Laatsch - Vier Jahre nach Inbetriebnahme erweist sich das Rambachkraftwerk als Goldesel. In zweifacher Hinsicht: Als eine nachhaltige und regenerative Energiequelle und als finanzielle Kraftquelle für die am Kraftwerk Beteiligten. Die „Schlachten an der Calven“ haben sich gelohnt.
von Erwin Bernhart
Als „Schlacht an der Calven“ ist in den nachfolgenden Zeilen nicht jene Schlacht gemeint, die 1499 zu einer horrenden Niederlage der habsburgischen Truppen geführt hat. Diese aktuelle „Schlacht an der Calven“ ist der Kampf um ein Kraftwerk am Rambach und vor allem das Ergebnis davon.
Denn nach diesem Kampf gibt es nur Erfolg und Sieger. Der Erfolg: Wenn man davon ausgeht, dass jede mit Wasserkraft erzeugte Kilowattstunde eine fossil erzeugte Kilowattstunde verdrängt, dann ist Wasserkraft immer erfolgreich. So auch am Rambach. Auch wird von Experten der limnologische Zustand des Rambaches zwischen Werk beim Laatscher Sportplatz und der Fassung in Puntweil als „sehr gut“ beschrieben. Auch das ist ein Erfolg.
Die Sieger: Über gute Einnahmen freuen sich die Miteigentümer am Rambachwerk. Das sind die Gemeinde Taufers im Münstertal mit 39 %, die Gemeinde Mals mit 27 %, die Gemeinde Glurns mit 20 %, die Fraktion Laatsch (EBNR) mit 8 %, die Gemeinde Schluderns mit 3 % und die SEG (die Schludernser Energiegenossenschaft) mit 3 %.
Am 18. Juli 2020, also mitten im ersten Corona-Jahr und nach nur einem halben Jahr Bauzeit, ist das Kraftwerk am Rambach ans Netz gegangen. In den knapp 6 Monaten Betrieb 2020 hat das Kraftwerk fast 15 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Gebaut hat das Kraftwerk samt Fassung und Zuleitung die Rambach Konsortial GmbH, bestehend aus den oben genannten Teilhabern. Die haben die rund 13 Millionen Euro für den Bau anteilsmäßig aufgewendet. Der Wasserbauingenieur Walter Gostner war Präsident der Rambach Konsortial GmbH. Er hat den Bau koordiniert. Mit der Inbetriebnahme des Werkes wurde die Konsortial GmbH aufgelöst und in Liquidation geschickt. Mit einem Führungsvertrag hat die Gemeinde Taufers als Mehrheitseignerin die Führung übernommen, alle Beteiligten sind als Miteigentümer geführt. Die Liquidation war ein letztes Scharmützel in einem Jahrzehnte lang geführten Kampf um eine Rambachkonzession. Denn die Gemeinde Mals musste sich kurz vor der Inbetriebnahme des Werkes zähneknirschend einer Zweidrittelmehrheit der Gesellschafter beugen und hat im Gemeinderat (Beschluss 17/2020) einen harsch formulierten Beschluss zu fassen gehabt.
Seither ist Ruhe eingetreten und offensichtlich das Kriegsbeil begraben. Das ist der erfolgreichen, unbürokratischen Verwaltung des E-Werkes in der Gemeinde Taufers zu verdanken und vor allem den Erlösen aus dem Stromverkauf.
Hinter dem Laatscher Sportplatz steht ein mit Holz verkleidetes Gebäude, eine Art Turm. Die Architektur ist unauffällig, kein Hingucker, verschämt bescheiden. Von außen ist ein permanentes Surren vernehmbar, will heißen: die Turbine drinnen läuft. Die Konzession ist auf eine mittlere Jahresleistung von knapp unter 3 Megawatt ausgelegt. Also kein Großkraftwerk, sondern ein mittleres. Aber: Das Werk am Rambach ist das größte Kraftwerk, das in den letzten Jahren gebaut worden ist und stellt sich in seiner Jahresleistung nur hinter die Großkraftwerke von Schluderns, Laas, Kastelbell und Naturns. Ein kleiner Riese also in der Vinschger Kraftwerkslandschaft.
Das spiegelt sich auch in den Zahlen nieder. Zu einer ersten Höchstleistung ist das Kraftwerk bereits 2021 aufgelaufen. Zumindest in der Produktion. Mit 27 Millionen Kilowattstunden hat man die prognostizierten 21 Millionen bei Weitem übertroffen. Nur der Strompreis war damals mit 4 Eurocent pro Kilowattstunde im Keller, so dass der Erlös lediglich 1,3 Millionen Euro betragen hat.
Im zweiten Vollbetriebsjahr 2022 sank die Produktion aufgrund der Trockenheit und des damit einhergehenden Wassermangels auf 14,6 Millionen Kilowattstunden mit einem Erlös von 894.000 Euro. Zudem hatte man sich an den Südtiroler Energieverband (SEV) mit einem Fixpreis von 6 Eurocent pro Kiowattstunde gebunden und auch mit einer bindenden Produktionszusage. Mehr als 2 Millionen Euro blieb man dem SEV so schuldig. Eine ungute Situation.
Gelöst haben sich die Probleme in den letzen zwei Jahren. 2023 konnten sich die Miteigentümer über eine Produktion von 22 Millionen Kilowattstunden und Erlösen von 2,7 Millionen Euro freuen - allerdings immer noch an den Fixpreis von 6 Eurocent pro Kilowattstunde gebunden. Im vorigen Jahr 2024 ist der Knopf vollends aufgegangen: 29,6 Millionen Kilowattstunden und Erlöse von 3,2 Millionen Euro.
Allerdings musste man sich von den an den SEV vertraglich geschuldeten Beträgen vorerst befreien. Schmerzhaft war das im Jahr 2023, als man rund 1,8 Millionen Euro an den SEV als Kompensierung überweisen musste. 2024 ging’s leichter. Die Restschuld von 310.000 Euro an den SEV wurde beglichen.
So konnte die Sitzung der Miteigentümer am 12. Februar 2025 im Rathaus von Taufers mit erfreulichen Ergebnissen über die Bühne gehen. Den Stromeinnahmen von insgesamt 3,2 Millionen Euro stehen die Zahlungen an den SEV von 310.000 Euro und die Gestehungskosten von insgesamt 607.000 Euro gegenüber. Die Summe, die an die Miteigentümer zu verteilen war, war demnach 2,3 Millionen Euro. So konnte sich die Gemeinde Taufers über 898.000 Euro freuen, die Gemeinde Mals über 622.000 Euro, die Gemeinde Glurns über 460.000 Euro, die Fraktion Laatsch über 184.000 Euro und die Gemeinde Schluderns und die SEG jeweils über 69.000 Euro.
Aus diesen Erlösen bestreitet jeder Miteigentümer seine Rückzahlungen für jene Beträge, die er für den Bau des Kraftwerkes anteilsmäßig aufgewendet hat. Trotzdem bleibt ein erkleckliches Sümmchen in den Taschen der Gemeinden, der Fraktion und des SEG.
Die Einnahmen aus den Stromerlösen bedeuten für die Gemeinden ein willkommenes Zubrot. Für die Fraktion Laatsch sind die Einnahmen essentiell. Denn die Erlöse aus Holz und Weide können den Bedarf bei weitem nicht decken. Der Mut zum Bau des Kraftwerkes wird so langsam belohnt, drückt es der Präsident der Fraktion Laatsch Andreas Paulmichl aus. Mit den Erlösen könne man sich in Laatsch etwa an längst fällige Projekte trauen, die ansonsten finanziell nicht stemmbar wären.
Schlachten und Scharmützel rund um ein Kraftwerk am Rambach gab es viele: es sei an das Bemühen um eine Rambach-Konzession vom Abwasserverband Obervinschgau vor mehr als 30 Jahren erinnert, von den Gelüsten der damaligen SEL unter dem Schutz vom damaligen LH Luis Durnwalder, von Hellmuth Frasnellis Eisackwerken, vom Aufteilen des noch nicht erlegten Bären zwischen den Gemeinden Taufers und Mals nach der Volksbefragung 2013, vom Gewinn der Konzession am Rambach durch Johannes von Hepperger, vom beherzten Einschreiten der Glurnser, von Malser Widerständen... Allein die Vorstellung, wie viele Millionen Euro derweil den Rambach hinuntergeronnen sind, stimmt nachdenklilch. Jedenfalls scheint die Schlacht an der Calven ohne Verlierer geschlagen. Die Turbine läuft - zum Wohle aller.
Bozen Vinschgau - Bei der Fragestunde im Landtag, die kürzlich über die Bühne gegangen ist, hat Josef Noggler LH Arno Kompatscher an einen im Landtag einstimmig angenommen Beschlussantrag erinnert und nachgehakt, was daraus geworden sei. Die Antwort erinnert mehr an ein Nichtstun als an ein Tun. Das ausgesandte Protokoll im Wortlaut:
„Der Südtiroler Landtag hat am 15. September 2017 den Beschlussantrag Nr. 745/17 mit großer Mehrheit angenommen, um Arbeitsplätze in die Peripherie zu verlagern und so wohnortnahe Arbeitsmöglichkeiten für Angestellte zu schaffen, bemerkte Josef Noggler (SVP). Die Landesregierung wurde beauftragt, Maßnahmen zur Dezentralisierung der Verwaltung zu ergreifen und dem Landtag Bericht zu erstatten. Zudem sollen Kriterien für die Verlagerung von Ämtern festgelegt werden, basierend auf Strukturschwäche und Qualifikationsniveau. Es wurde empfohlen, neue Ämter im ländlichen Raum anzusiedeln, es sei denn, eine Ansiedlung in der Landeshauptstadt ist zwingend. Nogglers Fragen an die Landesregierung: Wurden seit 2017 diesbezüglich Initiativen durchgeführt und mit welchen Ergebnissen? Ist die Landesregierung der Meinung, dass diesbezüglich weiterhin Initiativen ergriffen werden sollten? LH Arno Kompatscher verwies auf eine Reihe von Maßnahmen in diesem Sinne, darunter das Homeworking. Man habe auch Co-Working-Projekte begonnen, so in Bruneck, weitere Projekte würden folgen, etwa in Schlanders. Die Landesregierung habe sich für eine Einzelfallstrategie entschieden, um jede Maßnahme einzeln zu prüfen. Der genannte Beschlussantrag sei eigentlich auf die Verlagerung der Landesämter gemünzt, replizierte Noggler. Davon habe er nichts bemerkt. Für diesen Zweck setze man mehr auf Digitalisierung, antwortete Kompatscher, auch angesichts der Tatsache, dass man immer schwerer Personal finde. Mit der Digitalisierung könnten die Dienste des Landes vor Ort in Anspruch genommen werden.“ (eb)
Mals - Bruno Pileggi ist für den Partito Democratico (PD) und mit 4 Legislaturperioden ein Urgestein im Malser Gemeinderat. Der PD tritt auch bei den kommenden Gemeindewahlen wieder an. Mit Stefania Pontarollo, Daniela Turina, Floretta Weber und Laura Gelori treten vier Frauen und mit Bruno Pileggi und Pietro Zanolin zwei Männer an. Mann wolle das Dorf Mals „revitalisieren“, das Jugendzentrum JUMA besser organisieren und einen runden Tisch einrichten, um über ein neues Repertoir der Musikkapellen zu sprechen. (eb)
Schlanders - Drei Frauen und zwei Männer treten in der Gemeinde Schlanders auf der neu gegründeten „Bürgerliste Schlanders – Lista Civica Silandro“ zu den Gemeinderatswahlen an. Es kandidieren: Julia Pircher (Architektin und bisherige SVP-Gemeinderätin), Gerda Platzgummer Wellenzohn (Bio-Bäuerin), Georg Pircher (Umweltingenieur bei der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz), Sandra Walder (Angestellte) und Maurizio Floridia (Betreuer für Menschen mit Behinderung). Die parteiunabhängige Liste setzt sich u.a. ein für: mehr Partizipation, Transparenz und eine offene Diskussionskultur, für die Förderung der heimischen Wirtschaft, für kostengünstigen Wohn- und Arbeitsraum (Leerstand, Mietwohnungen, Kasernenareal, …), für den Ausbau von Grünflächen und Schattenzonen (Kapuzineranger, Dorfzentrum, Brachflächen, …) und für Lärmschutz, Verkehrsberuhigung und Förderung umweltfreundlicher Mobilität. (r)
Vom Wind gefunden - Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2025 zum Internationalen Jahr der Quantenwissenschaft und Quantentechnologien und zum Internationalen Jahr zum Schutz der Gletscher ausgerufen. Das Jahr der Gletscher soll das weltweite Bewusstsein für die Rolle von Gletschern, Schnee und Eis für das Klimasystem und den Wasserkreislauf sowie für die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen der bevorstehenden Veränderungen auf der Erde schärfen. Vom Schmelzen der Gletscher sind viele Menschen betroffen: Menschen in Küstengebieten durch den Anstieg des Meeresspiegels, Menschen in Hochgebirgsregionen, die anfälliger für Überschwemmungen, Erdrutsche und Lawinen sind und Menschen in flussabwärts gelegenen Gebieten, die von der Wasserversorgung durch Gletscher abhängig sind. Klimaveränderungen haben den Lauf der Geschichte entscheidend beeinflusst, genauso wie neue Technologien. Die Formulierung der Quantenmechanik im Jahr 1925 hat die Grundlage für unser physikalisches Verständnis der Natur gelegt. 100 Jahre später wirkt sich die Quantenmechanik auf alle Bereiche unserer Kultur, Wissenschaft, Technologie und Kunst aus. Erfindungen wie die Magnetresonanztomografie in Kliniken, der Laser, Solarzellen oder kleinste Chips als Grundbausteine von Computern verdanken alle ihre Existenz der Quantenmechanik. Viele Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung von Quantencomputern, die als Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts angesehen werden. Die Uni Innsbruck hat eine lange Tradition in der Gletscherforschung und beschäftigt sich auch mit Quantencomputern. (hzg)
Latsch /St. Martin im Kofl - Was bei einer Pressekonferenz am 12. März im SportForum in Latsch alle hervorhoben, waren der selbstlose Einsatz aller Beteiligten und das gute Zusammenspiel der ehrenamtlichen Rettungsorganisationen mit den Zivilschutzinstitutionen, Landesämtern und öffentlichen Sicherheitsbehörden
Die Nachlöscharbeiten werden zwar noch einige Tage andauern und auch die Seilbahn, Wanderwege, Biketrails und Straßenabschnitte im Umkreis des Brandgebietes am Sonneberg bei St. Martin im Kofel bleiben vorerst gesperrt (auch für Schaulustige!), doch im Wesentlichen sind die Gefahren gebannt. Was bei einer Pressekonferenz am 12. März im SportForum in Latsch alle hervorhoben, waren der selbstlose Einsatz aller Beteiligten und das gute Zusammenspiel der ehrenamtlichen Rettungsorganisationen mit den Zivilschutzinstitutionen, Landesämtern und öffentlichen Sicherheitsbehörden. „Vor allem auch die Wehrleute des Zuges St. Martin der Freiwilligen Feuerwehr Latsch und auch Bauern und andere Bewohner des Weilers haben gekämpft wie die Löwen“, blickte der Feuerwehrbezirkspräsident Roman Horrer zurück. Dank des Einsatzes von Hunderten von Feuerwehrleuten, der Berufsfeuerwehr, von 6 Löschhubschraubern, von Bergrettungshelfern und anderen Rettungskräften sei es gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf Gebäude und Städel zu vermeiden. Lediglich ein Holzschuppen brannte ab. Landesfeuerwehrpräsident Wolfram Gapp sprach zusammenfassend von einem „sehr erfolgreichen Einsatz.“ Es sei ein Glück gewesen, dass niemand schwerere Verletzungen erlitten hat. Von einer enorm guten Zusammenarbeit sprach auch der Latscher Feuerwehrkommandant Alexander Mantinger: „Wir haben auf Augenhöhe gut zusammengearbeitet. Ich kann mich nur bei allen bedanken.“ In diese Kerbe hieb auch Bürgermeister Mauro Dalla Barba: „Wir haben viel kritische Tage und Nächte hinter uns. Es wurde Großartiges geleistet. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft vieler gab uns Mut und Kraft. Die Zusammenarbeit zwischen allen Einsatzkräften war hervorragend.“ Über kurz- und mittelfristige Maßnahmen auf dem ca. 90 Hektar großen Brandgebiet informierte Georg Pircher im Namen des Forstdienstes. Zunächst werde es darum gehen, die Waldbrandinfrastrukturen instand zu setzen, Zufahrten zu sichern, Wanderwege herzurichten, Böschungen zu entsteinen, unstabile Bäume zu fällen und stark betroffene Schutzwaldbereiche mit Laubholz aufzuforsten. Zu den mittelfristigen Maßnahmen gehört eine Umwandlung von Waldbeständen in laubholzreiche Mischwälder. Laut Landesrat Luis Walcher hat der Einsatz gezeigt, „wie wichtig es ist, dass wir Leute vor Ort haben, die bei der Feuerwehr sind und die Gegend kennen.“ Landeshauptmann Arno Kompatscher hob drei Aspekte hervor: „Wir haben gute Leute; jeder Einsatz ist anders; die Investition hat sich bezahlt gemacht.“ Insgesamt haben die 6 Löschhubschrauber 119 Einsatzstunden absolviert. Es wurde alle 3 Minuten ca. 12.000 Liter Löschwasser abgeworfen. Die Kosten der kurz- und mittelfristigen Maßnahmen im Brandgebiet werden mit insgesamt rund 650.000 Euro beziffert. Nicht unerwähnt ließ der Landeshauptmann auch die psychischen Belastungen der Bewohner und Rettungskräfte vor Ort: „Es ging darum, die Heimat zu retten. Heimat ist mehr als materielles Hab und Gut.“
Auch im Internet nimmt das Euregio-Museumsjahr 2025 unter dem Motto „Weiter sehen“ Fahrt auf: Ab sofort liefern eine Website und ein Instagram-Kanal Informationen und aktuelle Einblicke zu den Sonderausstellungen und Projekten, Zielen und Inhalten des Museumsjahrs. Herzstück der Museumsjahr-Website unter https://2025.euregio.info/ ist die Übersicht über alle Publikumsangebote, die im Lauf des Jahres an 31 Standorten in allen Ländern der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino zu sehen sein werden.
