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Partschins - Die Errichtung touristischer Attraktionen im Gebirge scheint derzeit Hochkonjunktur zu haben: Nur wenige Tage nach Berichten über die Errichtung einer Aussichtsplattform auf der Grawand im Schnalstal, samt Umbenennung des Gipfels in „Iceman Ötzi Peak“, wird im Partschinser Zieltal ein neuer Klettersteig mit 4 Seilbrücken über den tosenden Zielbach errichtet. Der AVS fordert eine umgehende Einstellung der Bauarbeiten.
Tourismusvereine und Bergbahnen sind zunehmend bestrebt, das Angebot an Klettersteigen zu erweitern, um ihre Auslastung zu verbessern und neue „Attraktionen“ zu schaffen. Als wäre die Bergwelt an sich nicht spektakulär genug! Der Bau eines Klettersteigs in einem noch unberührten Gebiet des Naturparks Texelgruppe ist mehr als fragwürdig.
Durch Zufall hat der Alpenverein von der Genehmigung bzw. vom unmittelbar bevorstehenden Bau des neuen Klettersteigs erfahren. Allem Anschein nach wurde eine sachliche Bewertung vorab bewusst umgangen!
Ohne viel Aufhebens erfolgte die Genehmigung durch die Landeskommission für Landschaftsschutz, ohne jeglichen Einwand des Amtes für Natur, welches doch für den Erhalt und den Schutz ganz besonders der Naturparke zuständige sein sollte, sich aber an einer gezielten und offensichtlichen Falschmeldung orientierte, nach der der Alpenverein mit dem Projekt einverstanden sei. Der Alpenverein wurde diesbezüglich nie kontaktiert!
Als größter Interessensvertreter der Bergsteiger in Südtirol und Experte im Bereich Bergsport, Wege und Umwelt kann und will der Alpenverein diese Art der Beschlussfindung der Politik und der zuständigen Ämter nicht mehr mittragen. Zudem sollten für derartige Projekte die alpinen Vereine und vor allem auch der vom Land selbst eingesetzte Alpinbeirat zur Begutachtung beigezogen werden. Es ist traurig mitansehen zu müssen, wie die derzeit politischen Verantwortungsträger mit unserer Natur und Umwelt umgehen!
Zudem sei die Frage erlaubt, woher der Vorschlag zur Benennung des Klettersteigs nach dem österreichischen Alpinisten Eugen Guido Lammer (1863-1945) kommt, welcher künstliche Hilfsmittel zur Besteigung der Berge – mit Ausnahme von Pickel, Steigeisen und Seil – vehement ablehnte. Ihm einen Klettersteig zu weihen… eine ärgere Beleidigung hätte man unserem Topographen der Texelgruppe kaum zuführen können.
Ewald Lassnig, kürzlich verstorbener Ehrenbürger, Chronist und „Gedächtnis“ von Partschins hatte seine Mitbürger mehrfach auf die alpinistische Bedeutung Lammers hingewiesen und dabei auch dessen Ablehnung künstlicher Hilfsmittel angemerkt.
Die Namensgebung führt leider eindrucksvoll vor Augen, dass sich die Projektbetreiber und Projektbefürworter keine Sekunde mit der Gesinnung Lammers auseinandergesetzt haben. Ein derart dummes Eigentor sieht man sehr selten.
Der Bau von Klettersteigen in Schutzgebieten steht dem Sinn und Zweck solcher Gebiete diametral entgegen. Die noch wenigen unerschlossenen Gebiete sind daher als Ruhezonen zu erhalten; künstliche Installationen, wie sie der geplante „Brückenparcours“ darstellt, sind abzulehnen.
Deshalb geht unser Appell an die zuständigen Behörden, die Bauarbeiten umgehend einzustellen.
Alpenverein Südtirol
Georg Simeoni
Präsident

Technischer Bericht (vom Techniker Stefan Ratschiller):
Der Einstieg des Klettersteiges liegt am Fuße des ersten Wasserfalls oberhalb der Nasereit-Hütte auf 1590 Meter am Eingang des Zieltales, ausgestiegen wird am „Gingglegg“ auf 1890 Meter Meereshöhe direkt am Wanderweg zur „Lodnerhütte“. Der Höhenunterschied wird somit 300 m betragen. Den eigentlichen Einstieg des Klettersteiges der die Schwierigkeit B bis maximal C aufweisen wird, erreicht man über einen Schluchtenparcous (Foto oben). Entlang dieses Parcours wird die Schlucht des Zielbaches mit zwei Einseilbrücken und zwei Zweiseilbrücken überquert. Die Abschnitte zwischen den einzelnen Brücken werden durch kurze Klettersteigpassagen überwunden. Die Länge der Brücken beträgt 40, 26, 25 und 20 Meter.
Die erste Brücke überquert den Zielbach auf einer Höhe von 1590 m, die zweite wird die Schlucht auf einer Höhe von 1630 m überqueren, die dritte liegt auf einer Höhe von 1660 m und die vierte auf einer Höhe von 1675 m. (...).
Die letzte Seilbrücke kann auch als Ausstieg benützt werden. Somit stellt der erste Teil des Klettersteiges, der sogenannte Brückenparcours, eine, auch separat zu begehender Attraktion dar. Der Bergsteiger, der nicht den Brückenparcours benutzen möchte um zum Einstieg des eigentlichen Klettersteiges zu gelangen, kann die einfache Umgehungsvariante benutzen.
Weder der Zustiegs- noch der Abstiegsweg müssen neu angelegt werden. Es handelt sich um bestehende Wanderwege oder Steige. Die Routenführung wurde mittels GPS-Daten ermittelt und geodiffrenziert in den Lageplan integriert.
Das geologische Gutachten, das von den Geologen der Firma Alpin Geologie in Meran erstellt werden wird, muss nachgereicht werden (...).
Urbanistische Daten:
Zone des Bauleitplanes der Gemeinde Partschins: Alpines Grün, Naturpark und öffentliches Gewässer.
Das positive Gutachten vom öffentlichen Gewässer ist bereits vorhanden.

