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TeamK

Tierschutzgesetz: Ohne Mitsprache der Tierethik eine Farce

Laut Auskunft von Landesrat Luis Walcher auf die Anfrage des Team-K-Abgeordneten Franz Ploner zum geplanten neuen Tierschutzgesetz werden bei der Erarbeitung weder die wichtigen Aspekte der Tierethik eingebaut noch werden ein Tierethik-Experte oder eine Bioethik-Expertin eingebunden. Bei Franz Ploner schrillen unweigerlich alle Alarmglocken.
Franz Ploner

Im Jänner 2026 nahm der Südtiroler Landtag den Beschlussantrag des Abgeordneten Andreas Colli zur Überarbeitung des mittlerweile 25 Jahre alten Landesgesetzes bezüglich Maßnahmen zum Schutz der Tierwelt an. Landesrat Luis Walcher kündigte an, dass sein Ressort bereits seit einem Jahr am Gesetz arbeite und der Gesetzentwurf im September dieses Jahres im Landtag voraussichtlich behandelt werde. „In den Wortmeldungen der Mehrheit war viel von Tierwohl, Sensibilität, Verantwortungsbewusstsein und um einen menschlichen Umgang mit Lebewesen die Rede, Themen von spezifischer ethischer Relevanz. Auf meine Frage, ob im neuen Tierschutzgesetz auch Aspekte der Tierethik eingebaut oder ein Tier-Ethikexperte und/oder eine Bioethik-Expertin zu Rate gezogen worden sei, antwortet der Landesrat lapidar mit „Nein“. Laut Landesrat werde der gegenwärtige Gesetzentwurf aus den vom Gebiet und von den in Südtirol tätigen Fachleuten gesammelten Eingaben erstellt. Als Fachleute nennt der Landesrat Amtstierärzte, Freiberufstierärzte und Tierschutzorganisationen“, zitiert Franz Ploner aus Luis Walchers Antwortschreiben.

Der Team-K-Abgeordnete reagiert entsprechend befremdet auf diese hemdsärmelige Vorgehensweise, ein neues Gesetz zum Tierwohl ohne Einbindung der Tierethik zu schreiben. „Es gibt genügend Beispiele, in Österreich, der Schweiz, in Kenia, in Tansania, die in den letzten Jahren ein gutes, umfassendes Tierschutzgesetz erlassen haben. Tierethik sei in all diesen Gesetzesbestimmungen Pate gestanden. Wenn Südtirol die Grundkonstante der Tierethik im 21. Jahrhundert nicht in Betracht ziehen will, ist ein solches Gesetz nicht nur aus der Zeit gefallen, oberflächlich und verantwortungslos, sondern auch umsonst. Ganz zu schweigen davon, dass Maßnahmen zum Schutz der Tierwelt eine breite Palette von Themen umfassen müssen, angefangen von den Tieren in der Landwirtschaft, über die Wild- und Heimtiere. Aber auch die Problematiken Schlachthöfe, Tierhandel und Tiertransporte fallen in diesen Rahmen - alles Themen, die unter dem Gesichtspunkt der Tierethik betrachtet werden müssen“, so Franz Ploner vom Team K.