Der Gesetzgebungsausschusses hat grünes Licht für die Aufnahme der beratenden Volksbefragung in die Liste der Instrumente für die direkte Demokratie gegeben.
Wunderbare Ausblicke ins Tal und besondere Einblicke in die Flora und Fauna des Sonnenbergs: Die Wanderung von Naturns bis zur Bergstation Unterstell ist eine lohnende. Rund zweieinhalb Stunden müssen einkalkuliert werden. Die Wanderung eignet sich besonders für das Frühjahr und für den Herbst.
TOURENINFO: Start der Wanderung ist der Parkplatz bei der Talstation Unterstell. Hier gibt es genügend Parkmöglichkeiten. Wanderer halten sich an die Wegweiser und den Weg 10B Richtung Seilbahn Unterstell. Als Zeitrichtwert sind hier 2 Stunden 20 Minuten angegeben. Von der Talstation geht es zunächst die Asphaltstraße entlang und am Gasthof Langwies vorbei bis rechts der Naturlehrpfad abzweigt. Diesem folgt man in Richtung der Jausenstation Schwalbennest. Hier biegen Wanderer links ab, folgen immer der Beschilderung Seilbahn Unterstell und zweigen dann rechts auf den Weg mit der Markierung 10 ab. Bei der Wegkreuzung mit dem Walburgweg setzt man auf dem Weg Nr. 10 aufwärts fort. Als Orientierung dient fortan die Beschilderung Bergstation Unterstell. Der Weg ist ein mittelmäßig steiler Waldweg, Tafeln vom Heimatpflegeverein Naturns weisen auf alte Flurnamen hin. Mit jedem Höhenmeter gewinnen Wanderer auch an Aussicht. Das letzte Stück führt der Weg 10A bis zur Bergstation der Seilbahn Unterstell auf 1.280 Meter. Ein Highlight ist die Aussichtplattform neben der Bergstation Unterstell, 25 Meter lang und am äußersten Ende knapp 70 Meter hoch und in 10 Minuten erreichbar. Die Wanderung ist jetzt im März und April ideal. Rückfahrt ins Tal mit der Seilbahn. (ap)
Dauer (Aufstieg): 2 - 2,5 h
Start: Parkplatz bei der Talstation Unterstell
TIPP: In ca. 10 Minuten ist die Aussichtsplattform neben der Bergstation Unterstell erreichbar. Sie ist ca. 25 m lang und knapp 70 m hoch.
Watles - Die Titelkämpfe am Watles, die auch als Marlene Cup gewertet wurden, waren ein Höhepunkt des Rennprogramms vom vergangenen Wochenende. Fortgesetzt wurde auch der Raiffeisen Grand Prix, und zwar mit packenden Skicross-Rennen in Ratschings.
Der Marlene Cup fand am Wochenende im Obervinschgau seine Fortsetzung. Zur Austragung kamen am Watles pro Geschlecht jeweils zwei Super-Gs, von denen der erste auch als Landesmeisterschaft gewertet wurde. So kürte sich Ivy Schölzhorn (RG Wipptal) in 1.00,98 Minuten mit der zweitschnellsten Gesamtzeit zur U18-Landesmeisterin und verwies in ihrer Kategorie Nadine Trocker (Seiser Alm) und Sophie Schweigl (Kronplatz) auf die Ehrenplätze. Landesmeisterin der U21 darf sich Greta Morandell (TZ Überetsch-Unterland) nennen. Silber gewann Selina Trafoier (Ulten) und Bronze gewann Nora Pernstich (TZ Überetsch-Unterland).
Im zweiten Super-G erzielte Schölzhorn die Tagesbestzeit und gewann neuerlich die U18-Altersklasse. Nadine Trocker wurde in dieser Kategorie wiederum Zweite, genauso wie Schweigl abermals Rang drei belegte. Auch in der U21 war die Kategorie-Siegerin mit Morandell die selbe. Pernstich machte im Vergleich zur Landesmeisterschaft eine Position gut und wurde Zweite, gefolgt von Trafoier, die dieses Mal auf Position drei landete.
Bei den Männern erzielte der neue Super-G U18-Landesmeister Noah Gamper (Tscherms) in 57,73 Sekunden die schnellste Tageszeit. In dieser Kategorie komplettierten Alex Silbernagl (Seiser Alm) und Luis Schuster (Kronplatz) das Podium. Der Titel in der Kategorie U21 ging indessen an Tommy Lochmann (Vigiljoch), der 0,19 Sekunden langsamer als Gamper war. Über Silber durfte sich Alois Köllemann Baldini (Vinschger Oberland) freuen, Jonas Feichter (Gsiesertal) holte die Bronzemedaille.
In Super-G Nummer zwei erzielte der Schweizer Lucien Praz in 57,80 Sekunden die schnellste Zeit. Die U21-Wertung entschied Lochmann mit der zweitschnellsten Zeit (57,84) vor Feichter und Ivan Kerschbaumer (SC Gröden) für sich. In der U18 setzte sich dieses Mal Silbernagl durch (58,26), vor Gamper und Schuster.
Graun/St Valentin - Die Betreiber der „Caramba Kiteschool“ am Reschensee bei Graun Ivan und Jannik Patscheider aus Schluderns waren im vergangenen Februar Organisatoren der Wild Lake Session WLS auf dem Haidersee in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Ferienregion Reschensee um Gerald Burger und Attila Monsagrati aus St. Valentin. Unterstützung kam von den Sponsoren Duotone, Proboarder und Flysurfer. Bei der WLS handelte es sich um ein Snowkite-Event voller Action und mit spektakulären Szenen. „Es war in einem gewissen Sinne ein für alle offenes Schnupper Kiten auf dem zugefrorenen See, bei dem unter anderem auch das Material getestet wurde“, erklärt Jannik Patscheider. Beim Wettbewerb ging es dann darum zu messen, wer am höchsten springt. An die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten mit. Den ersten Platz eroberte Flavio Marx mit 8,7 Metern vor David Plangger mit 7,1 Metern. Vor sechs Jahren hatten sich die Brüder Ivan (32 J) und Jannik (28) Patscheider mit der Caramba Kitschool in der Grauner Bucht einen Traum erfüllt. Und sie erfüllten damit auch die Träume vieler interessierten Kiterinnen und Kiter. Die jungen Betreiber der „Caramba Kiteschool“ bieten im Winter das Snowkiten an und im Sommer das Kitesurfen. In der warmen Jahreszeit bieten die Beiden ihre Dienstleistungen nicht nur am Reschensee an, sondern auch am Gardasee und am Meer in Sizilien. (mds)
Was für ein Rückrunden-Auftakt für Naturns. Die Gelb-Blauen sind das Team der Stunde in der Landesliga und setzen ihre Konkurrenten im Titelkampf mächtig unter Druck: Keine andere Mannschaft hat im Jahr 2025 so viele Punkte gesammelt, kein Team hat annährend so viele Tore geschossen und so wenig Gegentreffer kassiert. Naturns ist wieder zurück im Titelkampf – und wie!
Von Sarah Mitterer
Mit fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer Bruneck begann Naturns die Rückrunde der Landesliga. Der Traum vom Meistertitel schien für die Gelb-Blauen, die in der Hinrunde unglaubliche sieben Mal unentschieden spielten und damit wertvolle Zähler liegen ließen, fast unerreichbar. Doch was im neuen Jahr folgte, hatte wohl kaum jemand erwartet und versetzte die ganze Liga ins Staunen.
Nach einem weiteren Unentschieden zum Auftakt gegen Kiens legten die Naturnser richtig los – und zwar mit einer beeindruckenden Kombination aus Toren und starker Defensive. Zuerst fegten sie den Tabellenführer Bruneck mit einem klaren 3:0 vom Platz, ehe sie mit einem 4:0-Sieg gegen Terlan nachlegten. Doch die wahre Gala folgte im Spiel gegen Riffian/Kuens: Sechs Tore schossen die Vinschger und ließen ihre Gegner verzweifeln. Damit katapultierten sich die Gelb-Blauen endgültig zurück in den Titelkampf.
Dank dieser fulminanten Serie kletterte Naturns in der Tabelle auf einen Platz nach oben und machte gleich drei Zähler auf das punktgleiche Spitzenduo Bruneck und Ahrntal gut. Ein Blick auf die Statistik macht diese beeindruckende Siegesserie noch bemerkenswerter: In nur vier Spielen erzielten die Naturnser unglaubliche 14 Tore –kein anderes Team hat in dieser Rückrunde häufiger getroffen. Und auch in der Defensive sind die Vinschger aktuell unantastbar: Mit nur einem einzigen Gegentor stellen sie die beste Abwehr der Liga. Die Konkurrenz ist nun gewarnt. Sollte Naturns seine Form beibehalten und weiterhin so dominant auftreten, wird der Traum vom Meistertitel immer greifbarer. Die Truppe von Trainer Patrick Fliri hat bewiesen, dass sie sowohl in der Offensive als auch in der Defensive ihre Klasse hat. Jetzt gilt es, die starke Form beizubehalten und weiter fokussiert auf dem Rasen stehen. Der Endspurt im Titelkampf ist nun eröffnet – und Naturns ist mittendrin. Etwas holpriger, jedoch auch positiv verlief es für Latsch in den ersten vier Spielen. Auf den sensationellen Auftaktsieg gegen Titelanwärter Ahrntal folgten zwei klare Niederlagen, ehe man gegen Schenna wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrte. Damit befinden sich die Schwarz-Weißen weiterhin unter den Top 8 der Liga.
2. Amateurliga - Die Mannschaft aus Plaus ist Vinschgaus heißester Titelkandidat in der 2. Amateurliga. Aktuell belegt das Team Position 2. Das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Tscherms finden am 22. März in Tscherms statt. (sam)
2. Amateurliga - Die Mannschaft aus Plaus ist Vinschgaus heißester Titelkandidat in der 2. Amateurliga. Aktuell belegt das Team Position 2. Das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Tscherms finden am 22. März in Tscherms statt. (sam)
Wolfgang Platter, am Tag der Hlg. Mathilde, 14. März 2025
Immer öfter fallen Elstern in unseren Dörfern auf. Elstern sind in der Tat in Gärten und Siedlungsräume als Brutvögel eingewandert. Aber nicht als Folge einer massiven Vermehrung, sondern weil ihnen die Feldflur weniger Brutmöglichkeiten bietet.
Die Elster (Pica pica) gehört in der zoologischen Systematik zur Familie der Rabenvögel (Corvidae). Raben sind eben nicht nur schwarz, sondern auch zumindest teilweise weiß oder bunt gefärbt. Zu diesen bunten Raben gehört in der einheimischen Vogelfauna neben der Elster auch der Eichelhäher (Garrulus glandarius) und der Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes).
Ist die Elster diebisch?
Die Gruppe der Elstern mit ihren neunzehn Arten entfaltete sich in der Alten Welt. Besonders in Asien gibt es viele Arten, die sich meist durch buntes Gefieder, teilweise auch durch hohe, gelbe bis rote Schnäbel auszeichnen. Als einzige Art ihrer Verwandtschaftsgruppe hat unsere Elster auch Amerika erreicht. Das Sprichwort bezeichnet die Elster als diebisch. Das zweiaktige Melodram „La Gazza ladra“ von Gioacchino Rossini erzählt die Geschichte eines Bauernmädchens, das zum Tode verurteilt wird, weil es angeblich silbernes Besteck gestohlen hat. In letzter Sekunde wird der wahre Dieb entdeckt: eine diebische Elster.
Der deutsche Ornithologe Dr. Joachim Steinbacher (1911-2005) war unter anderem Kustos am Natur-Museum und Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main. Er hat Dutzende von Nestern freilebender Elstern untersucht, konnte aber den Befund, dass Elstern Schmuck und andere glitzernde Gegenstände stehlen, nicht bestätigen. Das Neugierverhalten von Rabenvögeln ist allbekannt, auch, dass sie gerne zahm und frech werden. Raben gelten wie Papageien als besonders intelligent. Die kognitiven und sozialen Fähigkeiten von handaufgezogenen und von wildlebenden Raben hat Thomas Bugnyar an den Forschungsstellen Haidhof in Bad Vöslau und Grünau im Almtal 25 Jahre lang erforscht. Thomas Bugnyar ist Universitätsprofessor und Leiter des Departements für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien.
Elstern können sich selbst im Spiegel erkennen, haben also eine Vorstellung vom „Ich“, die wir einst Menschen, Menschenaffen, Elefanten, Delfinen und einem hoch entwickelten sozialen Bewusstsein anderer Säugetiere vorbehalten glaubten. Als Forscher sechs Elstern einen roten Punkt auf den Hals malten, versuchten zwei von ihnen, als sie sich im Spiegel sahen, den Punkt mit dem Bein an sich selbst wegzukratzen, anstatt auf das Bild im Spiegel loszugehen.
Kennzeichen
Die Elster ist durch ihren langen Schwanz und das kontrastreiche schwarz-weiße Gefieder unverkennbar. Die Schultern, der Bauch und die Flanken sind weiß; das übrige Gefieder wirkt auf die Entfernung schwarz, aus der Nähe ist ein blauer, grüner oder purpurfarbener Glanz zu sehen. Der lange Schwanz ist gestuft. Juvenilen Elstern fehlt der Metallglanz auf den
dunklen Federpartien. Häufigster Ruf sind schackernde Rufreihen wie „schack-schack-schack, daneben auch nasale und gedehnte „gräh“, hohe „kik“ und ähnliche Laute. Der Gesang ist auch wie bei anderen Rabenvögeln nicht bedeutend und meist ein gurgelndes, bauchrednerisches Schwätzen mit Pfeiflauten. Die Elster zeigt einen etwas unbeholfen wirkenden Flatterflug und läuft oft auch am Boden. Im Gezweig bewegt sie sich geschickt.
VerbreitungDie Elster ist Brutvogel in ganz Europa und Nordafrika, weiters in weiten Teilen Asiens bis Nordamerika. Bei uns ist die Elster ein weit verbreiterter Vogel des Tieflandes. Sie fehlt in höheren Berglagen und in geschlossenen Waldungen. Die Elster ist ganzjähriger Standvogel, möglicherweise auch Strichvogel.
Fortpflanzung
Das Nest der Elster ist ein beinahe kugelförmiges, überdachtes Domnest aus Ästen und Zweigen. Die Nestmulde wird mit feinem Material ausgekleidet und teilweise mit Erde ausgestrichen und verfestigt. Elsternester sind vor allem nach dem Laubfall weithin sichtbar. Der Legebeginn erfolgt ab Anfang April. Es erfolgt eine Jahrebrut. Das Gelege umfasst 5-8 Eier mit blaßbläulicher oder grünlicher Grundfarbe und olivbraunen oder grauen Sprenkeln und Klecksen. Nur das Weibchen brütet 17-18 Tage lang. Beide Partner füttern die Jungen etwa 24-27 Tage lang.
Nahrung
Die Nahrung ist sehr vielseitig, offenbar tierische Nahrung überwiegt. Insekten und deren Larven, Würmer, Spinnen, Schnecken, auch Amphibien und Kleinsäuger. Die Elster plündert während der Brutzeit Nester von Kleinvögeln, daneben frisst sie Aas, Abfälle und Früchte und auch Sämereien.
Elstern, Eichelhäher und Rabenkrähen müssen als „Nesträuber“ gelten, doch hat sich erwiesen, dass die meisten Gelege von bodenbrütenden Wiesenvögeln nachts geraubt werden. Das können dann nicht Krähenvögel sein, sondern der Nestraub muss sich auf nachtaktive Säugetiere beziehen. Die Zunahme der Elstern in den Städten führt auch nicht zwangsläufig zur Abnahme von anderen Brutvögeln. Dies ist auch unwahrscheinlich, weil als „Allesfresser“ ist die Ernährung ganz davon abhängig, welches Nahrungsangebot gerade leicht zu erreichen ist. „Allesfresser“ wie die Elster spielen also eine sehr vielseitige Rolle und können daher auch kaum eine einzige Tierart empfindlich schädigen. Nach Einhard Bezzel wird die Wirkung der sogenannten natürlichen Feinde auf die Populationen potentieller Beutetiere oft übertrieben. Krähen und Elstern sind daher kaum deswegen so häufig in unserer Kulturlandschaft, weil etwa der Habicht („Hennengeier“) in vielen Gebieten seltener geworden ist.
