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Nicht aus dem Gerichtssaal

Brauchen wir einen Ersatz für unseren Schienenersatzdienst?

Diese Geschichte kommt nicht aus einem Gerichtssaal. Sie hat sich vielmehr unter freiem Himmel auf dem Busparkplatz neben dem Meraner Bahnhof zugetragen. Sie ist mir persönlich passiert. Aus dem Süden der Halbinsel oder einem Entwicklungsland wären wir auf Ähnliches gefasst, nicht jedoch bei uns! Das meinen wir.
Am Freitag, dem 21. November, war ich am Nachmittag mit dem Schienenersatzdienst nach Meran gefahren, am Abend wollte ich mit dem vorletzten Bus um 21 Uhr 50 wieder nach Schlanders zurückfahren. Um 21 Uhr 45 stand ich an der Haltestelle im Freien und wartete auf den Bus. Die Kälte war klirrend, doch der Bus kam nicht und kam nicht. Auf einen Hinweis an der Anschlagetafel warteten wir vergeblich. Nach 25 Minuten entschied ich mich, gemeinsam mit drei Leidensgenossen, ein Taxi nach Schlanders zu nehmen. Kosten pro Person : 20 Euro.
Tags darauf wollte ich meinen Ärger los werden. Ich rief bei der Südtirol Mobilität und bei der SAD an, doch da wurde ich schon mal an das Wochenende erinnert und auf Montag verwiesen. Am Montag war diese Nummer sowie auch die passende bei der SAD den ganzen Tag über besetzt. Am Dienstag bekam ich dann nach vielen vergeblichen Versuchen bei der Mobilität endlich einen Menschen an die Leitung. Dem schilderte ich den Vorfall. Wissen Sie, was mir geraten wurde? Schicken Sie uns eine Mail! Auf meine etwas gereizte Reaktion, dass mir in der Kälte nicht der Sinn nach dem Versenden einer Mail gestanden und ich mir eine offizielle Mitteilung an der Tafel der Haltestelle erwartet hätte, kam die Antwort: „Mitteilungen erfolgen über eine „App“! Da war ich schon mal sprachlos. Und wissen Sie, was ich von einem Mitreisenden erfahren habe? Der war, mit einer „App“ ausgerüstet und im Vertrauen darauf, auf den Busbahnhof gekommen, um nach Schlanders zu fahren. Doch nicht einmal auf seiner „App“ war das Ausbleiben des Busses angezeigt!
Nun vertraue ich auf unseren politischen Vertreter im Landtag, Sepp Noggler, dass er diesen „Saustall“ zum Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage macht und bei der SAD, die den Schienenersatzdienst mit ihren Bussen versieht, einen ordentlichen Stunk macht. An die Erstattung unserer 80 Euro wage ich erst gar nicht zu denken!

P.S. Falls Sie ähnliche Tonband-erlebnisse haben möchten, hier die Nummern:
Südtirol Mobilität: 0471 220880
SAD: 0471 450111, und viel Vergnügen!

Ausgabe 25/2025