Dienstag, 21 Juli 2020 16:32

„Jetzt erst recht!“

Prad am Stilfserjoch - Das 30. Countryfest, das Jubiläumsfest in „Sacramento City“, wäre heuer so oder so anders geworden. Aufgrund von Covid. Nun wird es ganz anders. Die Prader trotzen Corona und Feuerteufel. Der Zusammenhalt ist groß.

von Erwin Bernhart

Das Herz ist tot“, sagt Georg Fliri. Fliri ist Sektionsleiter der Sektion Eislauf im Prader Sportverein. Mit dem toten Herzen meint Fliri die abgebrannten Teile auf dem Gelände von „Sacramento City“: die voll ausgestattete Küchenzeile, der extravagante Saloon und die Bühne. Alles ist zerstört, abgebrannt, verkohlt. Fest steht, es war Brandstiftung. In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag, am 16. Juli, brannte „Sacramento City“. Um 2.20 ging die Sirene in Prad. Aufgrund des Flammenmeeres wurde die mittlere Brandstufe 2 ausgerufen - zur Prader Feuerwehr kamen jene s6 salonvon Lichtenberg und Schluderns dazu. Der Brand hat Schlagzeilen weit über Südtirol hinaus gemacht. Glück im Unglück hatte man, weil in der Nacht Windstille herrschte - die Bäume der Kultur grenzen unmittelbar an einen der Brandherde. Nicht auszudenken, wenn der Brand auf die Bäume übergegriffen hätte.
Die Küche, der Saloon, die Bühne sind - oder waren - Bestandteil eines Geländes neben dem Sportplatz und an die Kultur angrenzend, auf dem jährlich das Countryfest in Prad ausgetragen wird. Seit 2005 wird auf dem Gelände gewerkelt, es werden Teile ausgewechselt, Neues kommt hinzu. Eine unterirdische Höhle, eine Art Mine, „unser Claim“, wird beim Fest als Ausschank genutzt, eine kleine „Kirche“ auch. Ein Gebäude ist als Windmühle gestaltet, der imposante Eingang mit zwei Fort-Türmen steht auch noch. Darauf der Schriftzug auf einem Holzbrett „Sacramento City“. Holzbrett und Schrift sind noch aus der Gründerzeit des Country-Festes. Vor dreißig Jahren hat alles mit einem Rodeo-Stier beim Dorffest begonnen, sagt Berthold Gander, der von Anfang an Mitorganisator des mittlerweile weit über die Grenzen hinaus bekannten Countryfestes ist. Von 1992 bis 2004 wurde das Fest auf dem Gelände ausgetragen, auf dem sich heute das Garden Hotel befindet. Die Prader Jugend ist mit dem Countryfest auf- und mitgewachsen. Es ist ein fixer Bestandteil der Prader, der Vinschger Festkultur.

Das Countryfest wird von der Sektion Eislauf, die es seit 1982 gibt, veranstaltet. Rund 200 Mitglieder zählt die Sektion, die den Eislaufplatz in der Sportzone betreibt. Für freies Eislaufen, für Eishockey und für Schulkinder wird der Eislaufplatz im Winter eingeeist und die Aktivitäten darauf erfreuen sich großer Beliebtheit, weit über die Prader Gemeindegrenzen hinaus. Mit Herzblut, mit viel Engagement und mit vielen Freizeitstunden wird die Sektion Eislauf betreut. Das Eismachen kostet Geld, die Ausrüstung für die Hockeyspieler auch, die weiten Fahrten zu den Eishockeyspielen auch. Das Countryfest ist für die Finanzierung des Eislaufbetriebes überlebenswichtig.
Diese Tatsache ist auch Basis dafür, dass viele Sektionsmitglieder unzählige freiwillige Stunden in die Gestaltung von „Sacramento City“ investiert haben und wohl weiter investieren werden. Nach Feierabend hieß es in den Familien der Sektionsmitglieder, dass man noch rasch „auf den s7 kuecheEislaufplatz“ gehe, oder auf „Country“. Die Familienmitglieder wissen dann, dass eine Rückkehr vor absoluter Dunkelheit nicht gegeben ist.
Dass aufgrund dieses Umstandes in den Gebäuden in „Sacramento City“ mehr als Materialwert steckt, ist klar. Der emotionale Bezug ist enorm. Georg Fliri sagt, wohl stellvertretend für viele Sektionsmitglieder, dass er angesichts des Brandes, zu dem er sofort hingeeilt ist, auf den Stufen eines Gebäudes geweint habe. Verständlich war auch, dass viele Mitglieder der Sektion angesichts des Desasters gesagt haben, dass man nichts mehr tun wolle. Der Donnerstag, der 16. Juli 2020, wird vielen Pradern in Erinnerung bleiben. Der Brand zum einen, das emotionale Wechselbad im Laufe des Tages zum anderen, auch das beispielgebende Ergebnis, wie ein Dorf zusammensteht. Um 18 Uhr am Abend, also noch keine 24 Stunden vom Brandgeschehen entfernt, stand in der Sektionsleitung fest: Das 30. Countryfest wird am 7., 8. und 9. August 2020 stattfinden.
Auf dieses Signal hat man im Sportverein gewartet. Der Präsident des Amateursportvereines Prad Werbering Thomas Unterberger hat gemeinsam mit den beiden Vizepräsidenten Georg Fliri und Marco Hoffer die Dorfinstitutionen zusammengetrommelt. Am Donnerstagabend um 19.30 Uhr sind Vertreter der Gemeinde Prad, darunter VizeBM Werner Egger, Vertreter der Fraktion Prad, des E-Werkes Prad, des Tourismusvereines zu einem Lokalaugenschein auf dem Countryfest-Areal zusammengekommen. Die Vertreter der Raiffeisenkasse Prad-Taufers konnten nicht teilnehmen, haben aber Beistand zugesagt. In der darauf folgenden Sitzung wurde von allen Institutionen Unterstützung zugesagt, die Gemeinde Prad hat für den Abbruch der Brandstellen gesorgt und wie der Tourismusverein finanzielle Unterstützung zugesagt, das E-Werk stellt den Bau- und dann den Feststrom zur Verfügung, die Fraktion wird Bauholz und Finanzielles zur Verfügung stellen. Thomas Unterberger, der seit knapp zwei Monaten die Präsidentschaft des Sportvereines von Jessica Hofer übernommen hat, betont, dass der gesamte Sportverein hinter der Sektion Eislauf stehe und dass grundsätzlich ein solcher Zusammenhalt die Zukunft im Sportverein prägen werde. Im aktuellen Anlassfall warten nun die anderen Sektionen auf Anweisungen von Seiten der Sektion Eislauf, wie und wo man helfen kann.
s7 spendenUnterstützung kommt auch von den örtlichen Sponsoren, auch von Gönnern außerhalb der Staatsgrenzen, auch vom Verein Ritterspiele Schluderns. Der Geschäftsführer der Ritterspiele Mirko Stocker hat alle erdenkliche Hilfe angeboten.
Die Zeit ist knapp und deshalb wird ein kurzfristiges Konzpet für das heurige Countryfest erstellt und ausgeführt. Danach wird man sich ein längerfristiges Konzept überlegen. Ein Spendenkonto, welches auf den Sportverein läuft, ist eingerichtet (sh. Bild) und der Kartenvorverkauf ist seit Freitag, den 17. Juli, wieder auf www.ticketone.it online.
Weil am 13. Mai 2013 schon einmal ein Brand Saloon und Bühne zerstört hat, weiß man, wie in der Sektion Eishockey Krisen- und Stressmanagment handzuhaben sind. 6 Tage nach dem damaligen Brand hat auf dem Gelände bereits ein Jugendfest stattgefunden. Nach drei Monaten stand der Saloon wieder.
Sicher ist: Das Herz in „Sacramento City“ wird auch diesmal wieder fit gemacht werden - mit vielen freiwilligen Stunden, mit der Unterstützung der Dorfgemeinschaft und mit dem Publikum, welches im August zum 30. Countryfest geladen ist.

