Leserbriefe 25-2025
„Intelligenz“
Erst kürzlich bei der Fernsehsendung „Privat“ mit Markus Frings, stellte Frings verschiedene Fragen an den ehemaligen Landesrat Michl Laimer. Dieser erklärte, dass er in seiner Amtszeit als Landesrat für Umwelt viel Sinnvolles eingeführt hat. So z.B. Klimahaus, Fernheizwerke, Mülltrennung, Abwasserreinigung, Photovoltaik u.s.w. Leider wissen heute viele Bürger nicht mehr, dass diese wichtigen Errungenschaften vom damaligen Landesrat Laimer eingeführt wurden. Er erklärte u.a., dass nur der Mensch mit seiner „Intelligenz“ seinen Lebensraum zerstört, weil seine unersättliche Gier so groß ist. Bei der Raumordnung werden bei jeder Sitzung der Landesregierung durch die Bauleitplan-Abänderungen unsere begrenzt verfügbaren Flächen immer weiter verbaut. Nach Laimers Verständnis müsste viel mehr verdichtet und in die Höhe gebaut werden. Ich denke mir, wenn das so weitergeht mit der Verbauung, dann haben wir in einigen Jahren mit Bozen, Umgebung und Leifers eine zusammengewachsene Großstadt. Genauso wird es eine zusammengewachsene Großstadt Meran-Burggrafenamt geben. Da Herr Michl Laimer nicht mehr in die Landespolitik zurückkehren will, könnte die Landesregierung solche erfahrene Personen zumindest als Berater miteinbeziehen!
Gögele Ernst, Plaus
50 Jahre Wohnbauzone
Im Jahre 1972/73 hat der damalige Bürgermeister Albert Flora die erste Zone mit Weitsicht in der Gemeinde Mals in Tartsch ausgewiesen. Es war auch wahrscheinlich die erste Zone im oberen Vinschgau die als geförderte und freie Zone ausgewiesen, um junge Familien zu helfen. Am 01.05.1975 wurde der erste Spatenstich in der Zone in Tartsch gesetzt. in der Zone waren 55% freie Zone & 45% geförderter Wohnbau. In der freien Zone wurde mit dem Bauen begonnen und am 1. Mai 1975 ist der Bagger aufgefahren. Die Bauherren waren Stocker R., Paulmichl M. und Punter J.. Ich habe damals in der Schweiz gearbeitet und habe alle drei Einreichpläne abends gezeichnet und geplant. Die Einreichpläne unterschrieben und die Statistik gemacht hat der damals einzige Bauingenieur im Obervinschgau Ing. Walter Reinstadler aus Sulden.
Es waren damals in dieser Zone, sei es in der freien Zone, oder im geförderten Wohnbau, nur Einheimische der Gemeinde Mals, die gebaut haben bzw. zum Zuge kamen. Es war die erste Zone in Mals/Tartsch. Wenn diese Zone nicht ausgewiesen worden wäre, wären in Tartsch heute gleich viele Einwohner wie in Planeil. Wir ersten drei haben in der freien Zone gebaut.
Albert Flora war damals der jüngste Bürgermeister von ganz Südtirol. Diese Zone heißt „Schetzes“. Wir haben damals im Grünen gebaut. Es waren alles Obstwiesen und Wiesen. Einen Apfelbaum gibt es noch von damals. Der Bürgermeister Flora hat damals geschaut, dass nur Einheimische in der Gemeinde bauen können und nicht abwandern. In der Zwischenzeit bis heute 2025 sind noch 4 Bauzonen ausgewiesen worden bis jetzt konnten nur Einheimische bauen. Hoffen wir, dass in der letzten Zone auch nur Einheimische Wohnungen kaufen können und im geförderten Wohnbau nur Einheimische von der Gemeinde Mals zum Bauen kommen werden. Die Zone ist schon vor 20 Jahren als Bauzone ausgewiesen worden, aber der grüne Bürgermeister Ulrich Veith hat nicht weiter gemacht, dafür sind etliche junge Familien in andere Gemeinden abgewandert. Das sind Schäden, die nicht zu verantworten sind. Der erste Spatenstich ist jetzt im Oktober gefallenen vom Unternehmer Mair Klaus. Die Infrastruktur wurde angefangen.
