Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit, Pflege und Prävention

Hautgesundheit: Worauf man bei Muttermalen achten sollte

Gesundheitsressort informiert darüber, welche Veränderungen an Muttermalen normal sind, wann Aufmerksamkeit gefragt ist und wie die ABCDE-Regel bei der Einschätzung hilft
Die ABCDE-Regel hilft bei der Einschätzung von Muttermalen. (Grafik: LPA/Viktoria Huber)

BOZEN (LPA). Die Haut verändert sich im Laufe des Lebens. Meist ist das ganz normal. Wer die eigenen Muttermale im Blick behält, kann Veränderungen besser einordnen und unnötige Sorgen vermeiden, heißt es aus dem Ressort für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit.

Die meisten Muttermale entstehen in der Kindheit und Jugend. Während der Pubertät nimmt ihre Zahl oft deutlich zu. Ihren Höchststand erreicht sie meist im jungen Erwachsenenalter zwischen 20 und 30 Jahren. Danach bilden sich in der Regel nur noch wenige neue Muttermale. Viele bestehende werden mit den Jahren heller oder verschwinden sogar.

"Nicht jedes neue oder veränderte Muttermal ist ein Grund zur Sorge. Wer seine Haut kennt und einfache Orientierungshilfen nutzt, kann Veränderungen besser einschätzen und gemeinsam mit dem Hausarzt entscheiden, ob weiterer Abklärungsbedarf besteht", sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner.

Bei der Einschätzung kann die sogenannte ABCDE-Regel helfen. Sie bezieht sich auf Asymmetrie, Begrenzung, Colour (Farbe), Durchmesser und Erhabenheit bzw. Entwicklung von Muttermalen und unterstützt dabei, auffällige Pigmentmale zu erkennen. Aufmerksamkeit ist laut Gesundheitsressort angebracht, wenn ein Muttermal deutlich asymmetrisch wirkt, unregelmäßige Ränder aufweist, unterschiedliche Farbtöne zeigt, größer als etwa fünf bis sechs Millimeter ist, hervorsteht und sich sichtbar verändert. Besonders wichtig ist die Entwicklung über die Zeit. Verändert sich ein Muttermal in Form, Größe oder Farbe oder treten Beschwerden wie Juckreiz oder Blutungen auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.

Das Gesundheitsressort empfiehlt, die eigene Haut etwa einmal im Monat bewusst zu betrachten. Dafür reichen wenige Minuten. Wer seine Haut regelmäßig sieht, erkennt Veränderungen leichter und kann diese besser einschätzen.


Weiterer Artikel zu diesem Thema:

12. August 2026
BOZEN (LPA). Jetzt im Sommer und bei warmen Wetter verbringen viele Menschen mehr Zeit im Freien. D…

„I hon nia na sogn kennt“

22. Juli 2026

Traumatisch verlief schon Hermines Geburt. Ihre Steißlage wäre für sie beinahe zur tödlichen Falle geworden. Hermine wuchs mit zwei Brüdern in Eyrs auf. Die Familie lebte von einer kleinen Landwirtschaft, bis der Vater bei der Bahn Arbeit bekam. Hermine besuchte die Latein-Mittelschule in Mals und anschließend die Lehrerbildungsanstalt LBA in Meran. Als 17-Jährige verliebte sie sich in den jungen Carabiniere Brigadier Toni Morri. Die Liebe blühte zuerst heimlich. Dann erfuhr es die Mutter und wehrte wütend dagegen. Denn sie wollte ihrer Tochter die Ausgrenzungen als „Walsche“ ersparen, die sie selbst als „lediges Kind“ mit einem sizilianischen Vater erfahren musste. Und in den 1960er Jahre war die Stimmung zwischen den Volksgruppen hasserfüllt. Doch Hermine ließ nicht von ihrem Toni. Dann kam der verhängnisvolle August 1965. Die Verliebten unternahmen mit Bekannten eine Spritzfahrt nach Spondinig. Plötzlich krachte es und Hermine wachte schwer verletzt im Krankenhaus auf. Nach Tagen erfuhr sie, dass Toni und ein Begleiter tot waren. Eine Welt brach für sie zusammen. In ihr Tagebuch schrieb sie: „Mama iatz brauchsch diar konae Sorgn mea mochn, dass i an Walschn heirat.“ Kopfschmerzen und Schwindelanfälle wurden zu ihren Begleitern. Hermine gab die LBA auf und wechselte in die Hauswirtschaftsschule Karolinum. Nach dem Abschluss fand sie Arbeit zuerst in einem Fabrikanten-Haushalt in Florenz, dann bei einer jüdischen Familie in Paris und schließlich bei einer Frau in Gröden. Dort schrieb sie sich in die Kunstschule ein. Kontakt pflegte sie mit Tonis Freund Vittorio Andretta, der bei der Lasa Marmor beschäftigt war. Aus der Freundschaft wurde Liebe. Nachdem Hermine die Kunstschule beendet hatte, wurde sie schwanger. Dass es wieder ein Italiener war, nahm ihre Mutter angesichts der Umstände zähneknirschend hin. 1970 heirateten Hermine und Vittorio. „Weil i an Walschen gheiratet hon, hobm sie inz koan Zaun gmocht“, bedauert sie. Das Paar bezog eine Wohnung in Laas. Hermine wurde Mutter eines Sohnes. Ein zweiter Sohn folgte. Mit der Unterrichtstätigkeit als Kunsterzieherin begann sie erst Jahre später. Nach Fernkursen wechselte sie zum Fach Religion und absolvierte auch die Fachberaterausbildung für angehende Religionslehrer. Nebenbei koordinierte sie den Bau des Eigenheimes in Eyrs, war aktiv im Pfarrgemeinderat und im KVW. Auch verschiedene anderer Tätigkeiten für die Allgemeinheit übernahm sie laufend. „I hon nia na sogn kennt“, erklärt sie. „Unt so hon i mi in di Depression inni manövriert.“ Im März 1992 fiel sie in ein tiefes seelisches Loch. „I hon nimmer denkn kennt unt bin zur Etschbrücke gongen“, erzählt sie. Sie stürzte sich ins kalte Wasser. Ein Mann rettete sie. Im Krankenhaus zermürbten sie die Schuldgefühle. Sie schämte sich vor den Ärzten, vor ihrem Mann, vor ihren Söhnen. „Dia hobm viel Geduld mit miar braucht“, bekennt sie. Als sie sich wieder stabil fühlte, kehrte sie in die Schule zurück. Doch der nächste Nervenzusammenbruch folgte. Erneut begannen psychiatrische Behandlungen. Depressive und manische Zeiten wechselten sich ab. In ihren manischen Phasen unternahm sie spontane Reisen. Die erste Reise führte sie allein nach Kanada. Es folgten Trips nach Marokko, Ägypten und oft nach Süditalien. Mit dem Gleitschirm schwang sie sich in die Lüfte und gab das Geld mit beiden Händen aus. „Für miar isches Lebensfreude pur gewesn, für ondere wor`s zuviel, speziell für meine Familie“, betont sie. In den depressiven Phasen fiel sie wieder in ein Tief und schämte sich. Erst nach weiteren gezielten Therapien in der Psychiatrie Meran, in einer Spezialklinik in Obersdorf, im Therapiezentrum Bad Bachgart fand sie schließlich in ein ausgeglichenes Leben zurück. Sie nahm die Frühpensionierung in Anspruch und übersiedelte 2010 nach Algund. Ihr Mann zog es vor in Eyrs zu bleiben. Als er an Krebs erkrankte, kam sich das Paar wieder näher. Vittorio zog zu ihr nach Algund. Sie umsorgte ihn bis zu seinem Tod 2017. Kurz darauf war auch sie mit einer Tumorerkrankung konfrontiert. Sie kämpfte und hatte Glück. Mittlerweilen fühlt sie sich seelisch stabil. „I bin a fröhlicher Mensch, obr i muaß fescht af miar aufpassen“, meint sie. Unterstützt von Therapeuten und in der Selbsthilfegruppe hat sie ihre Lebensfreude wiedergefunden. Sie liest viel, schreibt Sketsche, töpfert und singt gerne. Jüngst absolvierte sie die Ausbildung bei den „Roten Nasen“ in Brixen. Sie hat großen Spaß daran, die Menschen mit ihren heiteren Clown Auftritten zu erfreuen.

