Administrator

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Montag, 21 Juni 2021 12:36

„Die ich rief, die Geister...“

Aus dem Gerichtssaal - „Die ich rief, die Geister …, die werd ich nicht mehr los.“ Diese geflügelten Verse aus Goethe’s Ballade „Der Zauberlehrling“ kommen mir in den Sinn, wenn ich von den beiden widerborstigen Obstbauern aus Naturns lese, die sich weigern, den Strafantrag gegen Karl Bär, den Leiter des Umweltinstituts München, wegen übler Nachrede im Zusammenhang mit dessen Aktionen am Münchner Hauptbahnhof zurückzunehmen. Die Leser werden sich erinnern: Vor ein paar Jahren sorgten Münchner Umweltaktivisten für Aufregung in der Südtiroler Obstwirtschaft, weil sie auf dem dortigen Bahnhof ein Video laufen ließen, auf dem ein durch eine Obstanlage fahrendes und in Aktion befindliches Sprühgerät zu sehen war. Das Video war mit dem Untertitel „Pestizidtirol“ garniert. Gegen diese Aktion sowie gegen Alexander Schiebel, den Autor des Buches „Das Wunder von Mals“, brachten sich der Südtiroler Bauernbund und die Genossenschaften VIP und VOG in Stellung, welche einen regelrechten Bauernaufstand organisierten. Zum Anführer und Bannerträger der „Aufständischen“ machte sich der Landesrat für Landwirtschaft Arnold Schuler, in dessen Gefolge über 1.300 Südtiroler Obstbauern die strafrechtliche Verfolgung von Bär und Schiebel wegen übler Nachrede forderten. Das Ganze liegt nun schon über drei Jahre zurück. Die Mühlen der Justiz mahlen bekanntlich langsam. In der Zwischenzeit sind wohl auch die Heißsporne in unserer Agrarwirtschaft zur Einsicht gelangt, mit den gerichtlichen Aktionen den Bogen überspannt und damit eigentlich nur ihren Gegnern in die Hände gespielt zu haben. Einen Vorgeschmack bekamen sie jedenfalls schon Ende Mai, als das Verfahren gegen Alexander Schiebel mit dessen vollem Freispruch endete. Spätestens damit musste allen Beteiligten klar sein, dass es höchste Zeit war, das Kriegsbeil zu begraben, einen geordneten Rückzug anzutreten und die Strafanträge zurückzunehmen.
Das taten denn auch Schuler und Konsorten. Allerdings blieben von der über 1.300 Mann zählenden Streitmacht zwei übrig, die auf die Rufe des Hexenmeisters in der Ballade nicht hören wollen: „In die Ecke, Besen! Besen! Seids gewesen. Steht doch wieder still!“
Peter Tappeiner,Rechtsanwalt
peter.tappeiner@dnet.it
P.S. In diesem Zusammenhang steht noch immer das Wettangebot an den Landesrat Schuler aus einem früheren Beitrag, die gerichtlichen Aktionen würden enden wie das Hornberger Schießen wenn nicht gar wie ein Schuss ins Knie!

Montag, 21 Juni 2021 12:35

Jede Minute zählt

Naturns - Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören in der westlichen Welt zu den häufigsten Todesursachen. Im Falle einer Notfallsituation zählt jede Minute! Dank der Hilfe von privaten Sponsoren konnten in Naturns im öffentlichen Raum zwei Defibrillatoren-Säulen installiert werden, die nun für den Herz-Notfall zur Verfügung stehen.
Die Gemeinde Naturns freut sich gemeinsam mit der Trägerorganisation des Projekts Solution Società Cooperativa Sociale.
Am vergangenem Dienstag, den 22. Juni 2021 sind im Rahmen einer kleinen Zeremonie die Defibrillatoren der Bevölkerung übergeben worden.

An der Veranstaltung haben die freundlichen Unterstützer des Projekts teilgenommen. Ihnen gilt besonders herzlicher Dank für Ihr Engagement von Seiten der Gemeindeverwaltung.