Prad hat den Spagat zwischen Tradition und Innovation geschafft, hat eine beeindruckende Entwicklung genommen und ist gewachsen – ohne dabei die Wurzeln zu vergessen. Im Gegenteil. Brauchtum und Tradition werden in Prad gelebt wie nirgends in einer Gemeinde im Vinschgau. Und: Das Gewerbegebiet Kiefernhain ist der wirtschaftliche Motor, beherbergt eine bunte Mischung an Betrieben und sucht seinesgleichen im Vinschgau. Prad ist auch das Dorf an der Stilfserjoch Straße: Heuer wird das 200-Jahr-Jubiläum der Passstraße gefeiert.
Text & Fotos: Angelika Ploner
Prad hat Identität, baut auf Vergangenem auf und geht offen in die Zukunft. Das Dorf am Stilfserjoch ist gesund gewachsen und gleichzeitig tief verwurzelt. Prad hat eine beeindruckende Entwicklung genommen – sich immer auf die Wurzeln besinnend, hat sich Brauchtum und Tradition erhalten und gleichzeitig mit einem attraktiven neuen Wohnraum- und Wirtschaftsangebot Zukunft geschaffen.
In Prad ist das Dorfleben geprägt von einem lebendigen und aktiven Vereinsleben. Das Zusslrennen gibt es nur in Prad, das Hanterle-Rennen, den Prader Maschgertonz oder den Koatlacker Nikolausumzug genauso. Das Goaßlschnöllen wird wie in keiner anderen Gemeinde im Vinschgau zelebriert. Ein Genuss- und Brauchtumsfest steht in Prad deshalb nicht ohne Grund jedes Jahr auf dem Programm. Heuer am 5. Oktober 2025, wo die ganze Vielfalt gelebten Brauchtums und alter Traditionen hochgehalten wird.
Prad ist attraktiv.
Zahlreiche Bauprojekte wurden in den vergangenen Jahren realisiert, Raum zum Wohnen und Leben ist entstanden. Das hat viele Familien bewogen, Prad als Wohnort und Lebensmittelpunkt zu wählen. Prad genießt demnach Wertschätzung als Lebens- und als Wirtschaftsraum. Viele Unternehmen bieten hochwertige und krisensichere Arbeitsplätze. Das Angebot ist breitgefächert - wie Prad als Wirtschaftsort selbst. In der Marktgemeinde herrscht unternehmerische Vielfalt bunt gemixt. Zusammen sind die Betriebe das Rückgrat der Wirtschaft. Manche sind bereits seit Generationen hier Zuhause, andere haben sich erst vor wenigen Jahren angesiedelt. Bauen, Dienstleistungen, Metall, Energie, Friseur, Gärtner, Versicherung, Tischler, Handel, Immobilien, KFZ, Maschinen, Textilien, Nahrungsmittel, Steuerberater, Transport, Schwimmbad:
Die Bandbreite der Prader Wirtschaftsstruktur reicht von kleinen Handwerksbetrieben bis hin zu Firmen mit internationaler Bedeutung. Vom Kleinen bis zum Großen. Fleiß, Ehrgeiz und Herz stecken in jedem Betrieb. Dass die Mitarbeiter das Kapital eines Unternehmens sind, das weiß man in Prad mehr als in anderen Gemeinden. Vor dem Hintergrund der Abwanderung in benachbarte Gebiete, ist die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern eine große.
Die meisten Betriebe finden sich im Gewerbegebiet im Kiefernhainweg. Dieses ist zweifelsohne der wirtschaftliche Motor für die Marktgemeinde und darüber hinaus. Rund 27 Hektar misst die Fläche, die es einnimmt. Damit ist es das größte Gewerbegebiet nicht nur im Obervinschgau, sondern im gesamten Vinschgau. Geballte Kompetenz ist hier zu finden, Vielfalt Zuhause. Wie Perlen reihen sich die Unternehmen linker und rechter Hand auf und beeindrucken mit dem, was sie aufbieten. Unternehmen unterschiedlicher Couleurs haben ihren festen Platz hier. 1968 wurden mit der Ausweisung der Gewerbezone die politischen Weichen gestellt, 1971 die erste Baukonzession vergeben. Seit einigen Jahren bindet die Umfahrungsstraße das Gewerbegebiet Prad direkt an die Vinschgauer Staatsstraße an. Dadurch ist dieses optimal erreichbar und hat natürlich deutlich an Attraktivität gewonnen. Ein Wermutstropfen: In der Industrie sind Arbeitsplätze verloren gegangen. Vergleicht man das Jahr 2023 mit 2024, so ist ein Minus von 55 Arbeitsplätzen auffallend. Das sind umgerechnet 17,6 Prozent. Insgesamt bietet Prad laut Statistik des Arbeitsmarktes 2024 als Wirtschaftsraum 1.326 Arbeitsplätze.
Die größten Arbeitgeber.
Im Gewerbegebiet Kiefernhain sind die größten Arbeitgeber der Gemeinde Prad zu finden. Der Primus ist die Mair Josef & CO KG. Das seit über 40 Jahren bestehende Tiefbauunternehmen mit Hauptsitz in Prad unterhält noch einen Standort in der Gemeinde Schlanders. Insgesamt arbeiten bei der Mair Josef & CO. KG „150 Mitarbeiter“, sagt Jasmin Mair auf Nachfrage vom Vinschgerwind. Zu den größten Arbeitgebern in der Gemeinde Prad zählt auch die Polyfaser. „Die aktuelle Mitarbeiteranzahl beträgt 88“, erklärt Elke Wagmeister, unter anderem für das Marketing dort zuständig. Polyfaser ist international unterwegs und ist führendes Unternehmen für hochwertige Schwimmbecken aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Poolüberdachungen. Nur einen Steinwurf entfernt ist die Interfama Formwork beheimatet. „Interfama und Interfama Rent beschäftigen zusammen 65 Mitarbeiter“, sagt Max Ohrwalder dem Vinschgerwind. Die Interfama Formwork ist einer der führenden europäischen Unternehmen im Schalungssektor.
Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte ist jene von Hofer Tiefbau. Das Tiefbauunternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und beschäftigt „zurzeit genau 64 Mitarbeiter“, sagt Michael Hofer, der Firmenchef. Vor einigen Jahren wurde der neue Firmensitz im Prader Gewerbegebiet fertig gestellt.
In die Reihe der größeren Arbeitgeber stellt sich auch Holzbau Lechner. „38 fixe Mitarbeiter, 5 freie Mitarbeiter und 3 mitarbeitende Gesellschafter machen in Summe 46“, heißt es dort auf Nachfrage vom Vinschgerwind.
Holzbau Lechner ist eines der Prader Traditionsunternehmen, das in den Bereichen Zimmerei-Holzbau, Spenglerarbeiten, Tischlerei, Innenausbau und Dachdeckerei tätig ist.
Die Raiffeisenkasse Prad-Taufers hingegen „hat 57 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon arbeiten 44 am Sitz in Prad“, sagt Brigitte Angerer vom Direktionssekretariat dem Vinschgerwind.
35 Angestellte verteilen sich auf die Ortler Beton GmbH, welche Fertigbeton liefert und die Ortler GmbH, die Abbruch-, Aushubarbeiten, Transporte sowie Bauschuttrecycling anbietet und ein Schotterwerk führt. 19 Angestellte in der Ortler Beton GmbH und 17 Angestellte in der Ortler GmbH machen zusammen 36 Arbeitsplätze. Damit zählen beide Firmen zu den größeren Arbeitgebern. 35 Angestellten bietet hingegen das Unternehmen Eurospar Rungg allein am Standort Prad einen Arbeitsplatz (weitere 35 in Schlanders, 20 in Mals und 3 in Sulden).
22 Mitarbeiter arbeiten in den beiden Betrieben Samatec und Gritsch Metall. Samatec ist vor allem für seine exklusiven Hebebühnen bekannt. Das Spezialgebiet von Gritsch Metall sind Präzisionsanfertigungen aus Stahl, Inox und Aluminium sowie Blech- und Rohrbiegearbeiten.
In die Reihe der größeren Arbeitgebern stellt sich auch die Internform GmbH. „Wir haben aufgeteilt auf die verschiedenen Bereiche 21 Angestellte“, sagt Corinna Pritzi auf Nachfrage vom Vinschgerwind. Fliesen, Öfen und Natursteine sind das Repertoire des Prader Betriebs.
Seit über 60 Jahren erfolgreich unterwegs ist das Bauunternehmen Zoderer Bau. „Wir haben zur Zeit 13 Mitarbeiter in unserem Betrieb“, erklärt Elke Zoderer, die Geschäftsführerin.
Die Landwirtschaft. Die OVEG feiert heuer das erste runde Jubiläum: zehn Jahre Betriebsstätte in Prad. Im April 2012 wurden im Kulturhaus in Tschengls die Weichen dafür gestellt. Der Großteil der Mitglieder der Genossenschaft OVEG stimmte für den Weg der Eigenständigkeit mit Sitz in Prad, wo bereits das Außenlager der OVEG gebaut worden war. Mit 120 MitarbeiterInnen (davon 28 Prozent in Teilzeit) ist die OVEG vor allem für viele Frauen ein wichtiger Arbeitgeber und spielt im Wirtschaftsgefüge in Prad natürlich eine große Rolle.
Auf 7 Hektar Fläche breitet sich die OVEG aus, drei davon sind verbaut. „Wir sind im Vinschgau der größte Produzent, was Gemüse anbelangt“, erklärt Markus Niederegger, der Geschäftsführer auf Nachfrage vom Vinschgerwind. Beim Sommerblumenkohl etwa ist man Spitzenreiter. Im vergangenen Jahr wurden 1.507 Tonnen Blumenkohl geerntet, davon 17 Tonnen in Bio-Qualität. Zum breitgefächerten Sortiment an Gemüse zählen etwa Kopf- und Spitzkohl, Kürbis, Eisbergsalat, Kartoffel, Pak Choi, Tomaten, Sellerie, Rote Rüben, Melanzane, Fenchel oder Zwiebel. Zum anderen ist die OVEG auch der größte Kirschenproduzent im Vinschgau. Die Ernte 2024: 210 Tonnen. Das entspricht 21 Waggon. Beeren - Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder Heidelbeeren - wurden im vergangenen Jahr insgesamt 53 Tonnen geerntet. Auf die Marillen entfielen rund 13 Tonnen Ernte, 6 davon in Bio Qualität. Natürlich ist der Apfel das Hauptprodukt. 2024 wurde insgesamt eine Ernte von 50.900 Tonnen eingefahren, davon entfallen 3.700 Tonnen auf Bio-Qualität.
„Die 236 Mitglieder bauen auf 774 Hektar Kernobst, auf 25 Hektar Steinobst, auf 67 Hektar Gemüse und auf 5 Hektar Beeren an“, sagt Markus Niederegger. Die OVEG, die Obervinschgauer Produktionsgenossenschaft landwirtschaftlicher Erzeugnisse, in Prad steht für Vielfalt. Und eine rasante Entwicklung. 2009 wurden die ersten Äpfel im neu gebauten Zellentrakt in Prad eingelagert, 2015 wurde die neue Verarbeitungsstruktur samt Bürogebäude in Betrieb genommen. Man verfügt über eine Sortierhalle, einen Emballagenraum und eine Verpackungshalle mit dazugehörigem Maschinenpark. In den Zellen können 3.000 – 3.200 Waggon und nochmal 600 im neuen Hochregallager eingelagert werden. Damit wurde auch zukünftigen Entwicklungen Rechnung getragen.
Aber: In Prad spielt auch traditionelle Viehwirtschaft eine große Rolle. Im Tal und auf dem Berg. Die Viehbauern haben es nicht leicht und einen schweren Stand. 55 Mitglieder der Gemeinde Prad liefern ihre Milch an die Bergmilch Südtirol. Zusammen stellten diese im Jahr 2023 (Die Daten 2024 sind erst im April verfügbar) 3.663.051 kg an Milch. „Durchschnittlich lieferte 2023 jedes Mitglied 66.601 kg Milch an“, erklärt Reinhard Schuster von der Bergmilch Südtirol auf Nachfrage vom Vinschgerwind. Die Zahl ist rückläufig. Minus 9,60 Prozent zum Vorjahr 2022.
Markus Joos vom Bezirksamt für Landwirtschaft West liefert ausführliches Zahlenmaterial zur Viehwirtschaft in der Gemeinde Prad. „Die 79 Viehhaltungsbetriebe mit mindestens 3 Großvieheinheiten halten in Summe 1.151 Großvieheinheiten (alle Viehgattungen gerechnet, Kleinvieh wurde entsprechend umgerechnet). Im Schnitt sind das gut 14 Großvieheinheiten pro Viehhaltungsbetrieb. 47 Viehhaltungsbetriebe halten mindestens 10 Großvieheinheiten. 15 Viehhaltungsbetriebe hingegen mindestens 20 Großvieheinheiten. Von den 79 Viehhaltungsbetrieben sind 8 Betriebe, die parallel zur Viehhaltung auch Obstbau haben. Leider geht die Zahl der Viehhaltungsbetriebe zuück, 2020, also vor 5 Jahren waren es noch 97, also !Achtung 18 Betriebe mehr. Die Viehhaltungsbetrieben bewirtschaften zusammen ca. 450 Hektar Wiesen.
Die Dorfsennerei Prad am Hauptplatz in Prad ist eine Besonderheit im Vinschgau. Es sind momentan zwei Prader Bauern, die Milch an die Dorfsennerei Prad liefern. Insgesamt hat die Dorfsennerei derzeit vier Lieferanten. „Vergangenes Jahr haben wir 160.000 kg Milch zu ca. 15.000 kg Käse verarbeitet“, sagt Michael Hofer, der Geschäftsführer der Bürgergenossenschaft Obervinschgau-da zum Vinschgerwind.
Tourismus in Prad.
Prad ist am Tor zum Stilfserjoch und profitiert natürlich auch von der Nähe zu Sulden. Der Tourismussektor gilt als starker Wirtschaftsfaktor der Marktgemeinde Prad. Das Segment Camping spielt im Tourismus in Prad eine große Rolle, aber auch ausgezeichnete 4-Sterne und 3-Sterne-Hotels wissen die Gastfreundschaft zu leben und mit Inhalten zu füllen.
2024 verzeichnete man 203.510 Nächtigungen und 43.792 Ankünfte. „Wir haben 40 Beherbergungsbetriebe in Prad“, sagt Peter Pfeifer, der Geschäftsführer des Tourismusvereins Prad am Stilfserjoch auf Nachfrage dem Vinschgerwind.
Der deutsche Gast ist mit 54 Prozent die Nummer eins, gefolgt von den italienischen Urlaubern, dem Schweizer und Lichtensteiner Gast und dem niederländischen Urlauber. 107 Tage beträgt die durchschnittliche Auslastungsdauer.
Heuer steht ein besonderes Jubiläum an: 200 Jahre Stilfserjoch Straße wird gefeiert. Kaiser Franz I. bezeichnete die 1825 fertiggestellte Stilfserjoch Straße bei seinem Besuch im Jahre 1832 als straßenbautechnische Meisterleistung.
Die Programmpunkte in der Übersicht:
23. Mai - Buchpräsentation 2. Band Stilfserjochstraße von Arthur Gfrei in der Raika Prad
25. Mai - Historischer Festumzug mit Festbetrieb in Prad am Stilfserjoch
04. Juli - Freilicht Filmvorführung Faszination Stilfserjochstraße auf der Franzenshöhe
05. Juli - Historische Auffahrt des Automobilclubs ASI
06. Juli - Historischer Festumzug mit Festbetrieb auf dem Stilfserjoch
Prad Bildungszentrum im Vinschgau.
In Prad, genauer gesagt in Spondinig laufen die Bildungsfäden zusammen. Am Bahnhof in Spondinig haben folgende Einrichtungen und Betriebe ihren Sitz: der Jugenddienst Obervinschgau, die Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung G.m.b.H., die Sozialgenossenschaft VISO Plus, die Bezirksservicestelle für die Bildungsausschüsse von Reschen bis Kastelbell und das Informationsbüro für den EU-INTERREG-RAT Terra Raetica.
Apropos Bildung: Der Öffentliche Sektor bietet in Prad 244 Arbeitsplätze. Vor allem der Schulsprengel Prad ist wichtiger Arbeitgeber. 93 Personen arbeiten aufgeteilt auf die Grundschulen Prad, Lichtenberg, Stilfs, Sulden und der Mittelschule Prad am Stilfserjoch am SSP Prad. Die Schülerzahlen im laufenden Schuljahr verteilen sich wie folgt: 210 SchülerInnen besuchen die Grundschule Prad, 39 jene in Lichtenberg, 45 die GS in Stilfs, 24 in Sulden und 132 sind in der Mittelschule Prad eingeschrieben.
Auch der Sitz der Musikschuldirektion Oberer Vinschgau befindet sich in Prad. „An der Schulstelle Prad unterrichten insgesamt 22 Lehrpersonen, zudem sind in der Verwaltung die Direktorin und 2 Sekretariatsassistentinnen tätig“, heißt es in der Musikschuldirektion auf Nachfrage vom Vinschgerwind.
