hitze stehen lassen.
4. Der Knochen wärmt sich auf diese Weise auf und fängt an, das Steak von innen zu garen. Das ist bei einem 3 – 4 cm dicken Steak auch wichtig, damit es nicht vollkommen roh bleibt.Anschließend wird es von beiden Seiten ca. 5 – 6 Minuten lang gegrillt.
5. Das Steak ist vom Gargrad her rare bei einer Kerntemperatur von 45 – 48 °C zu, so ist es authentisch und „original“. Wer es Medium mag, grillt es bis zu einer Kerntemperatur von 54 – 56 °C. Ein Thermometer hilft die richtige Kerntemperatur zu erreichen.
6. Mit einem selbstgebauten Pinsel aus Rosmarinzweigen das Steak nach dem Grillen mit Olivenöl einstreichen und mit Zitrone beträufeln.