Montag, 21 Juni 2021 12:31

Leserbriefe Ausgabe 13-21

Ein Schlag gegen die Wasserkraft
Mit großem Bedauern nimmt der Südtiroler Energieverband SEV die Verabschiedung des Gewässerschutzplans durch die Landesregierung zur Kenntnis. „Der Bau neuer Wasserkraftwerke ist damit in Südtirol nur noch sehr eingeschränkt möglich – obwohl wir auf die Wasserkraft unbedingt angewiesen sind, wenn wir unsere ehrgeizigen Klimaziele erreichen wollen“, sagt SEV-Direktor Rudi Rienzner. Bereits im Juni 2020 hatte der SEV in einer ausführlichen Stellungnahme Änderungsvorschläge deponiert. Darauf folgten mehrere Treffen mit Vertretern der zuständigen Landesämter. „Genutzt hat das alles nichts und wir können es einfach nicht verstehen, dass die Wasserkraft immer wieder zum Buhmann gemacht wird, wenn es um den Gewässerschutz geht“, sagt Rienzner. Dabei sei der vom SEV unterstützte Schutz der Gewässer durchaus mit dem Bau neuer Kraftwerke vereinbar. Rienzner: „Wenn es vertretbar ist, sollte man Neubauten oder auch Erweiterungen zulassen – und nicht alles einfach abblocken“.
Wasserkraft ist in Südtirol und in Italien unverzichtbar. 1.037 Wasserkraftwerke produzieren 88 Prozent des in Südtirol erzeugten Stroms. Durch die Nutzung der Wasserkraft spart Südtirol pro Person und Jahr 3.000 Kilogramm CO2 ein und nimmt in Italien beim jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch erneuerbarer Energie zudem eine Spitzenposition ein. Heute liefert erneuerbare Energie knapp 40 Prozent des in Italien produzierten Stroms. Bis 2030 will das Land diesen Anteil laut dem gesamtstaatlichen Energie – und Klimaplan auf 55 Prozent steigern. Angesichts der neuen Klimaziele der Europäischen Union müsste dieser Anteil sogar auf zirka 70 Prozent anwachsen.
SEV - Südtiroler Energieverband

 

Absurder Eingriff im Melagtal geplant
Mit Entsetzen nimmt die Umweltschutzgruppe Vinschgau die Nachricht zur Kenntnis, dass die Landeskommission für Raum und Landschaft das Projekt der Fraktionsverwaltung von Langtaufers, welches einen zweiten Weg zur neu errichteten Schäferhütte oberhalb von Melag vorsieht, genehmigt hat. Obwohl das Gutachten der Baukommission der Gemeinde Graun noch ausständig ist, wurde dieses absurde Projekt positiv begutachtet. Ein Lokalaugenschein hätte den Kommissionsmitgliedern klar vor Augen geführt, dass in dem äußerst steilen und hydrogeologisch sensiblen Gebiet kein Weg gebaut werden darf. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau zeigt folgende Argumente auf, die klar gegen dieses Projekt sprechen:
• Der geplante Weg würde auf 2160 m.ü.d.M. einen äußerst steilen und hydrogeologisch sehr instabilen Hang mit einer Neigung von stellenweise über 70% queren.
• Zur Sicherung des Weges wären talseitig und bergseitig massive Verbauungen mit Zyklopenmauern notwendig.
• Zur Schäferhütte führt bereits in unmittelbarer Nähe zum neu geplanten Weg ein steiler Weg, welcher bisher mit geländetauglichen Fahrzeugen befahren werden kann.
• Die zuständige Forstverwaltung hat nach einem Lokalaugenschein für Teile des Weges ein negatives Gutachten erteilt, da der zu durchschneidende Hang hydrogeologisch instabil (Wasseraustritte) ist.
• Der neue Weg wäre im Hangbereich auf seiner ganzen Länge einsehbar und würde zu einer massiven Beeinträchtigung des Landschaftsbildes führen.
• Ein mit großen finanziellen Mitteln erbauter zweiter Weg zur Schäferhütte wäre eine Vergeudung öffentlicher Gelder.
• Der neue Weg sollte laut Projekt im Winter als Rodelbahn genutzt werden. In einem so steilen und exponierten Gelände wäre dies ohne aufwändige Sicherheitsvorkehrungen niemals zu verantworten.
Zusammenfassend stellt die Umweltschutzgruppe Vinschgau fest, dass dieser Weg aus Gründen der Sicherheit, des Landschaftsschutzes, der Ökologie und zwecks sinnvollem Umgang mit öffentlichem Geld nicht zu verantworten ist. Daher wird die Baukommission der Gemeinde Graun ersucht das oben genannte Projekt sorgfältigst zu begutachten und abzulehnen.
Eva Prantl, Umweltschutzgruppe Vinschgau,
11. Juni 2021