Die Stilfserjoch Straße - Geschichte
Die Stilfserjoch Straße wurde im Auftrag des österreichischen Kaisers Franz I. im Zeitraum von 1820 bis 1825 unter der Leitung des Ingenieurs Carlo Donegani (1775 - 1845) gebaut, um die Lombardei, die damals zu Österreich gehörte, schnellstmöglich zu erreichen. Die Zeit drängte, da die langjährige Verbindungsstraße über den Umbrailpass, einst Wormser Joch genannt, von den Schweizer Eidgenossen kontrolliert wurde. Kaiser Franz I. besichtigte die neue Straßenverbindung im Jahre 1832 höchst persönlich und sprach von einer straßenbautechnischen Meisterleistung. Als Anerkennung erhob er den Ingenieur Donegani 1840 in den Adelsstand und verlieh ihm den Titel „Ritter von Stilfsberg“. Schon kurz nach der Einweihung der Stilfserjoch Straße im Oktober 1825 mussten die stark lawinengefährdeten Straßenabschnitte mit hölzernen Lawinenschutztunneln in einer Länge von 3.500 Metern gesichert werden. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die Passstraße im Winter geöffnet und konnte mit Pferdeschlitten befahren werden. Für die knapp 50 km lange Strecke zwischen Bormio und Prad benötigten die Fuhrwerke bis zu zehn Stunden, mehrere Pferdewechsel mit eingerechnet. 1848 setzten Aufständische aus der Lombardei, die für die Loslösung von Österreich kämpften, die hölzernen Lawinenschutztunnel in Brand und machten die Straße unpassierbar. 1859 wurde über das Stilfser Joch die Staatsgrenze zwischen dem Kaiserreich Österreich und dem Königreich Italien gezogen. Die österreichische Regierung wollte die Straße daraufhin auflassen. Jedoch die Vinschger Gemeindeverwalter kämpften dagegen an, weil sie einen wirtschaftlichen Nachteil befürchteten. Sie erreichten im Ministerium für Handel und Gewerbe in Wien einen Teilerfolg. Die Straße blieb offen. Die Gemeinden mussten jedoch für die Offenhaltung der Straße selbst sorgen.
Wichtig wurde die Verbindung zum Stilfser Joch dann als Militärstraße für die Ortlerfront im I. Weltkrieg, die über den Monte Scorluzzo über den Nagler- und die Geisterspitze zur Hohen Schneid und über die Trafoier Eiswand zum Gipfel der Königsspitze und des Ortlers führte. 1919 gab es wieder eine Grenzziehung. Südtirol kam zu Italien und somit auch Teile des Stilfser Jochs.
Die Straße blieb nur noch in den Sommermonaten offen. Während der Zwischenkriegszeit und des II. Weltkrieges fristeten das Stilfser Joch und seine Straße ein eher tristes Dasein. Erst mit dem aufblühenden Tourismus und dem Sommerskilauf auf dem Stilfser Joch wurde das Gebiet für Gäste aus ganz Europa attraktiv. In den 1960 und 1970er Jahren erlebte das Stilfser Joch durch den Sommerskilauf goldene Jahre. Auf der Scheitelhöhe des Passes tummelten sich die Skifahrer neben unzähligen Tagestouristen. Die italienische Straßenverwaltung ANAS war für die Wartung der Straße zuständig. Vieles wurde nur notdürftig repariert. Im Jahre 1998 ging die Stilfserjoch Straße zusammen mit allen Staatsstraßen des Landes an die Autonome Provinz Bozen über. Die Straße wurde teilweise technisch aufgerüstet. (mds)
Der Prader Ortskern.
„Prad am Stilfserjoch war und ist von ständiger Veränderung geprägt. Wie ein lebender Organismus zieht diese sich durch seine Geschichte. Menschen kommen und gehen, Gebäude zerfallen und werden wieder aufgebaut. Naturgewalten formen die Landschaft immer wieder neu. Auch Kriege und Katastrophen verschonten den beschaulichen Ort an der Stilfserjoch Passstraße nicht.
So manches bleibt aber auch beständig. Historisch wertvolle Gebäude wurden unter Denkmalschutz gestellt. Kirchen zeugen von der Baukunst vergangener Zeit.Bräuche werden lebendig gehalten. Erinnerungen werden konserviert und für die zukünftigen Bewohner und Gäste unseres Ortes lebendig gehalten“, so wird Prad am Stilfserjoch vom Tourismusverein Prad beschrieben.
Als Ortsmittelpunkt ist der Hauptplatz bis heute ein wichtiger Bezugspunkt im Dorf. Umschlossen wird er von zahlreichen historischen Gebäuden. Zu erwähnen gilt vor allem das ehemalige, westlich des Hauptplatzes gelegene Posthaus aus dem 19. Jhd. Hier hielten bis Anfang des 20. Jhd. sämtliche Postkutschen auf ihrem Weg über das Stilfser Joch. Er war zudem Repräsentationspunkt verschiedenster Auf- und Durchmärsche, ist Ort öffentlicher Feiern und Veranstaltungen und nicht zuletzt seit Jahr und Tag Schauplatz des traditionellen Prader „Zusslrennens“ am Unsinnigen Donnerstag.
Hier im Ortskern bietet der Einzelhandel ein gut sortiertes Warenangebot. Optiker, Eisenwarengeschäft, Parfümerie, Mode- und Textilfachgeschäfte oder ein großes Lebensmittelangebot: Zusammen bilden die verschiedenen Geschäfte ein attraktives Einzelhandelsangebot. Auch ein Einkaufszentrum hat Prad – das kann nicht jede Gemeinde von sich behaupten.
Das PREZ, das Prader Einkaufszentrum, beherbergt ganz unterschiedliche Geschäfte und Dienstleister. Aus der Vogelperspektive betrachtet, hat das PREZ die Form eines Schlüssels. Das nur am Rande erwähnt.
Zurück zu Tradition und Bräuchen. Prad am Stilfserjoch ist, wie eingangs erwähnt, „wie kein anderer Ort im Vinschgau reich an den unterschiedlichsten Bräuchen, die im Laufe eines Jahres gelebt werden. Gelebtes Brauchtum schafft Identität und ein Bewusstsein für den Ort. Fest verankert im Vereinsleben von Prad am Stilfserjoch sind die Goaßlschnöller. Die Gruppe der Goaßlschnöller wurde 1993 als Verein gegründet und zählt mit seinen 50 Mitgliedern zu den besten Schnöllern im Alpenraum. Die Prader Goaßlschnöller haben ihr Können bereits in Landesmeisterschaften und alpenländischen Meisterschaften unter Beweis gestellt. Bekannt ist das Maiinschnölln der Goaßlschnöller in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai statt. Diese treffen sich um Vereinsobmann Gilbert Stillebacher abends bei der St. Johann Kirche und gehen auf die Theinen- und Laschaur-Wiesen. Bis zu 50 Vereinsmitglieder, darunter Frauen und Mädchen, schwingen dort im Gleichtakt ihre Goaßln, um die letzten Spuren des Winters zu vertreiben. Von den Theinen-Wiesen geht es hinab ins Dorf, wo ebenfalls geschnöllt wird.“
Die Volkstanzgruppe Prad und die Schuahplattler sind ebenso zwei Vereine, die der Tradition und dem Brauchtum verpflichtet sind. Die Prader Schuhplattlergruppe etwa pflegt diese Tradition mit verschiedenen Tänzen seit über 60 Jahren und gilt somit als einzigartig in ganz Südtirol. Und es ist ebenjene Tradition und das Brauchtum, die Prad am Stilfserjoch auszeichnen. Gleichzeitig hat sich die Marktgemeinde - wie eingangs erwähnt - weiterentwickelt, hat attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum geschaffen.
Fazit: Prad ist eine sehr lebenswerte Gemeinde, die sich zwischen Tradition und Innovation, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zu bewegen weiß.
(Quellen: Tourismusverein Prad, verschiedene Betriebe, Gemeinde Prad, Arbeitmarkt Bozen, OVEG - Markus Niederegger, Bergmilch Südtirol Reinhard Schuster, Bezirksamt Landwirtschaft West - Markus Joos, Dorfsennerei Prad - Michael Hofer, SSP Prad, Musikschuldirektion Oberer Vinschgau)
Naturns - Spendenaktion mit Primeln, Frühlingsblumen und Kräuterpflanzen
Naturns beteiligt sich seit über 20 Jahren an der Spendensammlung zugunsten der Krebsforschung, die von den SVP-Frauen landesweit rund um den Internationalen Tag der Frau organisiert wird. Seit dem Vorjahr wird in Absprache mit der Südtiroler Krebshilfe eine Studie an den Krankenhäusern von Meran und Brixen unterstützt, die eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatientinnen zum Ziel hat.
Primeln, bunte Frühlingsblumen und vielerlei verschiedene Kräuterpflanzen erwarteten alle Spenderinnen und Spender zum Tag der Frau am 08. März am traditionellen Stand im Zentrum von Naturns. Bei strahlendem Sonnenschein fanden die Pflanzen ihren Weg in die Blumentöpfe und Beete. Nach Abzug der Kosten kann mit einem Reinerlös für diesen guten Zweck von bemerkenswerten etwa 1.000 € in der Spendenkasse gerechnet werden. „Diese Aktion genießt große Unterstützung, denn leider sind viele Familien von einer Krebserkrankung betroffen und schätzen unseren Einsatz für die Krebsforschung ebenso wie jenen für die so wichtige Krebsvorsorge,“ berichtet die Naturnser Frauenreferentin Astrid Pichler über den Hintergrund der Aktion. Viele warten sogar darauf, die ersten Blumen für den Garten, den Balkon oder den Friedhof am Stand zu erstehen und runden zumeist die Spende großzügig auf. Auch der Naturnser Kurarzt Dr. Alexander Angerer lobte das langjährige Engagement der Frauen, denn der Kampf gegen diese ‚Krankheit mit tausend Gesichtern‘ könne nur über aufwendige und zumeist auch kostspielige Forschungsprojekte gewonnen werden.
Die SVP-Frauen von Naturns danken den sehr großzügigen Spenderinnen und Spendern, der Gärtnerei Pozzi für den Vorzugspreis und der Athesia Naturns sowie der Raiffeisenkasse Untervinschgau für den alljährlichen Platz mitten im Herzen von Naturns.
Schlanders/Vinschgau - Ein Höhepunkt der heurigen Jahreshauptversammlung der Volkstanzgruppe Schlanders war zweifelsohne die Aufnahme neuer Mitglieder im Beisein der Schlanderser Gemeindereferentin für Kultur Monika Wielander Habicher. Erfreulich, dass es gleich fünf sind, umso erfreulicher, dass die Zugänge sowohl auf Tänzer- als auch auf Tänzerinnen-Seite sind. Mit Lea Lechthaler, Julia Tröger, Andreas Kurz und den Brüdern Martin und Daniel Tanzer, verstärken die Gruppe künftig nicht ganz unbekannte Gesichter, handelt es sich doch um die nächste Generation aktueller Mitglieder. Die Gruppe verzeichnet damit nun 27 Mitglieder.
Obmann Manfred Ratschiller zeigte sich stolz, vor allem, weil man nun wieder gerüstet sei für sogenannte „Großformen“, also Tänze mit mehr als fünf Tanzpaaren, wofür in den letzten Jahren oft vor allem Tänzer fehlten. Ein Phänomen, das man leider auch auf Landesebene feststellt, wie der Obmann betonte.Neben Auftritten in Schlanders, war die Volkstanzgruppe im letzten Jahr auch wieder bei zahlreichen Gemeinschaftsaktivitäten und Tanzfesten in und außerhalb des Vinschgaus anzutreffen. Erwähnenswert ist hier sicher der Almtanz auf der Lifyalm im Juli 2024, den der Bezirk Vinschgau organisierte und bei dem die Volkstanzgruppe organisatorisch und tänzerisch mitwirkte.
Früher waren Auslandsfahrten bei der Volksganzgruppe an der Tagesordnung. Hier möchte man wieder anknüpfen. Stand im letzten Jahr ein Besuch in Hamburg an, geht es für die Gruppe heuer Anfang Juni in die Steiermark. Auftritte im Schlanderser Musikpavillon, beim Erntedankfest sowie im St. Annenheim in Latsch gehören auch heuer wiederum zum tänzerischen Programm.
Laas - Berufsinformationskampagne der HGJ und lvh: Die beiden Jugendorganisationen HGJ und Junghandwerker im lvh informieren über die Berufe in der Gastronomie und Handwerk
Bereits seit über 26 Jahren touren die Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ) und die Junghandwerker im lvh durch alle Mittelschulen Südtirols, um die Berufe im Gastgewerbe und Handwerk vorzustellen. Kürzlich besuchten zwei Vertreter deshalb die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Laas im Vinschgau.
Welche Karrierechancen ein Beruf im Hotel- und Gastgewerbe bietet und welche Ausbildung hierfür nötig ist, erklärte HGJ-Koordinatorin Manuela Holzhammer den rund 42 Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Laas anhand einer Präsentation an der Schule. „Die Berufe im Hotel- und Gastgewerbe haben Zukunft. Wir freuen uns, dass die Kampagne bereits seit vielen Jahren positiv angenommen wird, und dass, neue Nachwuchstalente gefunden werden,“ so Daniel Schölzhorn, Obmann der HGJ.
In einem interaktiven Vortrag wurden den Schülerinnen und Schülern auch die verschiedenen Handwerksberufe nähergebracht, sowie die dazugehörigen Ausbildungsmöglichkeiten aufgezeigt. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen frühzeitig über die vielen kreativen und unterschiedlichen Berufe, die das Handwerk bietet, informiert werden. Nur dann können sie sich für die richtige Ausbildung entscheiden“, betonte Priska Reichhalter, Landesobfrau der Junghandwerker/innen im lvh.
Volksbühne Laas
Kaum geht der Vorgang auf, schaut dem Publikum ein leerer Sargwagen entgegen. Doch wo bleibt die Leiche? Diese und weitere rätselhafte Fragen erschweren das turbulente Zusammentreffen der ungleichen Schwestern Anna, Bianka und Doris (Melanie Horrer, Sylvia Weiss, Verena Del Pero), die zur Beerdigung ihres Vaters nach Hause zurückkehren. Dort stellen sie fest, dass nichts nach Plan verläuft. Nicht nur ihre boshafte Mutter (resolut gespielt von Anna Hauser), sondern auch die absurd hohen Beerdigungskosten und eine Reihe unerwarteter Wendungen lassen den Anlass zu einem chaotischen Spektakel werden. Und so schmieden die Schwestern einen teuflischen Plan …
Mit bissigem Witz, musikalischen Überraschungen und scharfzüngigen Konflikten amüsiert die Volksbühne Laas noch den ganzen März hindurch. Unter der Regie von Heidemarie Stecher bringt sie die Schwarze Komödie „Eine Mordsbeerdigung“ von Stefan Altherr auf die Bühne. Ganz zur Freude des Publikums, das die Premiere wegen der gehörigen Prise makaberem Humor und der erfrischenden Spielweise mit vielen Lachern und kräftigem Applaus honoriert hat.
Maria Raffeiner
Weitere Aufführungen
Freitag, 21.03.2025, 20 Uhr
Sonntag, 23.03.2025, 17 Uhr
Freitag, 28.03.2025, 20 Uhr
Samstag, 29.03.2025, 20 Uhr
Sonntag, 30.03.2025, 17 Uhr
Kartenreservierung unter 377/1869082
SOGYM Mals - Die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse des SOGYM Mals tauchten kürzlich in die Welt der Düfte ein. Gemeinsam mit den Fachlehrpersonen Nadia Malloth (Biologie), Matthias Kobler (Deutsch) und mit der Expertin Monika Abart erarbeiteten sie Wissen zur Bedeutung des Parfüms in der Geschichte, zum menschlichen Riechsystem, zur Körperhygiene und zur Wirkung von Heil- und Gewürzpflanzen.
Im praktischen Teil des Projektes stellten die Schülerinnen und Schüler selbst Ringelblumensalbe, Badekugeln, Deo-Creme, Lippenbalsam, Bodylotion, Körperbutter und Parfum aus Lavendel- und Zirbenhydrolat her und schärften dabei ihre Sinneswahrnehmungen zu Wirkqualitäten und Wirkkraft von Geruch und Riechen.
Eine Schülerin resümiert: „Wir fanden es toll, dass sich die Referentin und die Fachlehrpersonen mit uns auf das Projekt eingelassen haben. Die verschiedenen Aufgaben haben uns gefordert, aber auch Spaß gemacht. Der fächerübergreifende Unterricht in dieser Art ist eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Wir haben wertvolle Einsichten in die Welt der Düfte gewonnen. Nicht zuletzt sind wir auch dankbar für manch guten Tipp zur Körperhygiene. Schließlich muss man sich auch riechen können, um sich zu mögen.“
Matthias Kobler, Fachlehrer aus Deutsch, hat mit den Schülerinnen und Schülern den Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind gelesen und dabei die Welt aus der Perspektive des duftaffinen Mörders Jean Baptiste Grenouille wahrgenommen. In weiteren Arbeitsaufträgen versuchten die Schülerinnen und Schüler auch wahrzunehmen, wonach ihr Heimatort riecht.