Dienstag, 21 Juli 2020 12:26

Was kommt da auf den Vinschgau zu?

s2 erwin 2854Kommentar von Chefredakteur Erwin Bernhart - Benjamin und Albert Hutter sind dabei, ihren Betrieb Transalbert zu verkaufen (sh. Bericht auf Seite 5). Es ist das gute Recht in der freien Marktwirtschaft, dass Firmeninhaber ihren Betrieb mit Gewinn verkaufen. Das sei vorausgeschickt. Wenn auch hinzugefügt werden muss, dass Verkäufe von Familienbetrieben in Südtirol - an Auswärtige - nicht auf der Tagesordnung sind. Die Hutters werden ihre Gründe haben. Aber, was kommt mit diesem Verkauf von Transalbert jetzt möglicherweise auf den Vinschgau zu? Hutter beteuert, dass der neue Firmen-inhaber den Firmensitz in Schluderns nicht dazu ausnutzen wird, vermehrt LKW über den Reschenpass zu schicken. Das sei so ausgemacht. Wenn man die Webseite des Käufers anschaut, dann tut man sich schwer, das zu glauben. Denn Käufer von Transalbert ist die Hegelmann Group - ein Riese auf dem Speditionsmarkt - 4000 LKW, um die 650 Millionen Euro Umsatz. Da geht es um Kilometer. Dieser Hegelmann Group dürfte der LKW-Transit über den Reschenpass und durch den Vinschgau piepegal sein. Mit 29 Niederlassungen in Europa (einige auch in den USA) hat Hegelmann ein Speditionsnetz über Europa gespannt, in dem Rücksicht auf den Reschenpass und auf den Vinschgau wohl kaum vorkommen wird. Spediteure in Südtirol sagen, dass sie bereits seit längerem die aggressive Preispolitik Hegelmanns spüren. Rollen also demnächst viel mehr LKW über den Reschen? Pfiatigott.

Dienstag, 21 Juli 2020 12:24

Freundschaftsbänke und Großmütter

Vom wind gefunden - So etwas gab es auch bei uns früher. Sitzbänke vor dem Haus. Als es noch keine Fernsehgeräte gab, setzte man sich am Abend auf die Bänke, redete über den Tag, das Wetter und was es so Neues gab. Im afrikanischen Staat Simbabwe hatte ein Psychiater die Idee, Großmütter zu Laientherapeutinnen auszubilden. Man nennt sie „Gogo“, d.h. „kluge, alte Dame“. So nennt man in Simbabwe auch liebevoll einige Großmütter. Die sitzen auf sogenannten Freundschaftsbänken und haben Zeit für alle, die nur noch schwarz sehen. Wenn früher Patienten über Kopfschmerzen klagten, wurden sie mit ein paar Pillen abgespeist. Heute erkennen es die Krankenschwestern, wenn die Frauen nach der Entbindung unter Depressionen leiden, und schicken sie zu den Großmüttern auf ihren Bänken.
Die Großmütter hören Geschichten von Gewalt in der Ehe und sexuellem Missbrauch, von Armut, Angst und Einsamkeit. Und immer wieder von HIV. Mehr als 34.000 Menschen haben in den vergangenen Jahren die Freundschaftsbänke besucht. Die Erfolge sind so beeindruckend, dass auch in anderen afrikanischen Ländern mittlerweile Freundschaftsbänke stehen. Die Großmütter fühlen sich gebraucht und sind stolz, helfen zu können. Die Jungen sind froh, dass da eine ist, der sie alles sagen können. Und dazu braucht es nur Sitzbänke und Menschen, die sich Zeit nehmen und zuhören. (hzg)