 

Nachgedacht Juni 2021
Im Jahre 2004 haben der Vinschger Chor und der Cor da Baselgia da Müstair zwei eindrückliche Konzerte gegeben. Eines in der Pfarrkirche von Schlanders, das andere in der Stadtpfarrkirche von Meran. Weil wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein wollten, nahmen wir den Zug nach Meran. Der Hinweg war kein Problem, für die Rückfahrt hätten wir zu diesem späten Zeitpunkt keine Verbindung mehr bekommen. Die Verbindungen waren damals noch nicht so zahlreich, wie sie es heute glücklicherweise sind. Ich erlaubte mir deshalb, bei meinem geschätzten Kollegen, LH Luis Durnwalder anzuklopfen. Umgehend organisierte er uns die Rückfahrt mittels zweier Busse. Immerhin waren zwei Chöre unterwegs und leisteten einen wertvollen kulturellen Beitrag – sogar über die Landesgrenzen hinweg. Das Ereignis zeigt, wie umgehend, helfend und wertschätzend der Altlandeshauptmann unterwegs war. Und es dürfte an zahlreichen Menschen nicht fehlen, welche selbst erfahren haben, wie schnell und unbürokratisch Lius Durnwalder oft geholfen hat. Umso befremdender ist das völlig absurde (und unrechte!) Urteil des Kassationgerichtes in letzter Instanz. Haben sich Rechtsprechung und Gerechtigkeit in den Urlaub verabschiedet? Überhaupt roch das Ganze von Anfang an nach einer Kampagne perfidester Art. Lange hat man gestichelt, die Anklage glaubte sich auf dem richtigen Weg, indem Argumente konstruiert und an den Haaren herbeigezogen wurden. Man mag den Altlandeshauptmann mögen oder nicht: Aber niemand im Land hat wohl einen derartigen Leistungsausweis über Jahrzehnte vorzuweisen. Sein Engagement für Südtirol war auch im Vergleich mit anderen Amtsträgern ohne Beispiel. Eine derartige Kampagne gegen ihn zeugt nicht nur von lausig schlechtem Stil, sondern ebenso auch von einer beängstigenden Respektlosigkeit. Beängstigend ist auch die Tatsache, in welch zwielichtiger Form sich die Juristerei hier einspannt (oder einspannen lässt!). Ein altgedienter Jurist sagte mir schon vor Jahren: „Recht haben und Recht bekommen sind zwei paar Schuhe“.
Der nun fällige Gang vor den EGH in Strassburg ist zwar mühsam aber unerlässlich. Es ist denkbar und vorgezeichnet, dass das dort zu erwartende Urteil die Erbärmlichkeit gewisser bisheriger Akteurinnen und Akteure schamlos offen legen wird. Und dass es für diese auch entsprechende Konsequenzen haben wird und muss!
Don Mario Pinggera

 

HAIKU
des Monats Mai 2021
ausgewählt von der Haiku-Gruppe Südtirol

Ein Gezwitscher
das den Nebel durchdringt -
sonst ist es still
Helga Maria Gorfer, Schlanders

* Bonifaz’ kalter
Atem weht durch den Garten,
nach Sonne greifend.
Helmut Zischg, Mals

Kontakt für die Haiku-Gruppe Südtirol
im Vinschgau: helga.gorfer58@gmail.com

 

