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Naturns

„Krampus, wer bisch du?“

Sie gehören zur alljährlichen Tradition in der Vorweihnachtszeit: die Krampusse oder „Tuifl“, wie sie auch genannt werden. Aber sie werden nicht von allen gern gesehen und vor allem Kinder fürchten sich oft vor den schaurigen Gestalten. Um ihnen die Angst zu nehmen und um zu erklären, wer diese „Tuifl“ eigentlich sind, lud der Krampusverein Naturns am 15. November unter dem Motto „Krampus, wer bisch du?“ in den Rathaussaal ein.
Den Krampusverein gibt es bereits seit 2008 und er zählt 80 Mitglieder, darunter drei aktive Frauen. Alljährlich beteiligen sich die Mitglieder von Anfang November bis Mitte Dezember an verschiedenen Schauläufen im In- und Ausland, außerdem helfen sie bei Veranstaltungen im Dorf mit und haben zwei eigene Stände an den Abenden der „Nacht der Lichter“ im Juli.
Zu Beginn erklärten Mitglieder des Vereins, woher die Tradition der Krampusse stammt: Im Mittelalter zogen ledige Männer, welche von den Höfen vertrieben wurden, da sie für die Bauern eine Last waren, maskiert von Haus zu Haus, um die bösen Geister und den Winter zu vertreiben. Als Lohn dafür bekamen sie Essen, Trinken und oftmals auch eine Übernachtungsmöglichkeit. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Gestalt zum Begleiter des Heiligen Nikolaus, um durch Furcht und Schrecken Gehorsam und Tugendhaftigkeit zu fördern.
Durch das Anziehen eines vollständigen Kostüms aus Hose, Weste, Glocke und Maske wurde den Kindern dann Schritt für Schritt vorgezeigt, wie es zur „Verwandlung“ in einen Krampus kommt. Ein hochwertiges Kostüm, z. B. aus Hirschleder, mit einer Maske aus Buchenholz wiegt dabei bis zu 20kg und hat mit circa 4500 Euro auch einen stolzen Preis.
Anschließend durften die Kinder die Kostüme anfassen und die lauten, großen Glocken ausprobieren. Dadurch gelang es erfolgreich, dass die Kinder etwas die Angst vor den unheimlichen Gestalten verloren und wagten, sich einem Krampus zu nähern oder sogar ein gemeinsames Foto zu machen.

Ausgabe 25/2025