Dienstag, 21 Juli 2020 12:23

Die Arunda lebt

Schlanders/Bozen - Hans Wielander (Titelbild vom Vinschgerwind Nr. 22/2016), seit mehr als 40 Jahren Kopf und Seele des Kultur-Verlages Arunda, ist mehr als verwundert. Wielander ist auch um seine treuen Arunda-Abonnenten besorgt. In der Ausgabe der Ebner’schen Dolomiten vom 15. Juli 2020 ist von der Autorin Eva Gratl ein höchst irreführender Artikel mit der zweiten Überschrift „Arunda befasst sich mit Eschenbach“ erschienen. Es sei eine „Neuauflage der Kulturzeitschrift Arunda“ heißt es im Artikel. Als Herausgeberin fungiert die bekannte Unternehmerin Maria Niederstätter. Allerdings wissen die Arundamacher in Schlanders, Ulrich und Hans Wielander, nichts von einer „Neuauflage“ und sie sind weder über die Herausgabe noch über die Autoren und schon gar nicht über die Verwendung des Verlagsnamens Arunda informiert. Die Irreführung perfekt macht dann noch, dass das Buch im Raetia-Verlag erschienen ist und dass es bei Athesia bestellbar sei. Der Artikel suggeriert, dass die bekannte Kulturzeitschrift Arunda von Athesia geschluckt sei. Das stimme so nicht, sagt Hans Wielander. Die Arunda sei vital und habe für das laufende Jahr wieder größere Pläne. (eb)

Dienstag, 21 Juli 2020 16:06

Rücktritt

Partschins - Mit heiligem Zorn hat Herbert Schönweger der Baukommission in Partschins den Rücken gekehrt. Damit verlässt nach Peter Erlacher in Naturns ein zweiter namhafter Vertreter der Umweltschutzverbände eine Baukommission.

von Erwin Bernhart

Den Rücktritt mit sofortiger Wirkung begründet Herbert Schönweger am 3. Juli so: „Die Bauprojekte werden von der Kommission zu wenig oder gar nicht nach den Kriterien der architektonischen Qualität und der Berücksichtigung der örtlichen Besonderheiten beurteilt. Der Ensembleschutz, gesetzlich gültig mit Gemeinderatsbeschluss ab März 2014, wird je nach Gesuchsteller und Gutdünken angewendet oder nicht. Diese Praxis ist aus meiner Sicht nicht rechtens und kann deswegen nicht mitgetragen werden.“ In einem offenen Brief benennt Schönweger Beispiele, die sich angestaut haben. „(...) Als besonders rücksichtslos ist der Neubau anstelle des Rasnerhauses. Weder die im Ensembleschutzplan vorgegebenen GEbäudeparameter, noch die Architekturelemente der Fassaden wurden befolgt. wie auch bei anderen Objekten wurde jeder Einspruch meinerseits und auch der des Heimapflegevereins ignoriert. DAs neueste Beispiel ist der Umbau des „Engelwirt“, einem schönen Renaisancebau mit Schmuckerker und Fassadenfresko in meiner Nachbarschaft. Trotz der Vorgabe des Ensembleschutzes, die Fassaden zu erhalten und dem Gutachten des Denkmalamtes mit der gleichen Aussage, genehmigte die Gemeinde die Aufstockung des Hauses. Weitere Objekte sind Ex-Hotel „Peter Mitterhofer“, „Sagbauer“ und „Kurzengut, ZUbau „mir am Ort“, Zubau „Sonne“ und andere mehr. (...)“
Weil Schönweger sich beim Verband der Umweltschutzvereine und „mit besonderer Erwartung“ beim Amt für Raumordnung Inormationen über die gesetzliche Gültigkeit der Ensembleschutzbestimmungen einhoen wollte und von beiden keine Antwort bekam, ruft er den Politikern im offen Brief zu: „Wofür also, liebe Politiker, ist das Ensembleschutzgesetz gut?“ Denn so wie es gehandhabt wird, sei es nicht das papier wert, auf das es geschrieben sei. Schönweger fragt sich besorgt: „Wie wird es erst in Zukunft mit unserer Baukultur ausschauen? Das neue Raumordnungsgesetz sieht nur urbanistische Kontrollen der Projekte vor aber ekine architektonische und ästhetische.“ Schönweger schließt mit zynischem Pessimismus: „Endlich kann jeder bauen, was ihm persönlich und manchem geltungssüchtigen Architekten gefällt. Gute ehrliche Architektur, die mit dem bestehenden Umfeld harmoniert, wird wenig Chancen haben.“ Mit Schönweger geht ein streitbarer und feinfühliger „Architekturindikator“ von der Baukommissionsbühne.

Dienstag, 21 Juli 2020 12:17

Strammer Tiroler

Ein „echtes Tirouler Murmele“ nennt unsere Sportredakteurin Sarah Mitterer den Inhalt ihres Schnappschusses, der ihr kürzlich auf dem Glurnser Köpfl geglückt ist. Wenn auch Ihnen ein Schnappschuss gelungen ist und Sie den veröffentlichen möchten, bitte an redaktion@vinschgerwind.it

Dienstag, 21 Juli 2020 12:13

Startplätze sicher, Landung unsicher

Latsch/Morter - Der Wahlkampf läuft an und wer in den Gemeinderat gewählt werden möchte, sichert sich einen Startplatz. Einen Startplatz auf der SVP-Liste gesichert hat sich der Morterer Harald Plörer. Zu Zeiten von Karl Weiss war Plörer noch Gemeindereferent, mit dem Einzug von Helmut Fischer musste er diesen Platz an Sonja Platzer abgeben. Nun beginnt das Spiel um den Referentenplatz von Neuem. Der Vinschgerwind hat in der letzen Ausgabe berichtet, dass Plörers Vorwahl im SVP-Koordinierungsausschuss daneben ging, dass Platzer als SVP-Ortsobfrau von Morter einen Rücktrittsversuch unternommen hat. Nun ist es anders gekommen: Die Vorwahl ist im Koordinierungsausschuss am 14. Juli wiederholt worden, Plörer ist mit 5 zu 1 Stimmen nominiert, Platzer hat dagegen gestimmt, bleibt aber SVP-Ortsobfrau. Beide haben sich damit einen Startplatz für die Gemeinderatswahlen gesichert. Wer als Referentin oder als Referent zum Zuge kommen wird, hängt wesentlich von den Bürgermeisterwahlen ab. Fischer, so heißt es aus Latsch, möchte Platzer nicht mehr. (eb)

Reschen - Ein lebhaftes Rennen bis zum Schluss, Sarah Giomi und Michael Hofer entscheiden das Rennen für sich. Brasi feiert den zweiten Podiumsplatz, 18 Sekunden hinter Hofer. Ploner ebenfalls auf dem Podium präsent. Giomi Gewinnerin, die Österreicherin Urach schließt mit dem zweiten Platz an. Bilora auch auf dem Podium. Franca Fiacconi nimmt es nach ihrer Verletzung nicht etwas gemütlicher, vergnügt sich aber am Lauf.