Nadia Malloth, Fachlehrerin aus Biologie, war mit dem Verlauf und mit den Ergebnissen des Projektes zufrieden: „Eine gelungene Auseinandersetzung in Theorie und Praxis. Referentin Monika Abart hat den Projekttag mit ihrem fundierten Wissen bereichert. Düfte haben vielfältige Wirkungen und die Naturwissenschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es war mir wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der Chemie in ihrem täglichen Leben erkennen und verstehen, wie Düfte unseren Organismus beeinflussen können. Bei der Herstellung von Naturkosmetikprodukten konnten die Schülerinnen und Schüler mit ihren persönlichen Duftfavoriten experimentieren.“
Schluderns - Mit einer Kunstinstallation der besonderen Art am Tag der Frau am 8. März 2025 überraschte die Künstlerin Gerlinde Pazeller Menschen auf dem Schludernser Rathausplatz. „Es geht mir um eine Botschaft“, erklärte Pazeller.“ Da standen rot gekleidete Gestalten mit Miss-Schleifen vor verschnürten Stühlen. Das ließ an die Gewalt an Frauen denken und an das Schweigen. „Die Menschen sollen sich Gedanken machen. Sie sollen reden, das Schweigen brechen“, so Pazeller. Auf dem Boden lagen Zettel mit Botschaften, die Betrachterinnen und Betrachter geschrieben, hingelegt und mit Steinen beschwert hatten. In Vasen steckten blühende Blumen, als Zeichen der Hoffnung. Die Blumen übergab die Künstlerin an das Frauenhaus in Meran. Auch das ist eine Botschaft. Die Gemeindeverwalter hatten die Installation auf dem Rathausplatz ermöglicht. (mds)
Schlanders - An allen vier Schulsprengeln des Oberschulzentrums Schlanders, kurz OSZ, hängen seit November vergangenen Jahres Spender für Hygieneartikel. „Die öffentliche Diskussion darüber gibt es schon länger. Das Thema war im Frühjahr 2024 stark vom Schülerrat des OSZ Schlanders aufgegriffen worden. Im Schulrat haben wir dann darüber diskutiert und beschlossen Spender an allen vier Schulstellen zu organisieren“, sagt die Direktorin Verena Rinner.
Es soll dies ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Geschlechtergleichheit und zur Bekämpfung der sogenannten Periodenarmut sein. Man habe sich mit den Spendern für Monats-Hygieneartikel für eine saubere und einfache Lösung mit Standardartikeln entschieden. Rinner: „Es ist uns wichtig, dass alle Schüler*innen einen einfachen Zugang zu den notwendigen Hygieneartikeln haben, unabhängig von ihrer finanziellen Situation. Damit ist gewährleistet, dass das Recht auf Gesundheit und Hygiene nicht von der wirtschaftlichen Situation der jungen Mädchen abhängt.“
Das Oberschulzentrum setzt damit ein starkes Zeichen, um Periodenarmut zu bekämpfen und eine gleichberechtigte und gerechte Gesellschaft zu fördern.
Die Kosten sind noch nicht abschätzbar, am Ende des Jahres wird ein Resümee gezogen. Bis dato werden die Spenderboxen jedenfalls gut angenommen. (ap)
Schloss Goldrain/Matinee - Zu einer besonderen Matinee mit dem Fotografen Gianni Bodini und Gertrud Wellenzohn, der Direktorin vom Bildungshaus Schloss Goldrain, konnte die Bildungsreferentin Maria Raffeiner am Sonntag, den 9. März zahlreiche Besucher:innen im Graf-Hendel-Saal begrüßen. Bodini und Wellenzohn kennen Ägypten aus ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Gertrud Wellenzohn machte vor der Jahrtausendwende Touristenführungen im Norden, während Gianni Bodini im Süden Ägyptens seit mehreren Jahren im Nationalpark Wadi El Gemal bei einem Projekt zur Entwicklung eines ökologisch verträglichen Tourismus mitarbeitet. Ägypten mit den Pyramiden, dem Nil und der Wüstenlandschaft ist für viele ein Traumland mit einer uralten Geschichte. Ägypten war auch der Dreh- und Angelpunkt einer weit verzweigten Handelsbeziehung zwischen dem Mittelmeer und Indien. Durch die Arabische Wüste haben die Römer eine Straßen gebaut, so wie bei uns die Via Claudia Augusta. Gianni Bodini hat in der Arunda 86 über die Via Claudia Augusta geschrieben und wurde deshalb eingeladen, sich in der Arabischen Wüste auf Spurensuche nach der alten Römerstraße zu begeben. Gefunden hat er nicht nur die Überreste einer alten Handelsstraße, sondern auch faszinierende Landschaften und das Volk der Ababda, lokale Ureinwohner mit anderen Lebensgewohnheiten, einem anderen Zeitverständnis und einer anderen Kultur. In seinen Bildern zeigte er diese für uns fremde Welt und erzählte über seine Erfahrungen mit den Menschen und der Landschaft. In einem anschließenden Gespräch zwischen Bodini und Wellenzohn wurde über Hochzeiten, die Ernährung, die Rolle der Frauen, der Männer und der Kamele, die Abwanderung und über die Chancen und Gefahren des Tourismus gesprochen. Wichtig ist es Menschen anderer Völker mit Respekt zu begegnen und vorsichtig mit dem Fotoapparat umzugehen, damit dieser nicht zur Waffe wird, meinte Gianni Bodini abschließend. (hzg)
Langsam, ganz langsam steigen die Temperaturen wieder. Welche Farben liegen im Frühling 2025 im Trend? Welche Modetrends bringt die neue Saison?
Vorab: Das Farbinstitut Pantone hat die Trendfarbe des Jahres 2025 gekürt: „Mocha Mousse“. Bei der Farbe mit der Nummer 17-1230 handelt es sich um einen warmen Braunton, der Behaglichkeit vermittelt, uns aber auch an Leichtigkeit und den Genuss von Schokolade und Kaffee erinnert, wie das Schokoladendessert nach dem er benannt ist. Wie schon in den vergangenen Jahren wird uns die Trendfarbe 2025 auch modetechnisch begleiten und zu einem Must-have in unserer Garderobe werden.
Laut dem Pantone Color Institute spiegelt die Farbe des Jahres 2025 den Wunsch wider, sich mit der Natur zu verbinden, alle Sinne anzusprechen sowie Wärme, Harmonie und Leichtigkeit zu vermitteln. „Mocha Mousse“ ist ein warmer Braunton, der sich aus teils rötlichen Untertönen zusammensetzt.
Nun zu den Tends: Blumenmuster sind im Frühling 2025 nicht aus der Garderobe wegzudenken.
Der Trend wird jedes Jahr neu interpretiert und gehört auch in dieser Saison zu den Highlights. Neben großen Blumen stehen Blüten-Applikationen im Fokus. Die kleinen Blümchen wirken romantisch und verspielt.
Doch jeder Trend hat auch einen Gegentrend. Neben romantischen Blumen, Rüschen und zartem Tüll oder Chiffon wird es im Frühling 2025 rockig. Diese Saison besonders angesagt: der All-Leather Look mit Hosen, Hemden oder Jacken. Der Fokus liegt auf sportlicher Eleganz. Dabei entwickelt sich der Ledermantel in dieser Saison zum ultimativen Statement Stück.
Animal Print gehört zu dem Muster, das wohl jeder bereits im Kleiderschrank hat. Der beliebte Modetrend erfindet sich jede Saison neu. Neben Zebrastreifen und Kuhflecken bleibt das Leopardenmuster im Frühling Teil unserer Garderobe.
Die Rückkehr zur „normalen“ Mode geht weiter. Ein paar Jeans mit einem weißen schlichten T-Shirt werden jetzt gerne getragen.
Für den Wow-Effekt sorgt ein tiefer V-Ausschnitt im Frühling 2025: ob Kleider, Blusen oder Blazer.
Und noch eine zweite Modefarbe ist heuer besonders präsent: Ein kräftiges Tomatenrot gehört zu den Trendfarben im Frühling 2025 und ist in sämtlichen Kollektionen zu sehen.
Farbakzente setzen!
Stilvolle Akzente können mit ausgewählten Accessoires in der Trendfarbe „Mocha Mousse“ gesetzt werden - so können beispielsweise Schuhe oder Taschen in dem Farbton ein Outfit schnell und einfach aufwerten. Farbkontraste wie ein kräftiges Rot, Blau oder Gelb sorgen für Tiefe. Zarte Pastellnuancen, Weiß- oder Cremetöne verleihen dem Look feminine Leichtigkeit.
Sonntag, 23.03.2025
Von 10.00 bis 15.00 Uhr
Vereinshaus Tarsch
Bildungsausschuss Tarsch
Roman Altstätter berichtet
aus seiner Reise durch Litauen, Lettland und Estland
Freitag, 28. März 2025
um 20:00 Uhr,
Kortsch - Gasthof Sonne
Bildungsausschuss Kortsch
Freitag, 04.04.2025
19.30 Uhr
Bibliothek Laas
Bildungsausschuss Laas-Eyrs-Tschengls-Tanas-Allitz
Donnerstag, 27.03.2025
20.00 Uhr
Stadtsaal Glurns
Bildungsausschuss Glurns/Taufers i. M.
Freitag, 21.03.2025
14.30 Uhr
Bibliothek Taufers i. M.
Bildungsausschuss Glurns/Taufers i. M.
Samstag, 05.04.2025
14.00 – 16.00 Uhr
Seniorenraum in Taufers i. M.
Bildungsausschuss Glurns/Taufers i. M.
Das jährliche Bezirkstreffen der Bildungsausschüsse, bei dem sich die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen informieren, weiterbilden und austauschen, fand heuer in der BASIS-Vinschgau in Schlanders statt. Dabei stand die didaktische Methode des „Pub-Quiz“ im Mittelpunkt. Passend zum 25-jährigen Bestehen der Bezirksservicestelle diskutierten und lösten die Anwesenden 25 Fragen zum Bezirksservice, der Demographie Südtirols, zu Fragen der Chancengleichheit und der Bildungsarbeit allgemein. Der „Pub-Quiz“ hat auf den britischen Inseln und in deren Pubs schon eine lange Tradition und die Fragen müssen daher ohne Smartphone, Lexika und Telefonjoker beantwortet werden. In kleinen Teams wird deren Schwarmintelligenz auf die Probegestellt. Neben dem Informationsteil und der Koordination von Veranstaltungen steht immer ausreichend Zeit für den geselligen und kulinarischen Austausch zur Verfügung. Bei einem köstlichen Buffet mit lokalen Produkten vom Niederwieshof bei Morter tauschten sich die Anwesenden über Erfahrungen und Herausforderungen über lokal und identische Bildungs- und Kulturveranstaltungen der Bildungsausschüsse aus.
Vinschger Bildungsausschüssein Zahlen 2024
Hauptamtliche Betreuung 1
Anzahl Bildungsausschüsse 16
Ehrenamtliche MitarbeiterInnen 112
Bildungs- und Kulturveranstaltungen vor Ort 178
(Kurse, Seminare, Vorträge, Lesungen, Thementage,
Dorftage, Lesungen, Filmabende, Buchvorstellungen...)
Zahl ReferentInnen (Tätigkeit und Projekte) 183
In Eigenregie oder koordinierte Bildungsstunden 4.200
TeilnehmerInnen an Veranstaltungen 6.336
Bildungsausschuss Schluderns
Mittwoch, 26.03.2025
19.00 Uhr
im Kulturhaus Schluderns
Bildungsausschuss Schluderns
Sonntag, 23. März 2025
17.00 Uhr,
Mals Pfarrkiche
Bildungsausschuss Mals
Ein Kleinod romanischer Wandmalerei befindet sich in der Krypta der Benediktinerabtei Marienberg oberhalb Burgeis. Die hervorragende Qualität und der überraschend gute Erhaltungszustand der Kryptafresken, stellen die Ausmalung in die erste Reihe romanischer Wandbilder in Europa.
von Peter Tscholl
1160 weihte Bischof Adalgott von Chur die Krypta Marienberg, welche zu Beginn des Baues errichtet wurde. Hier versammelten sich die Mönche zu Gottesdienst und Stundengebet bis das Kloster fertiggestellt war. In der Zeit zwischen 1175 und 1180 wurde die Krypta ausgemalt. Wahrscheinlich schon nach der Weihe der Michaelskapelle und sicherlich ab 1201, als die Stiftskirche geweiht wurde, verlagerte sich die Liturgie in die Oberkirche. Über die weitere Verwendung der Krypta ist wenig bekannt. Im 17. Jahrhundert diente die Krypta als Gruft für den Konvent. 1887 ließ Abt Leo Maria Treuinfels in der Krypta die barocke Tünche entfernen und stieß dabei auf die romanischen Fresken. Die Mitteilungen der k.k. Central-Commission als führende Zeitschrift für Denkmalpflege in der Donaumonarchie veröffentlichte die bedeutsame Entdeckung. In den folgenden Jahren wurde mit der Freilegung der Fresken fortgefahren. 1927 nahm man im Auftrag des Staatsdenkmalamtes in Trient eine Restaurierung der Fresken vor. In ihrer Gesamtheit wiederentdeckt wurden sie jedoch erst im Jahre 1980 durch den Abbruch der Grufteinbauten unter Abt Stephan Pamer. Der Eindruck war umso überwältigender, als die westliche Hälfte der Fresken, die nie übertüncht gewesen war, nach der Reinigung in nahezu originalem Zustand in wunderbaren Farben ans Licht kam.
Lapislazuli – Göttliches Blau
Unter den Freskofarben nimmt Blau die wichtigste Stellung ein. Hergestellt wurde das blaue Pigment durch ein aufwendiges Verfahren aus dem Halbedelstein Lapislazuli. Bis zur industriellen Herstellung des synthetischen Ultramarinblau im Jahre 1828 war der Farbstoff eines der wichtigsten Blaupigmente auf Künstlerpaletten. Lapislazuli wurde für seine intensive blaue Farbe sehr geschätzt und spielte in der abendländischen Kunst eine große Rolle. Da das Pigment aber außerordentlich teuer war, wurde es nur sparsam verwendet. Eines der bekanntesten Beispiele, die mit filtriertem Lapislazuli als Pigment gemalt wurden, sind Giottos Fresken in der Cappella degli Scrovegni in Padua. In der Krypta von Marienberg ist es ebenfalls echter, aufgeriebener Lapislazuli, mit 10 bis 30 Mikrometer (µ) großen Körnern, die auf einer Grauuntermalung, bestehend aus Kalk und Reb-schwarz, liegen.
Lapislazuli wurde erstmals bereits im 7. Jahrtausend v. Chr. im heutigen Afghanistan entdeckt. Besonders seine goldenen Pyrit-Einschlüsse, die wie kleine Sterne im tiefen Blau leuchten, geben ihm eine besondere Symbolik. Der Stein wird oft als das Tor zur spirituellen Welt betrachtet. Für die alten Ägypter war Lapislazuli das Kostbarste, was sie besaßen und gaben es ihren Pharaonen auf die Reise in das Jenseits mit (Mumienmaske des Tutanchamun). Nach Europa kam der blaue Stein erst im Mittelalter. Gefährliche und lange Reisen waren dafür nötig. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass das kostbare Blau in der europäischen Malerei nur für die Figur der Maria (in der frühchristlichen Tradition galt Lapislazuli als Stein der Jungfrau Maria), für Christusdarstellungen oder für den Himmel verwendet werden durfte. Nicht jeder Auftraggeber konnte es sich leisten, es zur Verfügung zu stellen.
Was könnte eine Antwort auf die Frage sein, wie das kostbare Blau nach Marienberg kommen konnte? Die Maltechnik entspricht der Empfehlung des Benediktinermönchs Theophilus, dem Verfasser des wichtigsten, im 12. Jahrhundert geschriebenen Traktats über römische Malerei. Theophilus Presbyter hatte in dem Traktat „De diversis artibus“ (deutsch: „Über die verschiedenen Künste“) die verschiedenen Kunsthandwerkstechniken des Mittelalters ausführlich dargestellt. Eine mögliche Antwort könnte auch in der überregionalen Bedeutung der Benediktinerabtei um 1200 zu finden sein. Die ersten fünf Äbte in Marienberg pflegten nämlich eine enge Beziehung zum Kloster in Ottobeuren. Ulrich III. von Tarasp hatte zu den Vögten von Ottobeuren, den Grafen von Ronsberg, eine gute Beziehung. Die überregionale Bedeutung der Abtei ergibt sich auch aus der Tatsache, dass der Abt zweimal als Richter in kirchlichen Verfahren, 1194 im Prozess gegen Bischof Heinrich II. von Chur und 1211 in einem Streit zwischen Bischof Friedrich von Trient und einem Bürger aus Verona, aufscheint.
Die Marienberger Kryptafresken
Der Name des Malers ist unbekannt. Der Malstil entspricht dem allgemeinen Benediktinerstil des 12. Jahrhunderts und geht unter anderem auf byzantinische Vorbilder zurück. Das gesamte Bildprogramm orientiert sich um den thronenden Christus – Pantokrator, dem bevorzugten Thema romanischer Malerei. Umgeben wird Christus von den Apostelfürsten Petrus und Paulus, den Evangelisten in Symbolgestalt und den Chören der Engel.
Hauptquelle für jedes schöpferische Gestalten im Mittelalter war die Bibel. Im Fall von Marienberg spielt noch eine andere Tatsache eine entscheidende Rolle. Blickt man nämlich auf die Gründungsgeschichte des Klosters, so ergibt sich ein überraschendes Zusammentreffen von Fakten. Ulrich III. von Tarasp pilgerte zwischen 1145 und 1149 zweimal nach Rom, um von Papst Eugen III. die Erlaubnis zur zweimaligen Standortverlegung des von ihm gegründeten Klosters zu erlangen. In diese Jahre fiel auch die Trierer Synode und die Beschäftigung des Papstes mit den drei großen Visionsschriften der heiligen Hildegard von Bingen. Ulrich III. war ein tief religiöser Mensch und mit Abt Albert I. eng verbunden. Es ist naheliegend, dass Abt Albert I. und der Maler der Fresken Kenntnis hatten vom Werk der Heiligen Hildegard und Spuren ihrer spirituellen Visionen im Bildprogramm hinterließen.
