Laas/Josefshaus - Der Bildungsausschuss Laas lud am 21. Februar zu einer humorvollen Lesung mit musikalischer Begleitung ins Josefshaus. Dabei wurde der Versammlungssaal in ein Dorfgasthaus mit Tischen umfunktioniert und das zahlreiche Publikum konnte sich an den lebendigen Gasthausgeschichten herzlich amüsieren. Das Laaser Multitalent Armin Schönthaler schildert in den Wirtshausg´schichten das bunte Treiben in den Gaststuben. In seiner Lesung nahm er das Publikum mit auf eine Zickzacktour durch Laas, von Gasthaus zu Gasthaus und erzählte dabei Dorfgeschichten, garniert mit Lebensgeschichten und Lebensweisheiten. Entstanden ist eine unterhaltsame Dorfchronik, wobei bekannte Personen aus Laas wieder lebendig wurden. Die Gasthaustour beginnt bei der Tankstellenbar am Dorfeingang. Es geht weiter zur Krone, zum Hirschen, der Sonne, vorbei beim Schwarzen Adler bis zur Post. Dann geht es zur Maxen Thres und weiter zum Goldenen Kreuz bis zum Muther Friedl, der Bar neben dem Bahnhof. In den Gasthäusern wird nicht nur getrunken und gegessen, es wird vor allem politisiert, gefeiert, gekartet und gezankt. Schönthaler beschreibt ein Kartenspiel mit dem Tanaser Pfarrer, er erzählt von der Laaser Musi, die zu einer Feier nach Amerika eingeladen wurde, vom Bahnhofsvorsteher, der vergas die Schranken zu öffnen, von den Gasthausauftritten der Palästina Buabn und der Laaser Böhmischen, die bis fünf Uhr in der Früh aufspielte. Er erinnerte an Franz Waldner, berichtete von Gasthausweibern und Kaffeetanten und von Hinterzimmern für frisch Verliebte. Abwechselnd zu den Geschichten, spielte Nadine Theis wunderbar auf der Ziehharmonika. Insgesamt war es ein sehr gelungener und entspannter Abend, der gerne wiederholt und mit weiteren Dorfgeschichten ergänzt werden kann. (hzg)
Der Andrang war riesig beim heurigen Zusslrennen am Unsinnigen Pfinsta in Prad. Bei Traumwetter starteten die Zussln am „Ganderegg“, um auf dem Dorfplatz mit Schimmel, Fuhrmann, Sämann, Bauer und Bäuerin, Knecht und Dirn, sowie „Zoch und Pfott“ den Frühling aufzuwecken. Faschingswagen flankierten das Treiben und sorgten für Stimmung. (ap)
In Latsch wusste man den Fasching heuer zu zelebrieren: Aufwändig gestaltete Wagen, 17 Faschingsgruppen an der Zahl, mit tollen Ideen begeisterten die Menschenmenge. Das Wetter spielte mit, das Publikum ebenso: Es wurde gefeiert, gelacht und getanzt am Faschingssamstag, den 1. März in Latsch. Kurzum: Viva Latsch Vegas! (ap)
Vinschgau - Während unseres Gesprächs erhält der ehemalige Gemeindearzt von Prad Wunibald Wallnöfer den Anruf einer Frau, die ihn bittet, ihr einen Befund zu erklären. Denn sie sei in großer Sorge und sie könne mit dem Hausarzt nicht reden, weil diesem die Zeit fehle. So wie eben werde er oft um Hilfe gebeten, erklärt Wallnöfer. Kürzlich sei eine andere Frau weinend zu ihm gekommen, weil sie anhand des Befundes geglaubt hatte, schwer krank zu sein. Lachend habe sie sich dann von ihm verabschiedet. Als die Krebshilfe Vinschgau, deren Vorstandsmitglied Wallnöfer ist, das Angebot „Das offene Ohr“ gestartet hatte, erklärte er sich sofort bereit, Patientinnen und Patienten in ihrer Verunsicherung aufzufangen, ihnen zuzuhören, ihnen Befunde zu erklären und einiges mehr. Ihm schlossen sich der ehemalige Primar der Medizin in Schlanders, Dr. Hermann Zingerle, an und auch die ehemaligen Gemeindeärzte von Glurns Dr. Helmuth Rauner und von Kastebell Dr. Erich Doná.