 

Die Special Edition – Reschenseelauf 2020 war ein voller Erfolg. An erster Stelle gilt ein großes Lob an die Organisatoren, die in der Lage waren, die Regeln zur Eindämmung des Virus fachmännisch umzusetzen und somit ein neues Format des Südtiroler Laufsports erfunden haben. Zwei Athleten, welche zwar nicht auf der Favoritenliste standen, glänzten mit ihren Leistungen: Michael Hofer, aus Deutschnofen (Südtirol), und die Boznerin Sarah Giomi kämpften sich an die Spitze der Ranglisten, als sich noch etwa hundert Athleten von den insgesamt ca. 2000 Läufern auf der Strecke befanden. Bei dieser Special Edition wurden die Startzeiten individuell bis 19 Uhr eingeteilt.
Zu sagen, dass es ein Erfolg war, ist eindeutig zu wenig: Die gesamten COVID-19-Vorschriften und die soziale Distanzierung einzuhalten war zwar nicht einfach, aber die individuellen Startzeiten im Abstand von 20 Sekunden waren durchaus eine gewinnbringende Entscheidung.
Die ersten Athleten sind um 7 Uhr in der Früh gestartet, als die Außentemperatur noch 7 Grad Celsius betrug. Später wärmten die Sonnenstrahlen die Gemüter der Läufer, welche bis 19 Uhr den Lauf um den Reschensee bestritten. Auch hier wurde wahrscheinlich ein neuer Rekord aufgestellt: Ein 12-Stunden-Start.
Petra Pircher, die mit einer Zeit von 1:03:49 einen vorläufig ersten Platz erzielte, sagte zu Beginn, sie sei nicht trainiert, da sie erst kürzlich zum zweiten Mal Oma wurde.
Kurz nach 12 Uhr mittags starteten die stärksten Läuferinnen. Sarah Giomi hinterließ sofort einen positiven Eindruck und beendete den Lauf mit einer Bestzeit von 58:16.Die Österreicherin Sandra Urach, welche bereits 2012 den Reschenseelauf gewann, folgte ihr mit dem Ergebnis von 58:49. Urach ließ Franca Fiacconi, Siegerin des New York Marathon von 1998, hinter sich und überholte sie bereits vor dem versunken Turm im See in Graun. Die Römerin Fiacconi absolvierte den Lauf nach einer Verletzung und war daher leider nicht in Topform. Auch für Martina Bilora war es ein Freudentag mit einer Zeit von 1:02:21, vor Pircher.
Die männlichen Athleten lieferten ein spannendes Rennen. Luca Clara startete am frühen Morgen und blieb mit seiner Zeit bis nach Mittag an erster Stelle. In der Gruppe der Besten setzte Markus Ploner entscheidende Schritte und erreichte nach 51:16 die Ziellinie. Somit galt er dann als vorübergehender Sieger der 15,3 km langen Laufstrecke. Kurz danach erreichten Johannes Hillebrand aus Deutschland und der Bozner Khalid Jbari, mit marokkanischen Wurzeln, das Ziel. Aber niemand hätte mit Jacopo Brasi aus Bergamo gerechnet, der das Trio einholte, indem er nach vorne sprang und einen wohlverdienten Pro-Sieg-Erfolg feierte. Aber die Freude von Jacopo Brasi hielt nicht lange an, denn eine halbe Stunde später kam der aus Deutschnofen stammende Michael Hofer mit einer unglaublichen Zeit von 49:57 im Ziel an. Reporter, Fotografen und Journalisten stürmten auf ihn um seine hervorragende Leistung zu würdigen.
Die Chronik des Rennens dauerte noch Stunden an, zahlreiche Sportler kämpften gegen die Zeit und gegen sich selbst. Um 18.40 Uhr trifft Jacopo Boscarini ein und erreicht mit 52:08 den vierten Platz gegen Hillebrand, der dann von Michele Belluschi mit 51:44 überholt wird. Der Rad- und Fußweg war während des Tages voller Touristen und der Reschensee wirkte wie das südtirolerische Rimini.
Die Top-Platzierungen blieben dann bis am Abend unverändert, es fehlten nur noch die Neuankömmlinge, welche es sehr schwer hatten, die beiden außergewöhnlichen Leistungen von Michael Hofer und Sarah Giomi zu schlagen: Für die beiden ist es ein besonderer Tag in einer Special Edition des Reschenseelauf.
Gerald Burger, Organisator des Reschenseelaufs, hat seinen persönlichen Kampf gegen die Pandemie gewonnen. „Sein“ Rennen hat unzählige Komplimente erhalten, während er mit dem Desinfektionsmittel seine Runden auf dem Zielgelände machte. Jeder möchte seine Hand schütteln oder zumindest „Ellbogen an Ellbogen“, wie es zurzeit Brauch ist.
„Ich bin sehr zufrieden und überwältigt - sagte Burger - mit meinem OK-Team haben wir hart gekämpft, am Ende lief alles gut und die Teilnehmer hatten ein tolles Rennen. Die Special Edition mit dem neuen Format hat uns allen gefallen. Ich halte es für ungut, ein Rennen komplett abzusagen, ohne nach alternativen Lösungen zu suchen. Wir sind auch sehr zufrieden mit unserer Region, wo am Wochenende alles voll belegt war. Ein großer Dank gilt allen Freiwilligen, den Führungskräften der Provinz, den Sponsoren, aber vor allem den Teilnehmern.“