Bezüglich der inhaltlichen Bedeutung des von Engelbildern geprägten Freskenzyklus schreibt Mechthild Clauss in ihrem Buch „Die Engel von Marienberg im Licht spiritueller Deutung“, bearbeitete Auflage, 2023: „Von größter und nicht hoch genug einzuschätzender Bedeutung ist die Tatsache, dass diese in ihrer Vollständigkeit wiedergewonnenen Fresken sich als geschlossenes Ganzes erweisen – ein Ganzes, das wegen seiner drei in sich zusammenhängenden Teile als Zyklus bezeichnet werden kann. Wie allerdings die einzelnen Teile dieses Zyklus aufeinander bezogen sind und welches Thema sie entfalten, ist nicht ohne weiteres zu erkennen. Die Fresken geben ein Rätsel auf. Es fehlt ihnen das erzählende Element; die im Mittelalter so häufig an Wänden und Portalen der Kirchen zu findende Darstellung biblischer Ereignisse ist nicht ihr Anliegen. Der Zyklus ist auf keinen bestimmten biblischen Text bezogen, wie es etwa bei der Buchmalerei der Fall ist, deren Miniaturen das geschriebene Wort illustrieren, wodurch das Bild und Wort eng miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig erhellen.“
Die Marienberger Kryptafresken bleiben ein Geheimnis. Die Mönche werden in ihrem Chorgebet hineingenommen in den himmlischen Gottesdienst und so an ihre Aufgabe erinnert.
„Es gibt noch Orte
die zu suchen
es sich
ein Leben lang lohnt“.
Konrad Rabensteiner
Kartenturnier des Seniorenverein und dem Jugendhaus Phönix - Schon lange Tradition und auch heuer wieder stattgefunden hat das Kartenturnier, bei dem Senioren gegen Jugendliche antreten. Beim Schlongete Ass wird niemandem etwas geschenkt. Die Teams werden ausgelost. Immer zwei Jugendliche spielen gegen zwei Jung-Gebliebene. Drei Spiele finden statt, wobei die Gegner immer wieder neu zusammengelost werden. Meldungen zählen nicht, es geht also um das spielerische Können der Teilnehmenden.
Leider, das müssen wir zugeben, sind die Jugendlichen den sehr geübten Kortner*innen des Seniorenvereins meist ziemlich unterlegen, wobei immer wieder überraschende Erfolge gelingen und nicht alle „jungen“ Teams punktemäßig hinter den Senioren-Duos liegen. Es zählen nämlich nicht die Siege, sondern die erlangten Punkte insgesamt.
Das Gewinnen, wenn auch alle Teilnehmenden sehr ehrgeizig in den Nachmittag starten, steht im Hintergrund. Vielmehr geht es darum, alte Karten-Spiele den jungen Menschen zu lernen und um einen schönen Nachmittag, an dem Junge und Ältere miteinander Zeit verbringen, sich austauschen, lachen und diskutieren und nebenher an Kortr machen.
Am 5. April 2025 findet im Jugendzentrum Green Turtle ein Kleidertauschmarkt statt. Der Kleidertauschmarkt wird im Rahmen der 40 Jahrfeier des Jugenddienst Mittelvinschgau organisiert. Wir möchten mit dieser Veranstaltung ein klares Zeichen der Nachhaltigkeit setzen, auch Kleidung und sonstige Accessoires verdienen eine zweite Chance.
Getauscht werden gut erhaltene und gewaschene Kleidung. Auch Schuhe, Taschen, Rucksäcke und Schmuck für Jugendliche und Erwachsene können mitgenommen werden.
Für weitere Informationen und/oder Standanmeldung könnt ihr Euch gerne unter der folgenden Nummer melden: Magda,
Tel. +39 380 182 8380
Heimatbühne Prad
Die Heimatbühne Prad spielt “Entführung für Einsteiger” von Philipp Alkefug unter der Regie von Nadia Schwienbacher.
Die Premiere findet am Freitag, 04. April 2025 um 20:00 Uhr im Raiffeisensaal “aquaprad” statt.
Im Stück ist es Markus gelungen, Svenja, die Tochter einer sehr vermögenden Familie, zu entführen. Er hat sie in eine kleine Hütte im Wald geschleppt, doch nicht weiter als hierhin geplant. Leider liegt ihm das Improvisieren nicht besonders gut. Außerdem verirren sich noch andere Menschen in die Gegend, sodass Markus vor der Herausforderung steht, die Geiselnahme geheim zu halten.
Es ist für die Heimatbühne eine besondere Freude, heuer mit Nadia Schwienbacher zu arbeiten, weil die Schauspielerin, Theaterpädagogin und Regisseurin ihren Fokus bei der Erarbeitung des Stücks vorwiegend auf die schauspielerische Leistung und Entwicklung der Spieler*innen legt.
Reservierungen unter
+39 324 7465009
(15:00 – 19:00 Uhr oder jederzeit auf WhatsApp) oder online über Ticketleo.
Für weitere Details und Infos folgt uns gerne auf Instagram und Facebook!
Instagram: @heimatbuehne_prad
facebook: Heimatbühne Prad
Schlanders - Am 21. und 22. Februar verwandelte der Männergesangverein Schlanders die Bühne im Kulturhaus wieder in eine Hochburg des Humors. Mit ihrer diesjährigen Faschingsrevue trafen die Sänger einmal mehr den Nerv des Publikums und nahmen dabei kein Blatt vor den Mund. Das heurige Hauptthema: Die Schlanderser Fußgängerzone – einst lebendig, nun fast vom Aussterben bedroht durch das Sterben von Geschäften und Gasthäusern. Das Ensemble schlüpfte in die unterschiedlichsten Rollen und nahm die neuen Zeiten mit scharfem Witz aufs Korn: Von lustlosen Wirten, die von skurrilen Touristen aufgeschreckt wurden, über einen findigen Grödner Hotelier, der in Schlanders nach Rezepten gegen den Overtourism suchte, bis hin zu einem smarten IDM-Marketingmanager, der einer skeptischen Bäuerin neue Verkaufsstrategien für ihre Hofprodukte schmackhaft machen wollte – jedoch mit mäßigem Erfolg, denn diese hatte eher die Suche nach einem Verlobten für ihre Tochter Shakira im Blick. Ein besonderes Highlight bot Horst Saller, der als Talkmaster Magnus Glanz eine wahre Glanz-Vorstellung ablieferte. Auch das politische Geschehen im Dorf kam nicht zu kurz: Das Ende der Ära von Bürgermeister Dieter Pinggera und der Wahlkampf zwischen zwei Frauen um seine Nachfolge wurden humorvoll aufgegriffen. Selbstredend ließ es sich auch die Ministerpräsidentin nicht nehmen, in Schlanders vorbeizuschauen und das Starpärchen Meloni-Pinggera der letzten Revues wieder aufleben zu lassen. Und als wäre das nicht genug, sorgte ein Besuch aus Übersee für Furore: Elon Musk und Präsident Trump landeten mit ihrer Rakete vor der Drusus-Kaserne und brachten das ganze Dorf zum Beben. Begleitet wurde all das von mitreißenden Gesangseinlagen und viel Klamauk, wie es sich für eine gelungene Faschingsrevue gehört.
Das Publikum dankte es den Akteuren um Regisseur Franz Steiner und den von Chorleiterin Sibylle Pichler geführten Sängern mit tosendem Applaus und zeigte damit: Diese Faschingsrevue ist immer wieder ein Höhepunkt im Schlanderser Kulturkalender.
Schlanders/Kulturhaus - Am zweiten Sonntag im März findet das traditionelle Frühjahrskonzert der Bürgerkapelle Schlanders im Kulturhaus Karl Schönherr statt. Der Obmann Martin Ratschiller konnte beim 40. Festkonzert am 9. März im voll besetzten Sparkassensaal nicht nur Bürger:innen aus Schlanders, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden begrüßen. Neben Rudolf Pascher, dem Landeskapellmeister des Blasmusikverbandes Tirol, konnte Ratschiller auch Sebastian Prieth, den neuen Bezirksobmann des Verbandes der Südtiroler Musikkapellen und die Freunde der Partnergemeinde von St. Anton am Arlberg begrüßen. Neu in der Bürgerkapelle aufgenommen wurden zwei junge Musikantinnen: Lilly Schuster (Saxophon) und Anna Regensburger (Klarinette). Der langjährige Dirigent Georg Horrer hat wiederum ein anspruchsvolles, aber abwechslungsreiches und buntes Programm ausgewählt und dem begeisterten Publikum im zweistündigen Konzert präsentiert. Es war ein Querschnitt moderner Blasmusik mit Ausschnitten aus bekannten Musicals und beliebter Filmmusik. Dabei gab es hervorragende Soloeinlagen mit dem Saxophon, dem Xylophon und anderen Instrumenten. Feierlich eröffnet wurde das Konzert mit „Enrique López“ von Antón Alcalde Rodriguez. Es folgte „Elements“, die kleine Symphonie von Brian Balmages, wobei die vier Elemente Luft, Wasser, Erde und Feuer musikalisch interpretiert werden. Vor der Pause erklang „Abraham“, die biblische Tondichtung von Ferrer Ferran. Die innere Zerrissenheit, die Angst und Qualen wurden ausdrucksstark herausgearbeitet. Nach der Pause erklang der schwungvolle, lebendige und fröhliche Marsch „Raise the Banner of Brave“ von Tomonori Watariguchi und anschließend „Symphonic Dances from Fiddler on the Roof“ aus dem Musical Anatevka. Lebendig und abwechslungsreich war „The Magnificent Seven“ aus dem bekannten Westernfilm: Die glorreichen 7. Nach Südamerika entführte die Bürgerkapelle das Publikum bei „Cuban Sound“ von Giancarlo Gazzini. Zum Abschluss gab es noch zwei Zugaben und einen lang anhaltenden Applaus. (hzg)
Wenn die Lootscher zur Fasnocht laden, dann geht‘s avanti. Der Noldi und der Sinner, der Doping Swinger, machten am 2. März 2025 Programm, die Lootscher Fosnochtsmusi Stimmung. Wolf und Bär, der Veganer, Trump and Milania, die Engadetter, dia koa Larmstong aufderrichten und die Folzaroner, dia inspringen miassn - das war unter anderem in Einaktern, in Schnaderhipflen, verpackt. Alle bekamen ihr Fett weg. Stoff für die Lootscher Nachrichten lieferten nicht wenige Lootscher unterm Jahr. Höhepunkt: Erstmals wurde der Fosnochts-Larch für stolze 1000€ versteigert, über 600€ die Äste. Nicht fehlen durften natürlich die Bajazzen, die Schemen, die Bauersleute und Dj Hamala. (ap)
Ganz Laas verwandelte sich am „Fosnochtseirta“, den 4. März, zur Faschings-Partymeile. Kaiserwetter, eine Menschenmenge, die Laas so wohl noch nie gesehen hat und beeindruckende und coole Faschingswagen und -gruppen, die zu unterhalten wussten: Das war der Fåsnåchtsumzug in Laas 2025. Ein solches Event weiß nur Laas alle zwei Jahre auf die Beine zu stellen. Gefeiert wurde bis spät in die Nacht. Kurzum: Ganz Vinschgau in Laas außer Rand und Band. (ap)
Meran/Vinschgau - Die Arbeitsgemeinschaft des KVW „Tanzen ab der Lebensmitte“ feierte am 1. März 2025 im Kulturhau von Meran das 30-jährige Jubiläum. Mit dabei waren auch die Vinschger Tanzleiterinnen mit Tänzerinnen und Tänzern.
von Magdalena Dietl Sapelza
Unter den vielen Tanzleiterinnen und Tanzleitern aus dem ganzen Land befanden sich auch die fünf Tanzleiterinnen aus dem Vinschgau. Eindrucksvoll zeigten sie im Kurhaus ihr Können, das sie sonst im Laufe des Jahres an Seniorinnen und Senioren im Tal vermitteln. Im Vinschgau betreuen sie an die 300 Seniorinnen und Senioren, darunter sind in der Mehrheit Frauen. Mit ihrem Einsatz leisten die Tanzleiterinnen Großartiges für die Gesellschaft. Sie sorgen für die tänzerische Bewegung der Seniorinnen und Senioren, für Bewegung, die ihnen große Freude macht und gleichzeitig Körper und Geist in Schwung bringt. Das gemeinsame Tanzen fördert die Konzentration, die Beweglichkeit und nicht zuletzt die Geselligkeit. Das fröhliche Miteinander bei Musik und Tanz wirkt vorbeugend gegen Demenz und schiebt der Vereinsamung einen Riegel vor. Einsamen Menschen kann man nur raten, sich einer Tanzgruppe anzuschließen.
Die Tanzleiterin Inge Stecher aus Prad zählt zu den engagiertesten Leiterinnen im Tal. Sie betreut derzeit sechs Tanzgruppen, und zwar jeweils eine in Prad, in Schluderns, in Eyrs, in Laas und zwei Gruppen in Schlanders. Rosa Stecher aus Prad kümmert sich um Gruppen in Prad, Glurns, Goldrain und Latsch. Roswitha Weißensteiner leitet Gruppen in Taufers i. M., Graun und Tschengls.
Marion Fischer betreut eine Gruppe in Mals und Rosvita Holzknecht eine Gruppe in Naturns. Getanzt wird vorwiegend in den Wintermonaten. Inge Stecher bietet Tanzeinheiten auch im Sommer an, und zwar im Rahmen von Aufenthalten am Meer und jeden Donnerstag im Monat ab 19.30 Uhr in einem Nebenraum der Pizzeria Sisinius in Laas. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.
Schlanders - Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen: Vor diesem Hintergrund organisierten Agnes und Thomas Wielander vom Rosenwirt in Schlanders zusammen mit der Musikgruppe Karussel eine Benefizveranstaltung unter dem Titel „Lecker essen und colle Musik“ am Tag der Frau, am 8. März 2025. Insgesamt 900 Euro wurden an das Frauenhaus „Frauen helfen Frauen“ gespendet. Übergeben wurde die Spende im Laufe das Abends an einige Vorstandsmitglieder, die anwesend waren.
Schlanders - Zum zweiten Mal veranstalteten Monika und Markus Wieser vom Schupferwirt in Schlanders zusammen mit Cesare Ficai heuer ein Preisjassen für einen guten Zweck. Rund 30 Personen haben an diesem am 9. Februar 2025 teilgenommen. Stolze 1.100 Euro sind zusammen gekommen und gingen an eine einheimische bedürftige Familie. Unterstützt wurde die Benefizveranstaltung vom Salon Top Hair, der Apotheke Solaris, der Metzgerei Leggeri, der Metzgerei Kiem, Karner und von Getränke Walzl. Ohne diese Unterstützung wäre dieser beträchtliche Betrag nicht zusammengekommen. Ihnen gilt ein großer Dank!
Das FORST Osterbier 2025 garantiert Genussmomente und bietet den perfekten Rahmen, um gemeinsam auf das Osterfest anzustoßen. Eigens für diese Festlichkeit und die dazugehörige Osterzeit kreiert die Spezialbier-Brauerei FORST den idealen Begleiter zu traditionellen Gerichten. Die heitere und ansprechende Aufmachung bietet sich als ideale Geschenkidee an. Bereiten Sie Ihren Liebsten eine Freude und verschenken Sie das FORST Osterbier im passenden Basket à 6 oder in der praktisch, sympathischen FORST „Souvenir Box“ à 12 Flaschen.
Der 29. Dezember ist für Karl und seine Familie ein besonderes Datum. Am 29.12.1945 kehrte der Vater aus der russischen Gefangenschaft heim. Am 29.12.1949 heirateten seine Eltern. Am 29.12.1962 wurde sein Vater aus dem Gefängnis Bozen entlassen und am 29.12.1976 heiratete er.
von Magdalena Dietl Sapelza
Karl erlebte eine bedrückende Kindheit. Nach dem Anschlag auf die Finanzkaserne in Schlanders im April 1961 wurde sein Vater, Schützenhauptmann und Wirt im „Gasthof Adler“, verhaftet und ins Bozner Gefängnis gebracht. Seine Mutter war mit den Kindern auf sich allein gestellt. Auch sie wurde beschattet und war Repressalien ausgesetzt. Erst im Dezember 1962 kehrte der Vater nach dem Freispruch wieder heim. Inzwischen war Südtirol nach der Feuernacht im Juni 1961 zu einer militarisierten Zone geworden. Die Schützenvereine waren verboten. Am 1. Februar 1963 kam es zur willkürlichen Beschlagnahme des elterlichen Gasthofes. Dort wurden „Carabinieri“ untergebracht. Der Familie blieb nur die untere Etage mit der Gaststube. Karl und sein Bruder durften oben hinter einer Trennwand schlafen, weil unten der Platz fehlte. „Miar sain oan Johr long mit Maschinengewehr unt Sondsäck konfrontiert gwesen“, erinnert er sich.