Entspannt geht auch

Corona hat uns (fast) alle ordentlich durch- und wachgerüttelt. Vielleicht war dies mal überfällig, notwendig.. nachdem wir Jahrzehnte durch unser Leben gerast sind, als ob es kein Morgen gäbe. Nun gilt es, sich neu zu sortieren, zu orientieren. Was darf bleiben, was kann weg ? Dies ist auf vielen Ebenen nun die Kernfrage.
Natürlich werden und müssen wir, z.b. beruflich wieder auf die Beine kommen. Speziell jene Branchen, welche arg gebeutelt geworden sind, haben großen Aufholbedarf. Die „Hausaufgaben“ sind zu machen nun..jede(r) auf seine Weise.
Aber auch (junge) Konsumenten, welche bis dato gedankenlos per Mausklick eingekauft haben, sollten sich ihre Gedanken machen. Z.B. darüber, wie öde und unpersönlich sich unsere Dörfer und Städte den kommenden Generationen präsentieren würden, wären sie zu Wohn- und Schlafstädten herunter gedimmt.
Der vermeintlich langweilige Mittelweg ist evtl. keine schlechte Option, zwischen stur auf (stress)schiene und einer gewissen Lockerheit. Zwischen kompromisslosem Interneteinkauf und auch mal schauen, was es denn so gäbe, im stationären Handel.
In jedem Falle gibt es dort gute fachkundige Beratung, gepaart mit einer attraktiven Auswahl und Service. Dies, falls der Händler seinen Job liebt, mit Engagement und Passion hinter seinem Geschäft steht.
Eine ehrlich gemeinte Freundlichkeit gibt es im Idealfall kostenlos dazu, um es mit Schopenhauer zu sagen: „Höflichkeit ist wie ein Luftballon. Es mag zwar nichts drin sein, aber es mildert die Stöße des Lebens“

Leoni – Pinggera Claudia
Latsch

Montag, 21 Juni 2021 12:31

Impressionen Gianni Bodini

An der Grenze. Dank der alten Militärstraße ist das Hochplateau von Plamort leicht zu erreichen.
Zum Greifen nah, sind die Gipfel von Nordtirol und Unterengadin. In der Ferne trohnt die Ortlergruppe...
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

Montag, 21 Juni 2021 12:30

Hut, Sonnencreme und Wasser trinken

Südtirol/Vinschgau - Südtiroler Sanitätsbetrieb - Der Sommer steht bevor, und wohl kaum ein anderer Sommer wie der 2021 lädt Alt und Jung zur Ausgelassenheit ein: endlich „frei“, auch wenn einige Corona Maßnahmen schon bleiben.
Ganz übersehen werden aber der Jahreszeit entsprechenden „normale“ gesundheitsfördernde Empfehlungen. So werden Sonne, Hitze und Schwüle unserer Haut, unserem Herz und unserem Hirn zusetzen.
Gemeinsam lädt das Fachpersonal der Dermatologie, Kardiologie und Psychiatrie uns alle ein, die Haut zu pflegen, das Herz zu schonen und das Hirn zu schützen und erinnert uns an 3 einfache und wirksame Verhaltensweisen:

1. einen Hut zu tragen, um eine  Überhitzung zu vermeiden,

2. ausreichend Wasser zu trinken, um den Herz-Kreislauf in Schwung zu halten

3. und sich einzucremen, um der Bräune Nachhaltigkeit zu geben und dem Krebs vorzubeugen.

Im Schatten finden wir auch für uns selbst und mit Freunden Ruhe und Gelassenheit. Es wird ein besonderer Sommer, umso mehr gilt es uns gut und sicher zu erholen!

