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Kommentar von Chefredakteur Erwin Bernhart

Handy- und KI-frei

veröfftl. am 16. September 2026

Ich plädiere dafür, Handy-freie Schulen und Klassen einzurichten. Mittels einer Art Eltern-Schule-Vertrag. In Grund-, Mittel- und - warum nicht - auch Oberschulen. Eine Handy-freie Schule oder zumindest eine Handy-freie Klasse kann ein Qualitätsmerkmal sein, ähnlich einer Fußgängerzone. Rückwärtsgewandt? Keineswegs. Ich bin ja der Meinung, dass es den Kindern (wie auch den Erwachsenen) gestattet sein soll und muss, kommunikative Erlebnisse und individuelle Lernerfolge erfahren und auskosten zu dürfen. Damit werden Entwicklungen in Richtung Empathie und in Richtung Selbstwertgefühl besser gefördert. Weil ich kein studierter Pädagoge bin, verlasse ich mich da auf meinen Hausverstand. Handys bzw. die Bildschirmzeit verhindern solche Entwicklungsschritte. Die Zeit ist weg, die Emotionen verschwinden im Nirvana der Cloud. Handys haben so etwas wie gesellschaftlich anerkannten Suchtstatus. Und die Technik bleibt ja nicht stehen. Waren es bisher noch relativ einfache Algorithmen, die eine große Wirkung entfachen, kommt jetzat künstliche Intelligenz, aufgebaut auf neuronalen Netzwerken, hinzu. Schenkt man den Unkenrufen Glauben und auch den jüngsten Aussagen einiger Tech-Giganten, dann ist das Verhältnis von Algorithmen zur KI in etwa wie Handgranaten zu Wasserstoffbomben. Wenn die Algorithmen unsere Konzentrations- und Kommunikationsfähigkeit (nicht nur der Kinder) in die Analfabetenzeit katapultieren, welchen Einfluss wird dann wohl die KI haben? Das werden mit Sicherheit ganz neue und so noch nicht da gewesene Erfahrungen sein. Auch vor diesem Hintergrund macht es meiner Meinung nach Sinn, über Handy- und KI-freie Schulen nachzudenken.