Vinschgau - Die anstehenden Gemeinderatswahlen standen im Vordergrund bei der diesjährigen hds-Bezirksversammlung. Doch nicht nur. Bezirkspräsident Dietmar Spechtenhauser fand einmal mehr klare Worte zur Handelspolitik im Vinschgau.
von Angelika Ploner
Für eine kurzweilige und lebendige Bezirksversammlung sorgte Bezirkspräsident Dietmar Spechtenhauser am 27. März 2025 in der BASIS Vinschgau. Zum einen mit seinem Impulsreferat. Zum anderen mit einer 2-Minuten-Rede-Runde, zu der alle BM-Kandidatinnen und Kandidaten im Vorfeld eingeladen worden waren. Thema: Die Handelspolitik in der eigenen Gemeinde - Positives, Negatives und Visionen. Der Einladung gefolgt sind einige, aber nicht alle.
„Schlechte Handelspolitik hat dermaßen schlechte Auswirkungen, dass wir es zum Thema gemacht haben“, sagte Spechtenhauser. „Der kommunalen Handelspolitik ist wesentlich mehr Bedeutung zuzumessen. Ich betone wesentlich“, so Spechtenhauser wörtlich. Der Handel solle in den Ortzentren stattfinden und nicht außerhalb. „Im Ortskern finden authentische Begegnungen statt, dazu braucht es die Geschäfte und die Gastronomie. Zu glauben an der Staatsstraße Großhandel zu errichten, der wird eines Besseren belehrt. Realitäten außerhalb fehlen dem Ortskern, saugen Kaufkraft ab, sorgen für eine Frequenzabnahme und fördern das Ladensterben im Ortszentrum. Die Dörfer sterben. Ich muss da als Negativbeispiele das geplante Eurospin Kortsch oder das M-Preis Eyrs nennen. Entscheidungen der Gemeindepolitik sind im Interesse der Gemeinschaft zu treffen und nicht für das Profitdenken und den Vorteil Einzelner. Die Zulassung neuer Handelsfläche ist also nur für diejenigen wenigen Warengruppen zu genehmigen, für die es erlaubt ist: Möbel, Getränke, Autohandel usw. Augenmerk und Unterstützung sind auf eine Nachbesetzung und Verdichtung der Einzelhandelsflächen in den Ortskernen zu legen.“
Kommunale Handelspolitik sollte Herzensangelegenheit einer jeden Gemeinde sein. Vor diesem Hintergrund war die 2-Minuten-Rede-Runde der BM-Kanidatinnen und Kandidaten eine interessante: Manche blieben vage, einige waren konkreter. Zwei Beispiele: Heiko Hauser, BM von Schluderns, etwa hat mittels Wirtschaftsförderung für Neuansiedelungen von 10.000 Euro immerhin fünf Betriebe neu oder wieder eröffnen können. Diese müssen drei Jahre bleiben.
Verena Tröger, BMin von Laas: „Ich fühle mich bei den Ohren genommen. Wir haben in Eyrs etwas zugelassen, was uns Bauchweh bereitet.“ Die Ehrung der hds-Mitglieder ist immer ein besonderer Moment: Heuer wurde Ortler Gel Kg der Andrea Weissenegger mit Mutter Rosa und Vater Anton aus Prad für 30 Jahre hds-Mitgliedschaft geehrt.
Philipp Moser, der Präsident, sagte seinen Mitgliedern: „Die Monni Card hat 18,3 Millionen generiert, 57.000 Gutscheine wurden gekauft - ein neuer Rekord.“ Aus hds Servicegenossenschaft wird InService. Und: Eine neue „Miar“-App wird auf den Weg gebracht.