Montag, 21 Juni 2021 12:29

Im Olymp der Edelbrände

Kastelbell/Schnals/Latsch - Die Destillata ist so etwas wie die Olympischen Spiele für Edelbrände. 104 Betreibe aus sieben Nationen haben sich heuer mit ihren Edelbränden diesem Auswahl- und Prüfverfahren gestellt. Wer sich für die Destillata anmeldet, muss nicht nur mit einer guten Portion Selbstvertrauen sondern auch mit guter, wenn nicht mit bester Qualität aufwarten. Umso schöner, belohnend und befriedigend sind Auszeichnungen, die die internationale und gestrenge Jury jährlich vergibt. Heuer ohne den Rahmen der großen und bekannten Destillata-Gala, dafür sind die Auszeichnungen nicht weniger gewichtig und wertvoll.
Zwei Auszeichnungen sind heuer in den Vinschgau vergeben worden. Der Marinushof von Heiner Pohl in Kastelbell hat mit gleich drei Edelbränden punkten können. Pohl’s „Edelbrand Vinschger Marille“ ist sogar zum „Edelbrand des Jahres 2021“ gekürt worden. Der „Edelbrand Grummetbirne“ und der „Grappa Zweigelt“ haben jeweils eine Silbermedaille gewonnen.
Große Freude herrscht auch bei Matthias Gamper und Peter Paul Schweitzer. Ihr „Nest-Gin“ hat bei der Destillata eine Goldmedaille errungen als „Alpine London Dry Gin“. Gamper ist Ginvirtuose und Hotelier in Schnals und Schweitzer ist Getränkehändler und Edelbrandsommelier. Ihre Idee, den Wacholdergin mit Bergkräutern eine besondere alpine Note zu geben, wurde in der Brennerei Roner verwirklicht und als „Nest Gin“ hat das Kultgetränk auf Anhieb Gold bei der Destillata 2021 geholt.
Gute Gründe für eine kleine Feier im Marinushof. Am 4. Juni lud Heiner Pohl eine illustre Gruppe zum Feiern, zum Verkosten, und zum Fachsimpeln ein. Martin Aurich, selbst fleißigster Edelbrenner, ließ dabei hinter die Kulissen der Destillata blicken. Aurich ist Destillata-Juror und „die Verkostungen sind aus meinem Brennerleben nicht mehr wegzudenken“, sagt Aurich. Bei der Destillata werden die bis zu 1300 aus 10 bis 13 Nationen eingeschickten Edelbrände einer sehr gründlichen Verkostung unterzogen. Die Verkostung erfolge in Kleingruppen mit anonymer Punktevergabe, bei Uneinigkeiten werde die Verkostung von einer Oberkommssion weiter geprüft. Ausgezeichnete Brände werden auch im Gault Millau angeführt.
Die Destillata sei eine sehr wichtige Bühne, sagte Heiner Pohl, ein Messen mit Kollegen, die auch für fleißige Kleinbauern genutzt werden könne. Der Vinschgau sei geradezu prädestiniert für Edelbrände, weil gesundes Obst für Fruchtbrände vor der Haustür wachse. (eb)

Montag, 21 Juni 2021 12:24

Biodiversität in den Obstanlagen

VIP – Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse - VIP – der Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse setzt seit jeher auf die naturnahe und nachhaltige Produktion. Mit einer breit angelegten Erhebung verschiedener Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt im Anbaugebiet, welche auch in der Nachhaltigkeitsstrategie sustainapple verankert ist, setzte VIP nun einen weiteren Meilenstein.

Obstwiesen und landwirtschaftliche Nutzflächen dienen in erster Linie zur Produktion von gesunden Lebensmitteln, sind aber zugleich wichtige Lebensräume für verschiedenen Lebewesen. Dieses Ökosystem weiterzuentwickeln und dessen Artenvielfalt zu fördern, ist ganz im Sinne eines naturnahen und nachhaltigen Obstanbaus.

s10 Trockenmauern VinschgauVIP bemüht sich seit vielen Jahren, mit diversen Maßnahmen die Biodiversität und damit die naturnahe Produktion im Anbaugebiet Vinschgau zu fördern: „Als VIP ist es uns ein großes Anliegen, die Nachhaltigkeit in der Produktion und Verarbeitung weiterzuentwickeln. Sehr viele unserer Produzenten wenden in ihren Obstwiesen bereits diverse ökologische Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt an. Über diese positive Entwicklung im Vinschgau freuen wir uns als Verband natürlich sehr!“, erläutert Thomas Oberhofer, Obmann der VIP.

In den vergangenen Jahren hat VIP mit dem Südtiroler Beratungsring, und den biologisch produzierenden Landwirten im Gebiet der VIP und der Biosüdtirol einen sogenannten „Erhebungsbogen Lebensraum Obstanlage“ entwickelt. Dieser Fragebogen dient als praktisches Werkzeug, mit dessen Hilfe die Obstbauern die verschiedenen Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität auf ihren Betriebsflächen und an der Hofstelle erfassen können. Der Erhebungsbogen umfasst aktuell 53 Einzelmaßnahmen, die thematisch in 9 Kategorien zusammengefasst sind. Die Maßnahmen betreffen Themen wie „Einsaaten und Blühstreifen“, „Nistkästen und Bruthilfen“ bis hin zu „Landwirtschaftliche Vielfalt“.