Alle drei bieten ihr „offenes Ohr“ ehrenamtlich an. Tatsache ist, trotz fachärztlicher und hausärztlicher Betreuung bleiben bei Patientinnen und Patienten immer öfters Fragen offen. Da die Zahlen der erkrankten Menschen in der alternden Gesellschaft steigen und auch die Bürokratie von Jahr zu Jahr zunimmt, fehlt den Ärzten schlichtweg die Zeit, sich den Patientinnen und Patienten eingehend zu widmen, und das obwohl die Ärzte eigentlich in der Pflicht stünden. „Wir stehen bei Bedarf bereit, wir wollen die Ärzte keinesfalls ersetzen und stellen auch keine Diagnosen“, betont Wallnöfer. „In einem persönlichen Gespräch unterstützen wir die Menschen mit unserem Fachwissen. Wir hören ihnen zu, erklären und beraten und gehen ohne Zeitdruck auf Fragen und Anliegen ein.“ Die Gespräche sind jedoch kein Ersatz für Facharztvisiten. Das Projekt „Das offene Ohr“ ist ein kostenloses Angebot der Südtiroler Krebshilfe, Bezirk Vinschgau und steht allen Menschen offen. Eine Voranmeldung ist erforderlich, damit die Zeit entsprechend geplant werden kann. (mds)
Wunibald Wallnöfer Infos: Tel. 0473 621721 oder mobil 345 9278129.
Schlanders/Feuerwehrhalle - Die Freiwillige Feuerwehr Schlanders feiert 2025 ihr 150-jähriges Bestehen. Am 26. April gibt es eine Jubiläumsfeier und am 13. Juli eine große 150-Jahr-Feier mit einem historischen Umzug. Bei der Jahreshauptversammlung am 22. Februar wurde über die Tätigkeiten berichtet, ein neuer Ausschuss gewählt und zwei Mitglieder geehrt.
Der Feuerwehrkommandant Rudi Bachmann konnte bei der Versammlung in der Feuerwehrhalle viele der insgesamt 106 Mitglieder begrüßen, ebenso mehrere Ehrengäste. Neben 64 aktiven Mitgliedern gibt es 13 Jugendmitglieder, 12 Patinnen, 6 Ehrenmitglieder und 11 Mitglieder außer Dienst. Im Jahre 2024 gab es insgesamt 52 Einsätze, mehrere Feuerwehrdienste, Lehrgänge, Übungen und institutionelle Auftritte. Besonders hervorgehoben hat Bachmann den Kellerbrand in der Grübelstraße, den Unfall am Nördersberg und in der Wielanderkurve, den Brand am 12. Juli beim Kreuzwirt und den Unfall mit einem Toten in der Honskurve. In einer Gedenkminute dachten die Wehrleute an den verstorbenen Kameraden Johann Telfser aus Kortsch, der am 14. Mai tot im Stausee Martell gefunden wurde. Der Kommandant erinnerte auch an die Feuerwehrdienste beim Scheibenschlagen und Nikolausumzug, an die aktive Beteiligung beim Faschingsumzug und an den Christbaumverkauf. Im Namen der Oldiegruppe berichtete Edmund Pöhli über gesellige Zusammenkünfte und die Teilnahme bei verschiedenen Festumzügen in Südtirol und Vorarlberg. Sehr emotional gestaltete sich der Bericht von Julia Steiner über die Tätigkeiten der Jugendfeuerwehr, die sie in den letzten 15 Jahren geleitet hat und nun in jüngere Hände übergibt. Von verschiedenen Seiten wurde ihr für die vielen geselligen Erlebnisse und Vorbereitungen auf Wettbewerbe und Übungen gedankt. Das Verdienstkreuz in Bronze erhielten Christoph Mair für 15 Jahre und das Verdienstkreuz in Gold Christoph Matzohl für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft. Vor den Wahlen bedankte sich der Kommandant bei vier ausscheidenden Ausschussmitgliedern für ihre Arbeit und ihren Einsatz: Kommandant-Stellvertreter Thomas Gamper, Jugendbetreuerin Julia Steiner, Zugkommandant Florian Weis und Schriftführerin Stephanie Donner. In drei Wahlgängen wurde der neue Ausschuss gewählt: Rudi Bachmann als Kommandant, sein Stellvertreter Thomas Pircher, sowie die drei Ausschussmitglieder Ulrich Peer, Andreas Telfser und Daniel Ratschiller. Gruß- und Dankesworte für den ehrenamtlichen Einsatz und die gute Zusammenarbeit überbrachten BM Dieter Pinggera, der Bezirksinspektor Stephan Kostner, der Abschnittsinspektor Othmar Alber, sowie Patrik Gamper von der Bergrettung und Lea Tonezzer vom Weißen Kreuz Schlanders. (hzg)
Das Interesse am Theater ist groß. Vertreterinnen und Vertreter von 20 der insgesamt 22 Bühnen im Vinschgau waren bei der Jahresvollversammlung des STV-Bezirks am 25. Februar 2025 im Josefshaus in Laas anwesend.