Montag, 20 Juli 2020 13:06

Ortler Vertical

Sulden - Nach einer ganzen Woche mit hohen Temperaturen und viel Sonnenschein hatten die Wettergötter beschlossen, es den Teilnehmern der Ortler Vertical am 11. Juli 2020 noch schwerer zu machen. Am Samstagmorgen zogen dicke Wolken über Sulden am Ortler auf, und um die Anfangsstunde folgten Regenschauer. Die meisten der angemeldeten und anwesenden Teilnehmer entschieden sich, trotzdem zu starten und die 2,5 km lange Fahrt zur Marlt-Madonna Denkmal anzutreten.
Die Ortler Vertical war diesen Sommer aufgrund von Covid-19-Umständen eine Pop-Up-Ausgabe. Die Route führt von der Talstation des Langensteinlifts (Zentrum Sulden) über die Langensteinhütte zur schönen Marlt-Madonna aus weißem Marmor. Ein ziemlicher Aufstieg! Sieger Andreas Reiterer vom Team Telmekom Südtirol beendete das Rennen in 35.46‘.
Die Organisation dieser Ortler Vertical liegt in den Händen eines Teams von Freiwilligen, die auch die Ortler Sky Trails organisieren. Diese Laufveranstaltung findet jedes Jahr am zweiten Juliwochenende von Sulden aus statt und hat 5 Distanzen auf dem Programm:
den Stelvio Ultra Trail über 80 km, den Ortler Sky Marathon über 45 km, den Ortler-Glacier Trail über 31 km und den Ortler Ronda Classic, einen Halbmarathon. Hinzu kommt die Ortler Vertical mit ihren 2,5 km und 850 m Höhenunterschied.
Aufgrund der Covid-19-Maßnahmen mussten die langen Distanzen gestrichen werden, und die Sicherheit konnte nur an der Ortler Vertical gewährleistet werden, wo die Renner mit jeweils 1 Minute Abstand abfuhren, so dass die Distanzierung beibehalten werden konnte.
Und die Organisatoren sind bereits in Edition 2021 gestartet - hoffentlich unter besseren Bedingungen.


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SÜDTIROL AKTUELL

AKTUELLE AUSGABE

  • „Wir müssen ändern“

    „Wir müssen ändern“

    Schlanders/Vinschgau - Leidenschaft für Politik, so kann man die Sitzung des SVP-Bezirksausschusses am 12. Februar in Schlanders zusammenfassen. Es wurde debattiert,

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  • Fehler im System

    Fehler im System

    Bozen/Vinschgau - Die BM Mauro Dalla Barba und Roselinde Gunsch haben sich bei der SVP-Bezirksausschusssitzung furchtbar aufgeregt. Vor allem ist es

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  • Die Playoff-Reise hat begonnen

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    Die fünfte Jahreszeit – wie die Zeit der Playoffs in Eishockeyfachkreisen bezeichnet wird – ist nun endlich für den AHC Vinschgau angebrochen.

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Impressionen 2025

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Jubiläumsjahr. 1525: Die Bauern waren unterdrückt und mussten so viele Steuern und Abgaben an die Regierenden (Adel & Kirche) zahlen. Das Leben wurde unerträglich und so brach der Bauernkrieg aus. 2025: Der SBB regiert das Land mit und manche Bauern holen sich mit Steuerbegünstigungen, Fördergelder und Subventionen das Geld zurück. Panta rhei: So dreht sich die Geschichte.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Zuckbichl. Das Bild erweckt in mir eine sonderbare und unerklärliche Nostalgie.
Vielleicht weil die Fotografie nur das Vergangene festhalten kann?
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Am Schnatzhof. Es war einmal... vor dem Hof ein besonderer Gast gelandet. Er möchte in der warmen Stube einkehren, aber er war zu groß und zu dick und konnte nicht durchschlüpfen. In wenigen Tagen aber konnte er so viel abnehmen und wurde dünn wie eine (Mond)-Sichel und klopfte an die Tür. Doch wenn er so schnell zunehmen kann, wie er abnimmt, dachte der ...

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Heydorf-Loretzhof IV. Jeden zweiten Donnerstag besuche ich die Redaktion des Vinschgerwind und gehe an diesem wunderschönen Juwel, mitten in Schlanders, vorbei. Ich kann immer wieder staunen über die schönen Proportionen, die eleganten Details, ohne „kosmetische Eingriffe“, die je nach Lichtverhältnissen anders wirken. Da muss ich zwangsläufig an die zu vielen Zerstörungen, die unser Land genehmigt, denken...
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

Impressionen 2024

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Winterschlussverkaufszeit. Im König Laurins Gartl hat das „Land“ es uns vorgemacht, wie unsere Heimat billig verkauft werden kann. Welches ist das nächste Schnäppchen?
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Patzleid & Madatsch. Im Winter wird „das Grafische“ in der Landschaft hervorgehoben. Im Frühling sind aber die farblichen Kontraste, die den Rhythmus der Landschaft betonen: Gletscherweiß, Wiesengrün, Himmelblau, Erdbraun, ...
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Am Reschensee. Nur vor über 70 Jahren war hier soviel los. Zur Zeit ist dies nach dem Brenner-Basis die größte Baustelle im Land. Bald aber werden die Fluten, wie schon damals, alles verschlingen und nur ein paar Bilder werden die Erinnerung wach halten.
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Künstliche Intelligenz. Ist die Landschaft ein allgemeines Gut? Die menschliche Intelligenz ist nicht nur dem ästhetischen, sondern auch dem wirtschaftlichen Aspekt unterworfen. Abzuwarten ist, ob die KI etwas Besseres anbieten kann.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Vinschgau Kristallin. Das Bild erinnert mich an schöne Wanderungen, aber auch an einen Text über Marmor und Kindheit, vielleicht von Luis Stefan Stecher, ich weiß es nicht mehr so genau...
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Die Sprache der Blumen. Immer mehr schöne, alte, harmonisch gewachsene Dorfkerne werden durch und durch „anonymisiert“. Um so erfreulicher ist es, wenn so wie hier in Tschars, jemand seinen persönlichen Akzent setzt.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Die Kofelraster Seen. Eine für Körper und Seele lohnende Wanderung. Über den Seen schwebt die tragische Sage eines Liebespaares, in der auch der Zwerg „Muegg“ und der „Hohe Dieb“ vorkommen.
Foto: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Ferragosto. Wenig begangene Gegenden soll ich nicht so oft zeigen, ansonsten könnten sie überlaufen werden. „Kritische Situatonen“ soll ich unterlassen, sonst „maulen“ die überempfindlichen Bespritzer und Gastronomen. Ich probiere es diesmal mit der Milchstraße, mal schauen ob sich die Kühe auch melden werden.