Mithilfe der 2020 eingeholten Erhebungen erhalten die teilnehmenden Vinschger Produzenten nun erstmals einen zusammenfassenden Überblick über ihre Biodiversitätsmaßnahmen. Die gesammelten Daten ermöglichen einen direkten Vergleich mit anderen Vinschger Obstbetrieben. Dementsprechend entsteht auch ein Anreiz, um weitere ökologische Maßnahmen im eigenen Betrieb umzusetzen.
Über 250 Betriebe, die eine Anbaufläche von insgesamt fast 1.000 Hektar bewirtschaften haben an der Erhebung teilgenommen. Die Erhebung wurde zum größten Teil auf Betrieben eingeholt, die nach den Richtlinien von BIOLAND oder DEMETER produzieren. In einer weiteren Erhebung, die im Zuge des „Biodiversitätsprojekt Schneewinkel“ durchgeführt wurde, hat man die Maßnahmen auf s10 Nistkästen Vinschgauintegriert produzierende Flächen eingeholt. In Summe entspricht die erhobene Fläche knapp einem Fünftel der gesamten Anbaufläche im Vinschgau. Die Ergebnisse dieser Erhebung belegen, dass viele der befragten Betriebe bereits eine Vielzahl von verschiedenen Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt in ihren eigenen Anlagen umsetzen. Nachfolgend ein Einblick in einige Maßnahmen aus der Befragung.

Hecken und Gehölze als artenreiche Lebensräume
Hecken, Sträucher und Gehölze bilden wichtige Landschaftselemente und zählen zu den artenreichsten Lebensräumen. Sie bieten eine Rückzugsmöglichkeit und einen Nistplatz für eine Vielzahl von Nützlings Insekten, kleinen Reptilien, Säugetieren und Vögel. Durch die Hecken wird zudem die Abdrift von Pflanzenschutzmittel verringert. In über 70% der befragten Obstbaubetriebe im Vinschgau stehen bereits Hecken in den Obstanlagen.

s10 Insektenhotels VinschgauBlühstreifen und Einsaaten in den Obstanlagen
Blühstreifen und Einsaaten in den Fahrgassen oder am Rand der Anlage erhöhen die Artenvielfalt in den Obstanlagen. Diese ungestörten Bodenbereiche fördern das Vorkommen verschiedener Nützlinge und Bestäubungsinsekten und helfen damit bei der Schädlingsregulierung mit. Zu dieser Maßnahme haben sich bereits ein Drittel der befragten Betriebe entschieden.

Nistkästen und Bruthilfen für Insekten und Vögel
Viele nützliche Singvögel sind Höhlenbrüter. Durch geeignete Nistkästen bieten fast zwei Drittel der befragten Bauern den Vögeln einen praktischen Ort zur sicheren Aufzucht der Brut. Auch für Fluginsekten gibt es passende Bruthilfen, in sogenannten Insekten- bzw. Wildbienenhotels. Auf nahezu der Hälfte der Betriebe stehen solche Nisthilfen zur Verfügung.