Die Untertunnelung in Tartsch ist auch geplant. Die ist aber noch zu verwirklichen. Hoffentlich wird ist schon noch gemacht werden.
Matthias Paulmichl, Tartsch
Beton gegen Klimaziele
Das vergangene Jahr 2024 war global das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Es zeichnen sich ökologische und wirtschaftliche Schäden ab, welche um ein Vielfaches höher sein werden als die verbliebenen kurzfristigen Vorteile der aktuellen Wirtschaftsweise. Die Natur lässt nicht mit sich verhandeln. Politik und Privatwirtschaft machen aber im wesentlichen weiter wie bisher. Dies gilt für alle Südtiroler Hauptwirtschaftszweige. Auch für den Bausektor, welcher in unserem Land für rund 50% des Energieverbrauchs und für rund 50% für den Ausstoß der Treibhausgase verantwortlich ist. Die zunehmende Verwendung von Stahlbeton ist in höchstem Maße klimaschädlich. Allein die Herstellung von Zement und Stahl benötigt einen enormen Energieaufwand. Dazu verwendet die Industrie mehrheitlich fossile Brennstoffe. Hinzu kommt die Umweltbelastung durch die weiten Transportwege.
Dem gegenüber verfügt unsere heimische Holzwirtschaft über beachtliche Mengen an ungenutztem Bauholz. Wir sind von Wäldern umgeben, welche eine regelmäßige Abernte und künftig eine neue Baumvielfalt verlangen würden. Aufgrund der mangelnden lokalen Nachfrage jedoch überaltern die Nutzwaldbestände und fallen irgendwann dem Windwurf, Schneedruck und Borkenkäfer zum Opfer. So erfolgt ein Preisverfall, der es unseren Waldbesitzern unmöglich macht, ihren wertvollen Rohstoff gewinnbringend zu ernten.
Wer sich die Baustellen in der eigenen Umgebung ansieht, kann feststellen, dass in den letzten Jahren Stahlbeton massiv bevorzugt wird, während der heimische Baustoff Holz bestenfalls dekorativ verwendet wird, um Stahlbeton zu verdecken.
Historische Gebäude bezeugen hingegen die ausgezeichneten Baueigenschaften von Holz, Stein, Kalkmörtel, Lehm, Stroh usw. Die Fürstenburg etwa steht heute noch. Neben ihr jedoch ein Beispiel gröbster Fehlentscheidung: Das neue Stahlbeton-Heim beherbergt viele junge Waldbesitzer, denen tagtäglich vor Augen geführt wird, wie wenig ihr Wald geschätzt wird. Ein anderes modernes Mahnmal, bei dem öffentliche Bauherrn mit dem schlechtest möglichen Beispiel auffallen, ist das in Beton errichtete Naturparkhaus in Naturns. Nicht weit davon entfernt der neue Kindergarten, ebenfalls aus Beton, welcher dann jene junge Generation aufnimmt, die künftig die leidtragende dieser umweltschädigenden Baupolitik sein wird. Als Bauherrin zeichnet eine seit 2017 deklarierte KlimaGemeinde Silver.
Obgenannte und viele ähnliche Fehlentscheidungen hierzulande sind weder mit KlimaGemeinde noch mit dem Klimaplan Südtirol vereinbar und im Sinne des Naturschutzes nicht mehr zu rechtfertigen.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau appelliert an die Landespolitik, an Gemeindeverwaltungen und Baukommissionen, deren Baupolitik rasch und gründlich umzugestalten und sich von diesem ungebremsten Einsatz von Beton zu verabschieden. Die Zeit drängt. Umwelt schonende und heimische Baustoffe müssen konsequent bevorzugt werden. Dafür trägt die öffentliche Verwaltung eine besondere Verantwortung. Sie verwalten unsere Steuergelder und sind zu deren vorbildlichen Verwendung verpflichtet. Dann werden auch private Bauherren, Planungsbüros und Baustoffhandel nachziehen und im Sinne von Wohnklima und Weltklima arbeiten.
Umweltschutzgruppe Vinschgau