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Der Kaandlwool. Laut der Geschichtsbücher gab es eine Steinzeit, eine Bronzezeit, eine Eisenzeit, ... Aber von Holzzeit ist nie die Rede. Dieses wunderbare Holzensemble beim Greithof spricht eindeutig dafür.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Das Glück der Langsamkeit. Früher bin ich mit einem schnelleren Schritt unterwegs gewesen. Jetzt aber muss ich auch öfters rasten. Und gerade bei so einer Rast, auf dem Weg zum Sällentjoch, habe ich den glücklichen Augenblick eingefangen.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Kontraste. Die Grüne Oase des stattlichen Gurschlhof, schon 1262 erwähnt, vermittelt Ruhe.
Ab und zu im Inneren des Berges wacht der „Wasserdrache“ wieder auf und spuckt Unruhe und Geröll ins Tal.
Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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Am Tartscher Bichl. Eigentlich ist für die Fotografen jedes Wetter ein gutes Wetter. Aber wenn es mit der künstlichen Intelligenz so weiter geht, brauchen wir nicht mehr ins Freie zu gehen: Ein paar Klicks auf die Tastatur und „pronto“ ist jedes Bild da.
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Kleiner Angelus Ferner. Jahr ein, Jahr aus (seit 1978) besuche ich diesen Gletscher. Auch er wird immer dürrer und runzeliger und irgendwann wird er nicht mehr da sein, oder ich schaffe es nicht mehr herauf zu kommen. Und so kann eine alte „Freundschaft“ enden.
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Es muss nicht immer Vollmond sein. „...und der Himmel war noch in der Nacht blau, und die dünne, mädchenhafte Mondsichel, ganz silbern oder ganz golden, lag auf dem Rücken mitten darin und schwamm in Entzücken.“ R. Musil
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Ohne Titel. Herbstfarben, einfach so: kein Event, keine Inszenierung, keine Spezialeffekte: die Natur ist schon speziell für sich. Ein Fest für die Sinne: Sehen, Hören, Riechen und kostet nichts.
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Äpfel & Trauben. Diese Früchte bestimmen die ländliche Kulturlandschaft. Aber auch die Geschichte des Abendlandes, angefangen mit Adam und Eva und der Erbsünde, bis zum ersten Wunder bei der Hochzeit zu Kana und und und..
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Schattenspiele. Karthaus, im Hintergrund, ist schon im Schatten verhüllt. Katharinaberg wird auch gleich vom „schwarzen Drachen“ verschlungen... Was für ein herrliches Spektakel dieses Licht- und Schattenspiel.
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Schloss Juval. In Südtirol gibt es an die 300 Burgen und Schlösser. Gut zwei Dutzend davon befinden sich im Vinschgau. Von einigen sind nur Mauerreste geblieben, andere sind sehr gut erhalten und zum Teil dem Publikum zugänglich. Geschichte, Geschichten und Sagen wurden in den alten Gemäuern wie in einer Truhe, bis heute gut aufbewahrt.
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Die Drachen & der Mond. Bei der Spitalkirche in Schlanders hausten zwei unersättliche Drachen. Eines Nachts wollten sie sogar den Mond verspeisen. Ich aber war schneller und habe den Mond mit meiner Kamera eingefangen. Somit können Liebespaare und Poeten den Mondschein in der
Valentinsnacht bewundern.

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Vermoi Spitz (2929m). Dieser Gipfel mit dem geheimnissvollen Namen ist einer der schönsten Aussichtspunkte des Vinschgaus. Aufgepasst: das Bild mag täuschen, von St. Martin aus ist es kein Katzensprung, aber die Mühe lohnt sich.
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Die streitenden Blässhühner. Im Haidersee streiten sich einige Vögel um die wenigen eisfreien Flecken. Ein paar schauen zu. Aber wenn das Eis schmilzt, wird für alle Platz sein und die Ruhe wird wieder einkehren, so wie im Landtag...
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Beim Prälatenstein in Schlinig. Obwohl hier vorwiegend Stille herrscht, ist Rhytmus zu spüren. Fast wie in einem Musikstück und die Noten gleiten dahin.
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Frühlingserwachen. Auch die Bienen haben es nicht immer leicht. Mein winziger Garten, so wie viele andere, sind wie Oasen für die Bienen, die sich darüber freuen.
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Die Haflinger. Die Rasse ist im Jahr 1874 mit der Geburt des Hengstes 249Folie aus einer Tiroler Gebirgspferdestute und einem Araberhengst in Schluderns entstanden. Heuer wird das 150-jährige Jubiläum gefeiert.
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Impressionen 2023