Val Müstair/Sta. Maria - Die Mühle Mall in Sta. Maria ist nicht einfach „nur“ ein Museum, obwohl sie natürlich in die Kategorie der Museen eingereiht wird. Die Mühle – il Muglin Mall – ist eine geschichtsträchtige kulturelle Perle im Val Müstair. Sie lässt uns eintauchen in den arbeitsreichen, oft mühsamen Bauernalltag unserer Vorfahren, die auf einfachste und doch so ausgeklügelte Art das Korn zum Mehl verarbeitet und als Brot auf den Tisch gebracht haben.
Aber nicht nur! Denn die Mühle ist auch ein Ort der Begegnung und der Geselligkeit. Dort hat man sich schon früher getroffen, zum Austausch mit den anderen Bauern, die ihr Korn zum Mahlen in die Mühle brachten. Auch der Müller war der Geselligkeit nicht abgeneigt, war sie doch ein willkommener Ausgleich zum anstrengenden und konzentrationsreichen Handwerk. Diese Tradition der Geselligkeit soll im Muglin Mall im Sommer 2021 noch mehr zum Tragen kommen. Die bäuerliche Ausstellung wird mit Kunstobjekten von Last Exit Eden ergänzt, was für die Besucher eine Bereicherung in jeder Hinsicht darstellt.
Die permanente Kunstausstellung Last Exit Eden in Sta. Maria zeigt Kunst aus der Natur heraus. Kunst aus dem Gedanken der Vielfalt, der Nachhaltigkeit und der Rückbesinnung des Menschen auf seinen biologischen Kern. Was also könnte besser zur Mühle Mall passen als Objekte aus dieser Ausstellung?
Ab Juli stellen drei Künstler in der Mühle Mall ihre Werke vor. Michael Fliri aus Taufers im Münstertal zeigt eine Fotografie aus der Serie My private Fog, in der er sich mit dem Thema der Maske und ihrem Bezug zur Natur auseinandersetzt. Von Pascal Lampert ist das Video Sonch Antöni 2021 zu sehen, worin er die Ausgrabung der Kapelle Sonch Antöni aus dem Jahre 2015 in Sta. Maria dokumentiert. Und Esther Schena aus Zürich und Müstair präsentiert eine Edition von Siebdrucken mit dem Titel Nachtfalter 2021, die Bezug nimmt auf die Arbeiten, welche sie im Stall der Chasa Parli ausstellt.
Wir spannen den Bogen von der Kunst zum bäuerlichen Alltag – eine Symbiose, welche die Besucher beeindrucken und zum Verweilen veranlassen wird.
Die neuen Öffnungszeiten kommen dem Besucherbedürfnis entgegen. Geführte Rundgänge von einer Stunde werden vom 1. Juni bis 15. Oktober am Montag, Dienstag und Donnerstag jeweils um 16.00 und 17.00 Uhr angeboten. Vom 5. Juli bis 15. Oktober kann die Mühle zudem von Montag bis Freitag von 14.00 bis 16.00 Uhr frei besichtigt werden.
Annelise Albertin

 

www.muglin.ch Instagram: muglinmall
facebook: Muglin Mall

Dienstag, 22 Juni 2021 16:00

360 Grad Zuversicht

Glurns/Mals/Taufers - Die Ferienregion Obervinschgau hat eine wunderbare 360-Grad-Rundwanderung und mit 360 Grad Zuversicht startet man in die Sommersaison. Das klang kürzlich bei der Vollversammlung in Glurns durch.

von Erwin Bernhart

Leichter Wind, Sonne und gute Stimmung: Die Vollversammlung der Ferienregion Obervinschgau fand am 10. Juni im Freigelände von Glurns statt. Kurz der Rückblick auf eine bittere Zeit - bei einem Minus von 36% bei den Ankünften und einem Minus von 32% bei den Nächtigungen, aussichtsreich und hoffnungsvoll die Vorschau auf den Rest des laufenden Jahres. Präsident Lukas Gerstl hat mit seiner Art die Stimmung unter den Mitarbeiter:innen in den Tourismusbüros hochhalten können. Katharina Fritz, die die Geschäfte der Ferienregion führt, hielt sich nicht lange beim Rückblick auf, sondern verwies darauf, dass sich etwa die 2020 neu eingeführten Angebote, die Urfichtenwanderung in Taufers, der Waalweg in Matsch und das Fahrtechniktraining auf dem Tartscher Bichl, erst heuer bewähren werden können. Mit einem Überschuss von 380.000 Euro ist das Geschäftsjahr 2020 abgeschlossen und man hat sich mit dieser Liquidität bisher über Wasser gehalten. Lukas Gerstl verwies darauf, dass man auf eine gute Saison und auf viele Gäste hoffe, um am Ende des Jahres ausgeglichen bilanzieren zu können. Dies, nachdem der Haushaltsvoranschlag 2021 pro forma von der Vollversammlung gutgeheißen worden ist.
Dass Bewegung in der Ferienregion herrscht, zeigte die Vorschau von Katharina Fritz: Mit einem neuen Tourismusbüro beim Tauferer Torturm verfügt Glurns über ein formidables Anlaufzentrum, die 360o-Wanderung wolle man mit Naturinstallationen aufpeppen, beim Bikeangebot habe sich die Zusammenarbeit mit der Ferienregion Reschenpass bestens bewährt, der Naturerlebnispfad „Biotopia“ in der Schludernser Au ist so gut wie fertiggestellt und neben der Neuanlegung von Wanderwegen (auf die Watlesspitze, Rundweg in Planeil und Verbesserungen auf den Tellakopf) soll auch die prähistorische Anlage am Ganglegg komplett renoviert werden.
Philipp Corradini von der EURAC stellte die gemeinsam mit der Plattform Land entwickelten kulinarischen Kreationen „Vinschger Bua“ und „Marillen Madl“ vor und warb um Betriebe, die diese Neukreationen in ihrem Speiseplan aufnehmen wollen.
Für die Fereienregion Reschenpass forderte der dortige Direktor Gerald Burger die Betriebe auf, die Produkte an den Gast zu bringen und er hieß die Weiterführung der 3600-Grad-Wanderung im Oberland willkommen. Der HGV-Obmann Klaus Pobitzer machte Mut, indem er auf den Aufschwung nach dieser Talfahrt hinwies. Auf eine nachhaltige Zusammenarbeit, auch im Sozialen pochte Raika-Direktor Markus Moriggl. Viel Fläche für wenig Leute und auch damit ein zukunftsfähiges Produkt sei der obere Vinschgau, sagte Kurt Sagmeister von IDM.
Ein eindringlicher Appell ging vom Watles-Präsidenten Ronald Patscheider aus: Helft uns, schickt’s uns eure Gäste. Denn der Watles bzw. die Touristik und Freizeit GmbH ist zu 90 Prozent im Eigentum der Ferienregion Obervinschgau und damit im Besitz der Mitgliedsbetriebe. Es seien gute Voraussetzungen bei den Infrastrukturen und man strebe eine gute Zusammenarbeit mit den Gastbetrieben an.