Hirt mit Leib und Seele

05. August 2026

An einem glasklaren Sommertag begrüßen mich auf der „Unterolb“ im Laaser Tal zwei Hunde, ein paar Hühner und das idyllische Läuten der Kälberglocken. Bereits voriges Jahr wurde mir von einem „originalen Hirt aus Völs“ erzählt, und als ich dann in Laas einen Mann mit krausem Haar und knapper Lederhose Vorräte auf einen „Jeep“ aufladen sah, wusste ich wohin. Kurze und lange Lederhosen, gutes Schuhwerk hat er zusammen mit seinem Ross und mit Galtvieh, zwei Hunden und Katzen auf die „Unterolb“ ins Laaser Tal mitgebracht.
Joggl, Jakob Voetter, ist 1966 in Bozen geboren und als Einzelkind in Völs aufgewachsen. Seine Mutter betrieb dort eine kleine Pension. Mit knappen zwei Jahren erkrankte er an Bronchitis, und der Arzt verschrieb ihm Höhenluft. So begleiteten sie von da an Jakobs Vater im Sommer auf die Alm. Dort besserte sich Jakobs Gesundheit und er verbrachte mit wenigen Ausnahmen, die Sommerfrische auf der Alm. Bereits ab 1978 war er „Hiatbua“, zuerst auf der Seiser Alm, darauf hin drei Sommer im Fassatal. Er verbrachte den Militärdienst am Bozner Flughafen, danach arbeitete er als Zimmermann bei einer Baufirma und später wieder als Hirte im Fassatal und Belluno. Von 2001 bis 2014 war Joggl auf einer Voralp in Völs. 2015 hütete er Schafe von Tiers auf dem Schlern, 2016/2017 wieder Kälber in Col di Lana-Buchenstein im Belluno und drei Sommer in Tiers. 2021 pausierte Joggl unfallbedingt. Er schloss 2022 in Salern den Lehrgang für Hirten ab und verbrachte den Sommer auf der Haniger Schweige in Tiers und die zwei darauffolgenden im Defereggental in Ostirol. In den Wintermonaten arbeitete er bei den Skiliften auf der Seiser Alm und half seinen Eltern in der Völser Pension. Seine Mutter wurde dement und er sollte die Pension weiter führen. Jakob wusste, das ist nicht seines. Er baute die Pension zu fünf Wohnungen um und hat in einer seine Bleibe. Er ist mit Leib und Seele „Hirt“ und kam 2025 ins Laaser Tal. Er trifft an jedem neuen Ort auf Menschen, Bauern, Almmeister mit neuen anderen Ideen und meint, das sei auch gut so. Seine Erfahrung ist: „S‘Vieh isch unkompliziert, sel muasche lei lossen. Es suacht sich schu des, wos es braucht, man muaß a bissl derbei bleiben, zwischendurch salzn, nor fahlt ihmanen nichts.“ Es erfüllt ihn mit Freude und Genugtuung zu sehen, wie das Vieh am Morgen über die Weide grast und in den Mittagsstunden in der Sonne „flockt“. Sein Hobby ist sein Beruf. Jeder Sommer ist neu. Er hat immer wieder heftige Gewitter und Unwetter hautnah miterlebt, die ihn achtsam, aber keine Angst machen. Bedenklich bemerkt er, dass die schneearmen Winter zunehmen und die Almweiden vermehrt zuwachsen. Es wird immer weniger Vieh aufgetrieben, das Gras nicht vollständig abgeweidet, und die „Olmroasn“ und andere Stauden verwuchern langfristig wertvolle Weidefläche. Dem Vieh genügt kurzes Gras, meint Jakob. Er ist kein Freund der Koppelhaltung, d.h. das Vieh wird umzäunt und die Weide Stück für Stück abgefressen. Das Vieh soll freien Lauf haben, zuerst die Schafe, dann das Galtvieh, später die Kühe, zuletzt die Rösser und die „Goaß“. Im Laaser Tal wird nicht gesennt, d.h. es werden keine Kühe gemolken und deren Milch zu Käse und Butter weiter verarbeitet. Das wäre nicht seines. Trotzdem ist Joggls Tag ausgefüllt. Früh morgens sieht er nach dem Vieh, kehrt zur Almhütte zurück und kocht sich mindestens einmal am Tag eine warme Mahlzeit. Er erkundet das Gelände, macht ab und zu „an Ratscher“ mit den Wanderern und den Bauern die vorbeikommen, er meint: „I konn besser mit die Viecher, wia mit die Leit.“. Trotzdem ist er ein geselliger, lebensfroher Zeitgenosse und macht manchmal einen Abstecher in die Zivilisation. Dann sieht man ihn z.B. beim Pizzaessen in Laas. Heute trinkt er dazu Wasser, seiner Gesundheit bzw. seinem Blutzuckerspiegel und Blutdruck zu Liebe. Die Höhe beeinflusst diesen negativ, momentan liegt es noch im annehmbaren Bereich und Joggl hofft, dass es so bleibt. Er möchte weiterhin „hiatn gian“. Zum Thema Herdenschutz sagt er: “Man muss bedenken, dass ein Wildtier ein wildes Tier ist und bleibt. Es jagt um zu überleben, verteidigt seinen Nachwuchs und Lebensraum, sucht sich leichte Beute, unterscheidet dabei nicht zwischen Tier und Mensch. Der Lebensraum in Südtirol ist zu stark besiedelt, um beidem ausreichend Platz zu geben.“ „Noch Liachtmess wear i longsom unruhig, gutzlt‘s mi und wenn es nor longsom griane weart, frei i mi afe Summar“.


Besonders im höheren Erwachsenenalter lohnt sich ein genauer Blick. Da neue Muttermale in diesem Lebensabschnitt eher selten entstehen, sollte ein neu auftretendes pigmentiertes Hautmal ärztlich beurteilt werden, vor allem wenn es ungewöhnlich aussieht oder sich verändert.

Im Südtiroler Gesundheitssystem ist die Hausärztin oder der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Dort erfolgt die erste klinische Beurteilung. Bei Bedarf wird die Überweisung zur fachärztlichen Untersuchung ausgestellt. So erhalten jene Patientinnen und Patienten, bei denen tatsächlich ein Verdacht besteht, rasch die notwendige Abklärung.

Ein wichtiger Beitrag zur Hautgesundheit bleibe zudem der Schutz vor UV-Strahlung (LPA hat berichtet), so das Gesundheitsressort. Wer Sonnenbrände vermeidet und stets geeigneten Sonnenschutz verwendet, kann seine Haut langfristig schützen.

san