von Magdalena Dietl Sapelza
Über die vielen Anwesenden zeigte sich Bezirksobfrau Veronika Fliri überrascht. Begrüßen konnte sie auch den Präsidenten des STV Rene Mair und die Spielberaterin Stefanie Nagler. Fliri lobte das lebendige Theatergeschehen im Vinschgau. Eine Aufführung reihte sich an die nächste, auf den Bühnen und als Freilichtveranstaltungen, so wie zum 75. Jubiläum der Bühne in Tschengls und zum 100. Jubiläum der Bühne in Kortsch. „Ein absoluter Höhepunkt war deren Stubenoper“, schwärmt Fliri. „So etwas hat es im Vinschgau noch nie gegeben.“ Das Niveau der Produktionen sei allgemein deutlich gestiegen. „Ich bin stolz auf meine Bühnen“. Fliri würdigte den Einsatz für den Theaternachwuchs mit Kinder- und Jugendtheatern. Sehr engagiert dabei ist das Vorstandsmitglied Nadia Senoner. (Sie war krankheitsbedingt entschuldigt und hatte eine Handybotschaft geschickt). Groß war das Interesse des Publikums. Die ausverkauften Vorstellungen im ganzen Tal sprechen eine klare Sprache. Demnächst folgen noch Aufführungen in Laas Stilfs, Prad, Langtaufers, Latsch und Schleis. „Der Kreis“ arbeitet an einem Musical. Die Schnalser Bühne wirkt beim 700. Jubiläum der Kartause mit. Rene Mair berichtete über die anstehende 75-Jahrfeier des STV, bei dem 60minütige Theaterstücke eingeplant werden. Heidemarie Stecher richtete an die Macher des Bezirkstheaters „Der Kreis“ die Bitte, auch neuen Spielerinnen und Spieler mit einem Casting die Chance zu geben mitzumachen. Der Bezirksvorstand wurde per Akklamation wiederbestätigt.
Naturns - In Naturns entsteht eine Selbsthilfegruppe gegen Einsamkeit.
Auch in Naturns entsteht nun eine Selbsthilfegruppe gegen Einsamkeit. Das Gründungstreffen findet am 15. März in Naturns statt. Weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind willkommen.
Es gibt viele Menschen, die einsam sind. Zunehmend trauen sich nun immer mehr Betroffene, dies offen anzusprechen.
Nachdem letzthin bereits in Meran und Kaltern sehr erfolgreich Selbsthilfegruppen gestartet sind, steht nun eine weitere Selbsthilfegruppe gegen Einsamkeit in den Startlöchern. Diese trifft sich erstmals am 15. März 2025 in Naturns. Es werden noch weitere Teilnehmer/innen gesucht. Interessierte können sich ab sofort melden. Diskretion wird selbstverständlich zugesichert.
Weitere Informationen unter Tel. 0471 1888110, oder E-Mail an selbsthilfe@dsg.bz.it bei der Dienststelle für Selbsthilfegruppen im Dachverband für Soziales und Gesundheit.
Im Freizeitzentrum „Trattla“ in Martell fand kürzlich das Qualifikationsturnier des landesweiten Wattturniers „Südtiroler Wattkönig“ statt. Am Ende eines spannenden Wattturnieres setzten sich Hannes Pfoestel und Irene Rechenmacher gegen ihre 44 Mitstreiterinnen und Mitstreiter durch. Die beiden qualifizierten sich für das großen Finale am Samstag, 10. Mai 2025, im Sixtussaal der Spezialbier-Brauerei FORST in Algund. Das landesweite Wattturnier ist eine Initiative der Spezialbier-Brauerei FORST und des HGV.
Im Kloster Marienberg wird am 15. März 2025 die Ausstellung „Weiter sehen - 500 Jahre Bauernkriege in Tirol“ eröffnet. Die Beziehungen Marienberg mit Galtür stehen dabei im Fokus.