Karl wurde in St. Leonhard in Passeier geboren. Als Dreijähriger kam er nach Schlanders, nachdem seine Eltern den „Schwarzen Adler/Trögerwirt“ gekauft hatten. Dort wuchs er mit drei Geschwistern auf. Neben der Gastwirtschaft betrieb die Familie einen Schweinestall mit rund 100 Schweinen. Dieser musste später weichen, und es entstanden Gästezimmer. Karl besuchte den Blockunterricht in der Hotelfachschule im „Laurin“ in Bozen. Es war eine duale Ausbildung mit der Lehre daheim und Praktika in Gröden und Trient. Nebenbei lernte er das Ziehharmonika-spielen bei der Virtuosin Frieda Wilhelm. Karl war Mitbegründer der Volkstanzgruppe und schloss sich als Klarinettist der Bürgerkapelle Schlanders an. Das ebnete ihm während seines Militärdienstes den Weg in die Militärmusikkapelle in Brixen, die bei Alpini-Festlichkeiten und bei Empfängen in ganz Italien aufspielte. 1968 wurde die Schützenkompanie Schlanders neu aktiviert. In den 1970er Jahren baute Karl eine Jungschützengruppe auf. 1981 trat er als Hauptmann in die Fußstapfen seines Vaters, eine Aufgabe, die er dann 33 Jahre lang innehatte.
Seine Frau Monique Jacobs (Jg. 1956) aus Antwerpen in Belgien lernte Karl im elterlichen Gasthof kennen, wo sie mit ihrer Familie öfters zu Gast war. Vor Jahresende 1976 heiratete er sie in Doppelhochzeit mit seinem Bruder. Zusammen mit Monique führte Karl den Betrieb nach dem Tod des Vaters 1981 weiter. Sie schenkte ihm einen Sohn und eine Tochter, hielt ihm den Rücken frei und war ihm Stütze in allen Lebenslagen. Dazu zählten erneute Verfolgungen, nachdem die Gruppe „Ein Tirol“ in den 1980er Jahre Anschläge verübt hatte und ethnischen Spannungen erneut aufflammten. Wegen eines Telefonbuches, das unter der Verantwortung von Karl als Schützenhauptmann in Deutsch publiziert worden war, kam er ins Visier der Ordnungshüter. Eine Hausdurchsuchung folgte der nächsten. „Ma hot mi bespitzlt unt in Prozess gmocht“, erklärt er. Man konnte ihm jedoch kein Vergehen nachweisen. Die ethnischen Spannungen lösten sich mit der Zeit langsam auf. Karl hegte keine Rachegefühle. „Di Zeit hots holt so brocht. Inzwischn isch olz guat gwortn“, betont er.
Karl pflegte in den Jahren darauf stets gute Beziehungen zu den italienischen Behördenvertretern, mit denen er als Repräsentant und aktives Mitglied vieler Organisationen in der Gemeinde, im Bezirk und auf Landesebene laufend zu tun hatte. Er war Funktionär bei den Schützen, in der SVP, im SVP-Wirtschaftsausschuss, im Vinschger Wirtschaftsring, im HGV, in der Bau- und Lizenzkommission der Gemeinde, im Verband der Tourismusorganisationen, bei Vinschgau Marketing, im Tourismusverein Schlanders-Laas, dessen Präsident er seit der Fusion 2002 ist. Die Aufzählung der Daten seiner Amtszeiten - oft in Führungspositionen - würde den Rahmen sprengen. Es gibt wohl nur wenige Vinschger, die so rührig unterwegs waren und sind wie Karl. „Lai in Gemeindrot hon i nia innigwellt“, schmunzelt er. Sein Herzensverein ist der FC Bayern München. 1978 war er das 861. Mitglied von heute 390.000. Seit 1990 ist er Präsident der Vinschger Bayern Fanclubs. Dieses Amt will er nun abgeben, so wie nach und nach auch andere Verpflichtungen. Den Gasthof hat er bereits an seinen Sohn übergeben.
Karl will sich etwas mehr Zeit für sich gönnen. Er hat vor, mit seinem Enkel wieder seine Ziehharmonikakenntnisse von einst zu aktivieren. Dankbar ist er seiner Frau. „Di Monique isch olm hinter miar gstondn, suscht hat i des olz nit tian kennt“, bekräftigt er.
Kolumne - „Do hott er si wos inbrockt, der Tappeiner, mit seiner Schnolser-Gschicht! Prum muas er a glei in Ebner Michl ans Bein brunzn!“ „Sell ganget jo nou“, meinte dazu sein Tischnachbar, „obr mit sein leschtn Beitrog über den Gaismair hot er si glei mit viertausend Schüzen ounglegg, weil er in Hofer Ander oitoun hot!“ Dieser scherzhaft-dialektale Einstieg dürfte besonders bei jungen Lesern gut ankommen. Wer hingegen an der Geschichte der Bauernkriege 1525/26 und an Gaismairs Traum von einer Republik Tirol interessiert ist, dem empfehle ich das Büchlein von Ralf Höller, das dazu 2024 bei Raetia-Kohlhamer erschienen ist.
Nun ist es aber an der Zeit, dass wir uns von den Bauernkriegen der Gegenwart nähern. Und da möchte ich an einen Patrioten erinnern, für den das Wort „vergessen“ nur bedingt gilt und bezogen hauptsächlich auf die Partei, an deren Gründung und Aufbau nach 1945 er maßgeblich beteiligt war, nämlich der Südtiroler Volkspartei SVP: Friedl Volgger. Geboren wurde er im Jahr 1914 in Ridnaun als Kind einer Bauernfamilie. Nach Besuch der Volksschule in Ridnaun trat er 1925 ins bischöfliche Knabenseminar und Gymnasium Vinzentinum in Brixen ein. Im Juni 1939 promovierte er an der Universität Innsbruck zum Doktor der Philosophie. Anschließend war er bis 1943 Redakteur der Tageszeitung „Dolomiten“. Ende 1939 gründete er zusammen mit anderen jungen „Dableibern“ den Andreas-Hofer-Bund, eine Vereinigung, die sich um die
Anliegen jener Südtiroler kümmerte, die sich trotz der massiven Propaganda aus dem „Reich“ für den Verbleib in der Heimat entschieden hatten. Und dafür war Rückgrat vonnöten, wofür Volgger dann auch nach dem „Anschluss“ Südtirols am 8. September 1943 an Hitlerdeutschland ins Gefängnis und ab April 1944 ins Konzentrationslager Dachau „wanderte“. Nach seiner Rückkehr in die Heimat war er im Führungsstab der bereits am 08. Mai 1945, also unmittelbar nach dem Einmarsch der Alliierten Streitkräfte in Bozen und am Tag der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands, gegründeten SVP. Einer der drei Programmpunkte der neuen Partei war, auf die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes des Südtiroler Volkes zu bestehen.
Im August und September 1946 fand in Paris die Friedenskonferenz statt, bei der es auch um unser Schicksal ging. Die österreichische Delegation wurde vom Außenminister Karl Gruber angeführt, die italienische vom Ministerpräsidenten Alcide Degasperi. Es galt, dort auch unsere Stimme zu erheben. Die Partei wollte Friedl Volgger und Otto von Guggenberg als Beobachter zu den Verhandlungen schicken, doch die italienische Polizei verweigerte ihnen die Ausreisepapiere. Sie erreichten das österreichische Ötztal jedoch auf Schleichwegen über die Similaunhütte im Schnals-tal. Der Rest ist bekannt und kann auch in Friedl Volggers
Biografie „Mit Südtirol am Scheideweg“, Haymon Verlag, 1984, nachgelesen werden, auch welche politischen Ämter er bekleidete. Was ihn auszeichnete und noch heute unseren Respekt fordert, ist vor allem seine Courage. Friedl Volgger starb am 12. Mai 1997.
Peter Tappeiner Rechtsanwalt
Kulturhaus Karl Schönherr - Schlanders - von Marc Becker. Ein Zweipersonenstück für die ganze Familie (ab 4 Jahren).
„Das Glück war die ganze Zeit hier, vor unserer Nase! Wir haben es bloß nicht bemerkt!“
Die ständige Suche nach dem Glück ist wohl eine der besten Methoden, um unglücklich zu sein. Aber was macht das Glück aus? In der Zentrale für Glücksforschung gehen Franzi und Didi dieser Frage auf den Grund. Sie testen Glückskekse, überprüfen die Wirkung von Komplimenten und Geschenken, philosophieren über den Unterschied von Reich und Arm, ... Werden sie das Rätsel lösen und für immer glücklich sein?
Der Südtiroler Verein freiluft Kinder- und Jugendtheater hat es sich zur Aufgabe gemacht, professionelles deutsches Familientheater auf die Bühne zu bringen. Freiluft liegt es am Herzen Kinder und deren Familien im ganzen Land mit ausgewählten, phantasievoll in Szene gesetzten Theaterstücken zu erreichen.
„Die Glücksforscher“ machen sich auf die Suche nach dem Glück, um es am Ende bei sich selbst zu finden. Das Stück ist eine Hommage an das kindliche Spiel mit seinen Glücksmomenten, das Kinder in den Spiegel blicken und Erwachsene in Erinnerung schwelgen lässt.
Karten sind im Büro des Kulturhauses und an der Theaterkasse vor der Aufführung erhältlich. Vormerkungen: T 0473 737777 oder kulturhaus@schlanders.it
Unterstützt von der Marktgemeinde Schlanders, dem Amt für deutsche Kultur, der Raiffeisenkasse Schlanders, Fa. Recla, Casual Luxury Hotel Nidum, Raumausstattung Fleischmann.
Prad am Stilfserjoch - Rund 80 Gäste genossen am 8. März 2025, dem Tag der Frau, den Brunch im Nationalparkhaus aquaprad. Dieser war von den Verantwortlichen des Bildungsausschusses und der öffentlichen Bibliothek Prad in Zusammenarbeit mit dem Team vom Weltladen Latsch organisiert worden. Alle Helferinnen und Helfer bemühten sich, die Gäste zufrieden zu stellen. Selbst der Präsident des Weltladens, der ehemalige Landesrat Richard Theiner, betätigte sich als Kellner. Die Initiative für den Brunch war von Waltraud Telser ausgegangen. Sie spricht von einem vollen Erfolg. Die Spesen für den Brunch konnten zum Großteil mit Spenden gedeckt werden. „500 Euro sind übrig geblieben. Diese gehen nun an ein Projekt für Mädchen auf den Philippinen“, so Telser.
Der Weltladen Latsch steht für eine menschliche Wirtschaftsweise und fairen Handel weltweit und auch. Angeboten werden sowohl Produkte aus Lateinamerika, Afrika und Asien, als auch Lebensmittel und Kunsthandwerkliches aus Südtirol. Produkte stammen aus Vinschger und Ultner Bauernhöfen, aus kleinen Vinschger Bäckereien und aus den Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung. Durch das Prinzip des fairen Handels bekommen die Produzenten für ihre Produkte einen fairen Preis ausbezahlt, der ihnen ein Leben in Würde ermöglicht. Die langfristig angelegte Zusammenarbeit sorgt zudem für Planungssicherheit. Die Kundinnen und Kunden können im Weltladen Produkte kaufen, die garantiert ohne ausbeuterische Kinderarbeit und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt worden sind. Der Weltladen in Latsch ist mittlerweile mehr als ein Verkaufspunkt. Er ist ein Ort der Begegnung geworden. (mds)
Schlanders/Klimateam - Unter dem Motto „Heint fir Morgn“ organisierte das Klimateam Schlanders am Samstag, den 15. März einen Tag rund ums Radl im Dorfzentrum von Schlanders. Angeboten wurde ein Flohmarkt, Fahrrad-Check, Radparcours und die Möglichkeit zum Erwerb des Fahrradführerscheins.
von Heinrich Zoderer
Seit 2024 gibt es in Schlanders das Klimateam als Arbeitsgruppe, eingesetzt vom Gemeinderat, um sich mit dem Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Die Gruppe will einen Klimaschutzplan ausarbeiten und Schlanders Klima fit machen. Wie Georg Pircher vom Klimateam erklärte, soll das Dorf entsiegelt und grüner werden, die umweltfreundliche Mobilität soll gefördert und die Gemeindegebäude Klima fit gemacht werden. Neben Vertretern von Vereinen und Verbänden, sowie des Gemeinderats, arbeiten in der Gruppe unter dem Vorsitz der Gemeindereferentin Monika Wielander auch interessierte Bürger aus Schlanders mit. Nach der Organisation eines Nachhaltigkeitsfestes, machte das Klimateam nun die Radmobilität zum Thema eines weiteren Aktionstages. Geboten wurde ein buntes Programm für Kinder, Familien und Erwachsene auf dem Sparkassenplatz, am Plawennplatz und am Hauptplatz in der Fußgängerzone. Ein Fahrradflohmarkt wurde am Sparkassenplatz organisiert. Dabei gab es verschiedene Fahrräder, aber auch Fahrradzubehör wie Helme, Radanhänger und Kindersitze. Außerdem wurden Rollschuhe, Skateboards, Laufräder und Inlineskates angeboten. Die beiden Fahrradgeschäfte Bikeman und Tappeiner führten kostenlose Fahrrad-Checks durch. Die Ortspolizei war auf dem Plawennplatz mit einem Infostand zum Thema „Sicheres Radfahren“ und einem Radparcours präsent. Kinder und Jugendliche konnten den Fahrradführerschein erwerben. Die Dorfpolizisten erklärten warum Bremsen, Helme, Licht und Klingel für die Sicherheit wichtig sind. Einen Radparcours für die Kleinen organisierte das Elki auf dem Dorfplatz. Christiane Pircher vom Klimateam informierte über den Radwettbewerb „Südtirol radelt und Schlanders radelt mit“ und prämierte drei Teilnehmer:innen aus Schlanders, welche im letzten Jahr von den insgesamt 28 Teilnehmerinnen des Radwettbewerbes aus Schlanders am meisten Fahrradkilometer zurückgelegt haben. Prämiert wurden Claudia Kaserer mit 1.323 gefahrenen km, Martin Dietl mit 1.080 km und Johannes Kaserer mit 1.061 km. Alle drei erhielten Preise, gesponsert von Bikeman, Rad Tappeiner und Trafik Spechtenhauser.
Bozen/Vinschgau - Am Samstag, den 08. März 2025 trafen sich die Vertreter der 209 Musikkapellen Südtirols zur 77. Landesversammlung. Der Verbandsobmann Josef Ploner wurde in seiner Funktion bestätigt wurde.
Ein Höhepunkt war die Ehrung von verdienten Funktionären. Darunter waren auch vier Funktionäre aus dem Vinschgau. Manfred Horrer und Christian Josef Priester wurde den Verdienststern des Verbandes verliehen. Dies ist die höchste Auszeichnung, welche der Verband vergibt. Horrer war 33 Jahre lang im Bezirksvorstand, von 1992 bis 2001 Bezirkskassier, von 2001 bis 2019 Bezirksobmann, von 2019 bis 2023 Bezirksobmann-Stellvertreter und von 2023 bis 2025 Bezirksobmann. Christian Josef Priester war 36 Jahre im Bezirksvorstand, von 1986 bis 1989 als Bezirksjugendleiter, von 1989 bis 2007 als Bezirkskapellmeister und von 2007 bis 2022 als musikalischer Beirat. Zudem wurde an Stefan Schwalt und an Franz Alfred Prieth das Verdienstkreuz in Silber verliehen. Stefan Schwalt war, von 2001 bis 2025, 24 Jahre lang in der Funktion des Bezirkskassiers im Bezirksvorstand. Franz Alfred Prieth ist seit 21 Jahren im Bezirksvorstand, von 2004 bis 2009 als Bezirksobmann-Stellvertreter und seit 2009 ist er als Beirat im Bezirksvorstand tätig. Mit anwesend war auch die Patin der 1954 gesegneten Verbandsfahne, Luise Kiem, die mit 18 Jahren das Amt der Fahnenpatin übernommen hatte.
Der Kirchenchor St. Zeno und der Kirchenchor Tabland-Staben laden herzlich zum Kirchenkonzert „Liebe, Hoffnung, Glaube“ am Sonntag, den 23.03.2025, um 19.00 Uhr, in der Pfarrkirche St. Zeno Naturns, ein. Das Konzert steht im Gedenken an den langjährigen Chorleiter Josef Pircher. Es erwartet sie ein ansprechendes musikalisches Programm ausgewählter romantischer Vokalmusik.
Die Nachtfotografie. Da ich immer weniger Schlaf brauche, bin ich öfters bei Dunkelheit unterwegs. So habe ich die Nachtfotografie entdeckt. Damit meine ich nicht nur den Himmel und seine leuchtenden Bewohner. Der schwarze Mantel der Nacht verdeckt vielen Unfug, lässt aber hier und dort einige schöne Sachen durchblicken...