Montag, 21 Juni 2021 12:20

Rom Info ins Tal

von Albrecht Plangger - Der sog. „Recovery Fund“ ist beschlossen und liegt zur Begutachtung in Brüssel. Jetzt müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit der Plan auch umsetzbar wird und nicht in der Bürokratie, im Entscheidungsdschungel oder im Kompetenzstreit versinkt. Die gesetzlichen Vorgaben und Voraussetzungen für dieses Unterfangen kommen jetzt zu uns in die Abgeordnetenkammer: „Governance del PNRR e prime misure di rafforzamento delle strutture amministrative e di accelerazione e snellimento delle procedure“. Ein gewaltiger Brocken, der uns für die nächsten anderthalb Monate beschäftigen wird: die zentrale Regiestelle, die Rolle der Regionen, Monitoring, Kontrolle, Umsetzung der Maßnahmen, Reform bzw. Umgestaltung der Begutachtungskommissionen, Verfahrens-Vereinfachungen, finanzielle Abwicklung, Umweltverträglichkeitsprüfung, „Flurbereinigung“ beim Kodex für öffentliche Ausschreibungen, stillschweigende Zustimmung und Festlegung des Entscheidungsträgers, wenn ein Amt oder eine Behörde in der neu vorgegebenen Frist nicht entscheidet (potere sostitutivo). An diesem Gesetzesvorschlag wird sich die Kompetenz und die Durchsetzungskraft des neuen Ministerpräsidenten Draghi zeigen. Noch sind wir diese Tage mit dem „DL sostegno bis“ beschäftigt. Ca. € 40 Milliarden (ausschließlich finanziert über neue Schulden) werden verteilt, um die katastrophalen wirtschaftlichen Auswirkungen in bestimmten Wirtschaftsbereichen zu lindern. Es gibt da für uns Parlamentarier nicht viel zu ändern (man würde nur die eine Sparte bevorteilen und gleichzeitig eine andere benachteiligen), aber doch noch einige Milliarden €uro mit welchen bestimmt Fonds (z.B. für die Berglandwirtschaft) etwas aufgestockt werden können. Zu erwähnen wäre dann noch der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten. Wir haben einen sehr kompetenten, offenen und ausgleichenden Gesprächspartner getroffen. Wahrlich ein Höhepunkt in einem Parlamentarierleben. Als Obervinschger habe ich ihn zu einem Besuch im Vinschgau eingeladen. Nach Kaiser Karl´s Besuch der Ortlerfront im Jahre 1916, hat kein „Kaiser“ mehr das Oberland mit einem Besuch beehrt. Für den Kaunertaler Bundespräsidenten wäre dies eine schöne Geste an seine Nachbarn in Nauders, Graun und dem Obervinschgau.


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