Ghali Egger wurde in Nepal geboren, als Kleinkind adoptiert und wuchs in Meran auf. Momentan wohnt sie in Laas und arbeitet bei der BASIS und der BZG Vinschgau. Auf ihrer nunmehr 30-jährigen Lebensreise sind es die Begegnungen und der Austausch mit den Menschen, die sie als besonders wertvoll empfindet.
von Christine Weithaler
Das genaue Geburtsdatum weiß Ghali Egger nicht. Als ihre leibliche Mutter starb, wurde sie in ein Waisenhaus in Kathmandu/Nepal gebracht und ihr Geburtstag wurde auf den 6. Jänner 1995 gelegt. Nach einem halben Jahr wurde sie von ihren Eltern adoptiert, wuchs mit ihrem jüngeren Bruder, ebenfalls aus Nepal adoptiert, in Meran auf. Mit dem Thema Adoption wurde offen umgegangen. Sie hatten viele Kontakte zu anderen Adoptivkindern aus Nepal und es entstand eine schöne Gemeinschaft. Ihre Tante väterlicherseits gründete 2004 auch den Südtiroler Verein “Pro Nepal“, der viele Hilfsprojekte in Nepal unterstützt. Ihre Kindheit war gefüllt mit Sonntagswanderungen gemeinsam mit befreundeten Familien, mit Skitagen im Winter und vielen schönen Reisen. Nach der Matura zog sie für ihr Wirtschaftsstudium nach Wien. Sie merkte jedoch bald, dass ihr in der klassischen Betriebswirtschaft etwas fehlte und befasste sich mit alternativen Formen der Wirtschaft, welche den Mensch und die Natur viel weiter in den Mittelpunkt rückten. So kam es auch, dass sie sich für einen Master in Nachhaltiger Betriebswirtschaft entschied und dafür nach Barcelona zog. Dort fand sie internationale Freunde, mit denen sie immer noch engen Kontakt pflegt. Sie ist dankbar für die Unterstützung ihrer Familie und empfindet es als großes Glück, die Freiheit zu haben, alles ausprobieren zu können, ohne Angst die Richtung zu wechseln. Nach dem Studium machte sie verschiedene Praktika im Bereich der Nachhaltigkeit und erfuhr dann von einer freien Stelle in der BASIS Vinschgau. Von 2021 bis 2022 war sie für etwas mehr als ein Jahr Projektleiterin des EU-Projekts VERDE. Im Zuge dessen wurden eine Küche und ein Kreativstudio in der BASIS aufgebaut. Ihr gefiel das kreative und inspirierende Umfeld in der BASIS sehr gut und sie ist dankbar für den Zusammenhalt und die Unterstützung, die sie im Team erfahren hat. Sie hatte viel Raum sich beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln, die eigenen Ideen einzubringen und umzusetzen. Danach ergaben sich eine Stelle für Projekt- und Community Management in der BASIS und eine Stelle im Bereich der Nachhaltigkeit bei der BZG Vinschgau. Bei der Bezirksgemeinschaft begleitete sie Projekte wie beispielsweise den Klimaplan Vinschgau und den Blühenden Vinschgau. Gemeinsam wurden mit den Bauhöfen mehrjährige Blühstreifen mit Blumen und Wildpflanzen in den Gemeinden angelegt. Es war sehr schön bei einem Projekt mitzuwirken, das so nahe an den Menschen, so greifbar und sichtbar ist. Die Flächen haben sich über die Zeit hinweg zu einem wahrhaftigen Blickfang und zu einem Schutzraum für unzählige Insekten entwickelt. Sowohl bei der Bezirksgemeinschaft als auch bei der BASIS hatte sie die Möglichkeit sich einzubringen und beruflich zu wachsen, so beispielsweise auch im Bereich der Veranstaltungsorganisation und Kuration. Im Rückblick war der Kontakt mit den Menschen und das Zusammenbringen von Leuten für sie die schönste Komponente und dass sich diese über beide Arbeitsplätze und die verschiedenen Aufgabengebiete hinweg erstreckte. Im April reist die 30-jährige nach Nepal, in das Land, aus dem ihr ihre Tante bereits viele Postkarten gesendet hat. Sie nutzt die Gelegenheit die Menschen, die Kultur und Traditionen besser kennen zu lernen und Hilfsprojekte zu unterstützen. In ihrer Freizeit singt sie gerne, zurzeit beim True Colours Chor in Prad. Sie ist gerne in den Bergen, sie ist bereits in den Pyrenäen gewandert und auch in Nepal wird sie sich auf eine Wanderung begeben. Die Berge zu Hause sind jedoch immer noch am schönsten für sie. Dem Schreiben möchte sie ab nun mehr Zeit schenken und wieder mehr Bücher lesen. Auch das Thema der persönlichen Weiterentwicklung interessiert sie und unter diesem Aspekt betrachtet sie das Leben als eine Reise hin zum bestmöglichen Selbst. Sie sammelt seit ihrer Kindheit Zitate und Textstellen aus Büchern und Podcasts und führt ein Reisetagebuch, welches hoffentlich noch viele leere Seiten füllen wird.