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Hommage an Laas. Der Raika-Kalender 2023-Entwicklungen (der ein kleines Dorfbuch ist) wurde gut, sachlich und emotional vorgestellt. Da mich seiner Zeit der Storch in Laas hat „fallen“ lassen, bin ich mit dem Marmordorf besonders verbunden.
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Der Schaukler. Seit Kurzem schwebt an der Osteinfahrt von Naturns ein neues Kunstwerk, das den Blick zwangsläufig nach oben zieht und je nach Lichtverhältnisse fast wie eine Erscheinung wirkt.
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Ich hab einen Vogel... gesehen. Eigentlich waren es 24 verschiedene Vogelarten, die wir in einer Stunde sehen konnten. Das war während einer von AVIMUNDUS organisierten Vogelstimmenwanderung am Rande von Schlanders. Ich war erstaunt!
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Zurück zu den Sternen. Wenn das Wetter es erlaubt, kann man jede Nacht, auch vom Balkon aus, den Sternenhimmel bewundern. Es reicht ein „Gugger“ um den Sternen näher zu kommen. Aber im Gummer, bei Karneid, erscheint das Spektakel wirklich grandios.
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In Schlanders ist es anders. Zur Zeit sind die meisten Klettersteige der Dolomiten überlastet.
Hier aber können „besondere“ Kletterer ihre Leidenschaft in Ruhe nachgehen.
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Zur Gipfelkreuz Polemik schlage ich ungeachtet vor: vom Tarscher Wetter Kreuz zum Pfeiler, den alten Waalweg entlang zu wandern. Vielleicht eine Überraschung für Einige, die auf 2.500 Metern Höhe einen Waal nicht erwartet hätten.
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Erlebnis Straße. Wann sperrt unser „Immobilitäts-Landesrat“ die Strecke Trafoi-Stilfserjoch für die Einheimischen endlich zu? Dann könnten die Adrenalintouristen unbehindert Gas geben.
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Requiem für einen Gletscher. Der Laaser Ferner am 18. Juli 2010 und am 18. Juli 2023
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Auf Failegg. Ich meide die „Erlebniswelten“, die auch bei uns immer höher-bunter-lauter werden.
Meine Erlebniswelt ist minimalistisch und doch langlebig.
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Bää, Bää, Bää ... Gleck, Gleck, Gleck. Es ist bald wieder soweit und Schafe, Treiber und Zuschauer werden wieder zusammentreffen. Es ist alles bereit. Dann ist der Sommer vorbei.
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Morgens um sieben. Die Stefanikapelle auf Platz ist wahrscheinlich eine uralte Sternwarte. Heute wie damals, hat sie im Augenblick des Sonnenaufgangs etwas Magisches.
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In Vezzan. In der Chronik des Marienberger Mönches Goswin wird schon um 1170 ein Weingut in „VETZANA“ genannt. Ein Weingarten in Vezzan zu besitzen war früher sehr begeehrt (heute sind vorallem Wohnungen gefragt). Früher waren sogar Besitzer aus 13 Dörfern aufgelistet.
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Kinder Gespräch im Zug: (...) „Warum sind die Obstkisten viereckig, wenn die Äpfel rund sind?“ ... „Wenn sie rund wären, würden sie den Hang hinunterrollen.“ „Ahh, aber warum sind die Äpfel dann nicht auch vierreckig?“ Der Zug hält an, die Kinder steigen aus und ich bleibe ohne Antwort.
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Auf Bärenstall. Ja, ein Bild kann auch riechen! Während ich das Bild anschaue, kann ich den Duft der frischen Erde riechen und dadurch werden Kindheitserinnerungen wieder wach ...
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Vintschgau. Manche Historiker, Nostalgiker oder Touristen vermissen die alte Schreibweise. Naja, angesichts des alltäglichen Wahnsinns könnte man Vinschstau schreiben und das T wäre wieder da.
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Bei Burgeis. Die Natur wechselt ihre Kleider und die Herbstkollektion ist so kurzlebig und bunt wie keine andere.
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Brot: Das Wunder. Mindestens seit 1223 wird auf Rimpf Brot gebacken. Brotbacken ist heute für einige Familien nicht nur eine ökonomische Notwendigkeit, es hat auch archaische, soziale und religiöse Komponenten: Es ist eine Art von Freiheit!
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Benedikt, Cäsarius, Johannes, Leonhard, Lucius, Maria und Martin. Bei so vielen Heiligen, wo sonst hätte das „Wunder von Mals“ stattfinden sollen, wenn nicht hier.
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Der Mond über Annaberg. Das ist meine letzte Impression für das Jahr 2023. Ich wünsche allen meinen „Lesern:innen“ Glück, Gesundheit und Frieden für das nächste Jahr.
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Die Stilfserjoch „Schlange“. Seit 200 Jahren tut die Stilfserjoch Straße ihren Dienst: Zur Freude mancher und zum Ärger anderer. Sie ist ein Meisterwerk, das ich bevorzuge, in der Dämmerung oder in der Nachsaison zu fotografieren.
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Licht & Schatten. Die Spitalkirche von Latsch beherbergt den wichtigsten gotischen Altar des Vinschgaus. Ein Meisterwerk von Jörg Lederer. Aber die ganze Kirche ist ein organisch gewachsenes Kunstwerk und das Südportal aus Marmor mit der Schweißtuchgruppe ist ein Teil davon.
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Jubiläum. Vor 65 Jahren wurde die Seilbahn Latsch-St.Martin im Kofel gebaut und in Kürze, nach einer Generalsanierung, wird sie den Dienst wieder aufnehmen. Mit dem Ticket kann man nicht auf dem Mond landen, aber man kommt einen Schritt näher.
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„Matscher Hennen“. Wenn es so weiter geht, kann so ein Bild selten werden: Nicht wegen den Hunderten von Vögeln (die aus einem mir unerklärlichen Grund die Burg belagern), sondern wegen des mangelnden Schnees.
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Was ist Weiß? Die Wissenschaft definiert Weiß so wie Schwarz und Grau als unbunten Farben. Ist also der Laaser Marmor unbunt? Auf jeden Fall ist er schön.
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Wassersparen ist angesagt. Alle reden darüber, sogar die Politiker, aber anfangen sollen immer die anderen: Die Pistenbetreiber, die durstige Apfelindustrie, die Millionen Wellness-Touristen, mein Nachbar beim Gartelen, .... Vielleicht kann ich beim Zähneputzen anfangen.
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St. Peter. Wie ein Leuchtturm thront das Kirchlein auf einem uralten Siedlungsplatz. Einmal im Jahr, seit dem Pestgelöbnis von 1635 pilgern die Matscher bis hier her.
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