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it
„... keine Post mehr ...“
Seit zwanzig Jahren ist Annemarie Briefträgerin in Laas und sieht sich als Dienstleisterin für alle Bürger:innen in Laas. Deshalb staunte sie, als sie im Februar an der Windschutzscheibe ihres Post-Dienstwagens einen Strafzettel fand. Sie hatte ihren Fiat Panda nach fünf Arbeitsstunden für ein paar Minuten in eine leere Bucht in der Vinschgauer Straße geparkt um rasch dem Bedürfnis einer Toilette und eines schnellen Kaffes nachzugehen. Sie hat den Strafzettel sofort aus ihrer Tasche bezahlt. Zurückgeblieben ist Annemarie die Enttäuschung, dass ihr Einsatz für die Bevölkerung von Laas junge, diensteifrige Beamte in dieser Form honorierten. Abgesehen davon ist zu bemerken, dass in der Zeit in der die Briefträgerin die Post in der Vinschgauer Straße in Laas zustellt, selten bis nie ein öffentlicher Parkplatz frei ist. Laut Dienstvorschriften dürfte die Briefträgerin weder Privatbesitz betreten noch ihr Dienstfahrzeug darin abstellen. Bis heute kam Annemarie ihren Kunden immer entgegen, auch mit einer von ihr freiwilligen zweiten Zustellung von Einschreiben z.B.. Ihr stellt sich die Frage, wie sie den Dienst in der viel befahrene und beparkten Zone zur Zufriedenheit der Bürger:innen leisten kann. Die Straße hat mehreren Hinterhöfe in denen die Briefkästen Großteils noch an der Eingangstür, sprich Privatbesitz, angebracht sind, diese müssten auf öffentlich zugänglichen Grund stehen. Würde die Briefträgerin ihre Arbeit laut Vorschrift ausführen, wie auch die jungen, diensteifrigen Beamten ihre Pflicht taten, würden viele Kunden keine Post mehr erhalten. Es geht nicht um den Strafzettel oder dessen Betrag, es geht um das Prinzip. Würden die Briefträger:innen hierzulande nicht „wild“ parken, Privatbesitz betreten und sich auf Dienstvorschriften berufen, würden viele ihren Dienst nicht wie bisher leisten können.
i.A. Christine, eine ehemalige Briefträgerin
Danke
Wir von der Freiwilligen Feuerwehr Schlanders möchten uns ganz herzlich bei allen Teilnehmenden der zweiten Auflage unserer Faschingsfete „Löschzwerge 2.0“ bedanken. Euer zahlreiches Erscheinen und die gute Stimmung haben zu einem unvergesslichen Erlebnis beigetragen, das nicht nur unsere Erwartungen übertroffen hat, sondern uns auch in vielerlei Hinsicht bestärkt hat. Nach dem großartigen Erfolg und den vielen Komplimenten zur ersten Faschingsfeier im Jahr 2023 war es für uns eine Freude, in diesem Jahr eine weitere Ausgabe auf die Beine zu stellen.
Die Faschingsfete „Löschzwerge 2.0“ hat viele feierlustige Menschen aus Nah und Fern angezogen. In einer festlichen Atmosphäre haben wir gemeinsam schöne Stunden verbracht. Besonders erfreulich war die Harmonie unter den Gästen; alles verlief ohne Zwischenfälle und alle haben sich vorbildlich benommen. In einer Zeit, in der solches Verhalten leider nicht mehr selbstverständlich ist, möchten wir hervorheben, wie wohlwollend und respektvoll jeder einzelne Gast war. Diese positive Energie hat unsere Fete bereichert und dazu beigetragen, dass sich jeder wohlfühlen konnte.
Dank des tadellosen Ablaufs dieser Veranstaltung sind wir bereits jetzt voller Vorfreude und möchten ankündigen, dass die dritte Auflage der Faschingsfete im Jahr 2027 stattfinden wird. Wir können es kaum erwarten, euch wiederzusehen und gemeinsam noch mehr großartige Erinnerungen zu schaffen. Merkt euch diesen Termin bereits jetzt vor!
Darüber hinaus möchten wir euch auch schon jetzt zu unserem großen Jubiläumsfest einladen, das am 12. und 13. Juli in der Matscher Au stattfinden wird. Dieses Jahr ist besonders für uns, denn wir feiern „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schlanders“. Es ist ein Anlass, der nicht nur unsere Geschichte würdigt, sondern auch unser Engagement für die Gemeinschaft und die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger.
Das Jubiläumsfest verspricht ein aufregendes Programm für Jung und Alt. Neben verschiedenen Aktivitäten wird es auch zahlreiche kulinarische Köstlichkeiten geben, die unseren Gästen eine Stärkung bieten.
Abschließend möchten wir nochmals betonen, wie dankbar wir für die Unterstützung und das Vertrauen sind, das uns entgegengebracht wird. Jeder Einzelne von euch trägt dazu bei, unsere Veranstaltungen lebendig und erfolgreich zu gestalten. Wir freuen uns auf viele weitere gemeinsame Momente, sei es bei der Faschingsfete oder beim Jubiläumsfest.
Vielen Dank für eure treue Unterstützung und euer Interesse! Wir sehen uns bald!
Die Freiwillige Feuerwehr Schlanders
Alber einstimmig nominiert
Die beiden SVP Ortsausschüsse von Prad und Lichtenberg haben in der gemeinsamen Ausschusssitzung am 5. März 2025 Rafael Alber einstimmig als Bürgermeisterkandidat der SVP nominiert. Als SVP Ortobmänner von Prad und Lichtenberg bekräftigen wir die gute Zusammenarbeit mit Alber in der vergangenen Legislaturperiode und danken ihm für seinen Einsatz für die Bevölkerung.
Die SVP-Ortsobmänner Luis (Prad) und Georg Lechner (Lichtenberg)
HAIKU - GEDICHT
abgedruckt im Enkô/Japan
Ein Frühlingslüftchen
im Holunder - das Auf und
Ab der Blaumeisen.
©Helga Maria Gorfer
Kommentare und Anfragen zum Thema Haiku an: helga.gorfer58@gmail.com
Kastelbell/Tschars - Viel Bewegung herrschte in der Sportzone Schlums in Kastelbell/Tschars bei der zweiten Landesfrühjahrs-Kaninchenschau des Kaninchenzuchtvereins Burggrafenamt am 8. und 9. März 2025. Josef Ilmer, Ausstellungsleiter, Roland Giovanazzi, Obmann des KVS 3 und das Organisationsteam haben weder Zeit noch Mühen gescheut.
195 Kaninchen wurden insgesamt präsentiert. 30 verschiedene Rassen in den jeweiligen Farbenschlägen galt es zu bestaunen: Löwenkopf etwa, Zwergwidder, Perfleh, Hermelin, Englische Schecken oder Rex, Alaska, Kalifornier und Dreifarbenschecken, um nur einige wenige zu nennen. Ilmer in seinen Grußworten: „Ausstellungen wie diese Landesfrühjahrsschau sind ein Schaufenster der Rassenkaninchenzucht, wo auf Vielfalt, Schönheit und Farben der Rassen geschaut wird. Ein großer und wichtiger Punkt ist die Qualität der Tiere.“ Die Veranstaltung lockte zahlreiche Besucher an, vor allem Familien mit Kindern, die von den ausgestellten Kaninchen besonders angetan waren.
Bewertet wurden die Tiere einen Tag vor Ausstellungsbeginn. Kriterien waren Typ und Körperform, Fell, Kopf und Ohren, Deckfarbe, Unterfarbe und Pflegezustand sowie rassenspezifische Merkmale. „Bei dieser Ausstellung können Züchterinnen und Züchter ihren Fleiß präsentieren“, ist Ilmer überzeugt.
Bei den Jungtiersiegern räumten die Kastelbeller Züchter ab: 1. Platz Martin Mair mit seinem Kleinsilber graubraun, 2. Platz Josef Ilmer mit seinem Kaninchen der Rasse Zwergwidder blau und 3. Platz Oskar Petermair mit seinem Dreifarbenschecken.
Die Rassensieger: Doppelsieg für Josef Ilmer aus Kastelbell in der Rasse Zwergwidder blau, Doppelsieg auch für Martin Mair aus Kastelbell in der Rasse Kleinsilber graubraun.
Die Vize-Jugend-Jungtiersiegerin kommt aus Eyrs. Valentina Telser reihte sich mit ihrem Farbenzwerg WG schwarz auf den 2. Platz. Den Jugendzüchtern galt ein besonderer Dank. Sie sind die Garanten dafür, dass das Hobby erfolgreich weitergeführt wird. (ap)
Achtung: Ansuchen ist innerhalb 31. März 2025 zu stellen - Europaweit sind die Bestände von Wiesenbrütern in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen, in vielen Gebieten sind sie bereits ganz verschwunden. Die Malser Haide ist das letzte große verbliebene Brutgebiet für Wiesenbrüter in Südtirol.
Die Voraussetzung für die Erhaltung des Lebensraumes dieser Vogelarten ist ein nicht zu früher Mähtermin auf den betroffenen Wiesenflächen.
Seit dem Projektstart vor 3 Jahre ist die Teilnahme an diesem Projekt von gut 70 Betrieben mit ca. 160 ha auf knapp 100 Betriebe mit rund 260 ha Wiesenfläche im vergangenen Jahr angestiegen.
Begünstigt sind die landwirtschaftlichen Betriebe, die im Projektgebiet auf der Malser Haide die Kulturart „Wiese“ bewirtschaften.
Das betroffene Gebiet mit einem Gesamtausmaß von rund 1500 Hektar ist in drei Unterzonen unterteilt, dementsprechend ist der frühestmögliche Mähtermin gestaffelt zwischen Ende Juni und Anfang Juli festgesetzt. Beiträge werden nur für Kulturflächen ausgezahlt, die am Vorhaben „Dauergrünland“ (SRA08) oder „Biologische Produktion“ (SRA29) im Rahmen der Umwelt-, Klima- und anderer Bewirtschaftungsverpflichtungen des gesamtstaatlichen Strategieplanes der Gemeinsamen Agrarpolitik teilnehmen. Außerdem dürfen die betroffenen Flächen weder planiert noch entwässert werden.
Der Beitrag wird in Form einer Flächenprämie vergeben und beträgt 600 Euro pro Hektar, wobei mindestens 200 Euro pro Gesuch erreicht werden müssen. Der Antrag muss auf dem dafür vorgesehenen Vordruck bis zum 31. März 2025 beim Bezirksamt für Landwirtschaft West in Schlanders eingereicht werden.
Eine späte Mahd und eine mäßige Düngung sollten sicherstellen, dass die Wiesenbrüterpopulationen auf der Malser Haide zumindest nicht abnehmen, im Idealfall - das heißt bei hoher Beteiligung von Seiten der Landwirte - sogar zunehmen. Die ersten Monitoring-Ergebnisse zeigen bereits positive Auswirkungen. Doch die Maßnahmen kommen nicht nur den Wiesenbrütern zugute. Diese Vögel sind die Botschafter eines intakten Ökosystems Wiese. Die Maßnahmen ermöglichen, dass mehr Pflanzen aussamen können. Dadurch steigt nicht nur die Pflanzenvielfalt, sondern auch alle anderen Lebewesen profitieren davon.
Mit dieser Flächenprämie soll das Engagement der beteiligten Betriebe honoriert und deren betriebswirtschaftliche Einschränkungen einigermaßen ausgeglichen werden.
Marienberg-Galtür - Auf reges Publikumsinteresse sind die Ausstellungseröffnung und die Ausstellung selbst („Weiter sehen“ - 500 Jahre Bauernkriege in Tirol - Zwischen Gestern und Morgen - Galtür Marienberg) im Kloster Marienberg am Samstag, den 15. März gestoßen und so konnte Abt Philipp Kuschmann Freunde und Interessierte willkommen heißen. Marienberg hatte große Besitzungen in der heutigen Gemeinde Galtür im Paznaun, die Bauern dort musste ihrem Grundherrn zinsen und dafür beschwerliche Reisen über den „Zinsweg“ auf sich nehmen. Diesen „Zinsweg“ ist eine Pilgergruppe um Abt Philipp Kuschmann gegangen und diese Reise wurde in einem Film von Christoph Wieser festgehalten. Filmausschnitte wurden bei der Ausstellungseröffnung gezeigt und mit kurzen Impulsreferaten von Helmut Pöll vom Alpinarium in Galür, vom Stiftsarchivar David Fliri, von der Museumsleiterin Sarah Fliri und von der Historikerin Helene Dietl Laganda bereichert.
Entstanden sind Ausstellungen und Film im Rahmen des Aufrufes von der Euregio, das 500-Jahre-Gedenkjahr an die Bauernaufstände 1525 mit entsprechenden kulturellen Beiträgen zu begleiten. Unterstützt werden die Ausstellungen - am 24. Mai wird in Galtür der zweite Teil der Ausstellung eröffnet werden - im Rahmen eines Interreg-Projektes. In Marienberg ausgestellt und erklärt sind Originalschriften, Gebrauchsgegenstände, Wege und Ortschaften immer in Zusammenhang mit den Beziehungen zu Galtür bis vor rund 200 Jahren. (eb)
Vinschgau/Lichtenberg - Am 14. März 1995 wurde der Fleckviehzuchtverein Vinschgau in der „Alten Mühle“ in Schluderns aus der Taufe gehoben. Gefeiert wurde am 11. März 2025 im Gasthof „Schwarzer Adler“ in Lichtenberg.
von Magdalena Dietl Sapelza
Im Jahre 1995 galten die Fleckviehzüchter in dem vom Braunvieh dominierten Vinschgau noch als Exoten, die belächelt wurden. Heute sind sie Teil der größten Züchtergemeinschaft im Lande. Doch der Reihe nach: Walter Klotz aus Schluderns und Alfons Wallnöfer aus Tartsch zählen zu den ersten Bauern, die im Vinschgau auf Simmental-Fleckvieh setzten. Ihr entscheidendes Argument für den Kauf war die Doppelnutzung der Rasse. Denn neben der Milchleistung ist Fleckvieh auch für die Fleischproduktion bestens geeignet. Den beiden Fleckviehpionieren machten es bald andere nach. Und auf Betreiben von Klotz reifte die Idee, dem Südtiroler Fleckviehzuchtverband beizutreten und den Fleckviehzuchtverein Vinschgau zu gründen. Starthilfe leisteten Verbandsleiter Hugo Valentin und Zuchtwart Wilfried Kritzinger. Der Gründungsausschuss bestand aus Walter Klotz (Obmann), Alfons Wallnöfer, Maria Moritz Spiess (Taufers i. M.), Johann Tröger (Tanas) und Bert Ross (Langtaufers). Seither sind die Zahlen an Mitgliedern und an Fleckviehtieren ständig gestiegen. Derzeit zählt der Fleckviehzuchtverein Vinschgau 239 A-Mitglieder. Diese halten 656 Kontrollkühe und 219 Erstlingskühe. Die Jahresvollversammlungen wurden oft kombiniert mit Fachvorträgen. Heuer referierte Thomas Prünster von BRING über die richtige Bewirtschaftung der Wiesen, um das beste Grundfutter gewinnen zu können. Es gehe darum die Gräser zu kultivieren und der Verunkrautung beispielsweise durch Bärenklau entgegenzuwirken. Oberstes Gebot dabei seien eine sachgerechte und nicht übertriebene Düngung, genauso wie das rechtzeitige Mähen und eine Schnitthöhe von sechs bis acht Zentimetern. Ein kahl rasierter oder ein mit Gülle und Mist zubetonierter Boden lässt kein hochwertiges Gras wachsen.
Der Wehrmutstropfen bei der Jubiläumsfeier: Gar einige Stühle blieben leer, weil sich viele Züchterinnen und Züchter nicht die Zeit genommen hatten, bei der Versammlung dabei zu sein.
Minschuns/Val Müstair - Das Wintersportgebiet Minschuns im Val Müstair hat im Rahmen eines Tests durch Oliver Kern, Direktor des weltweit grössten Testportals «Skiresort», zehn Top-Auszeichnungen erhalten.
(Tschierv, 3. März 2025) Fünf von fünf möglichen Sternen erhielten die Präparierung der Pisten und die Hygiene und Sauberkeit im Gebiet. Die Schneesicherheit, die Orientierung und Information der Sportlerinnen und Sportler, die Eignung der Region rund um und auf dem Minschuns für Könner/Freerider, Familien, Anfänger und Langläufer erzielten jeweils vier Sterne. Dies gilt auch für die Umweltfreundlichkeit, welche durch die Ablösung der Strassenzufahrt ab der Ofenpassstrasse an den Fuss der Talstation Era Sot durch den Bau einer einfachen, einen Kilometer kurzen Kabinenumlaufbahn vom Talboden bei Tschierv direkt ins Gebiet auf Alp da Munt noch Steigerungspotenzial zum fünften Stern hat: «Leider ist nach wie vor eine Einsprache durch Umweltorganisationen hängig, welche diese grüne Lösung für die Erreichbarkeit der Alp da Munt während des ganzen Jahres auch durch Gäste mit einer Mobilitätseinschränkung verhindern», sagt Verwaltungsrat Hans Rupp von den Sportanlagen AG Val Müstair. Diese wird dann auch die Abfahrt von der auf knapp 2700 Meter über Meer gelegenen Skiliftstation Vallatscha täglich mehrmals bis hinunter nach Tschierv auf 1670 Meter über Meer erlauben. «Das wird das Gebiet massiv aufwerten,» erklärt Jachen Armon Pitsch von der Betriebsleitung, «Zudem entfielen pro Saison über 30‘000 PW-Fahrten und könnten 15 Tonnen CO2 eingespart werden.» Die Saison endet dieses Jahr am Sonntag, 23. März 2025. «Las Dialas e ils Diables-Party» findet bereits am Vorabend auf Alp da Munt statt (www. https://www.dialas.ch/ ). Der Link zum Skiresort-Testbericht lautet:
https://tinyurl.com/srjf669n
Am 04.05.2025 finden in 111 Südtiroler Gemeinden die Gemeindewahlen statt. Eventuell notwendige Stichwahlen werden am 18.05.2025 abgehalten.
Die Hinterlegung der sog. traditionellen Listenzeichen beim Präsidium der Landesregierung fand bereits am 06. und 07.03.2025 statt. Die Vorlegung der Kandidaturen beim Gemeindesekretariat erfolgt hingegen zwischen dem 14. und 18.03.2025, um 12:00 Uhr.
Die Wahllokale sind am 04.05.2025 von 07:00 bis 22:00 Uhr geöffnet.